Monthly Archives: Okt 2014

Kent Nagano / Philharmonie Berlin


Während seiner Zeit als Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin (DSO) hat Kent Nagano immer wieder die Symphonien Anton Bruckners ins Zentrum seiner Programme gesetzt. Am 2. November kehrt der heutige Ehrendirigent für einen grandiosen Abend zu seinem ehemaligen Orchester zurück und stellt Bruckners fragmentarisch gebliebene Neunte dem Kammerkonzert für Klavier, Violine und 13 Blasinstrumente von Alban Berg gegenüber. Als Solistinnen sind die die die Pianistin Mari Kodama und die Geigerin Viviane Hagner zu hören, die sich in den letzten einen Namen als eine der führenden Interpretinnen der Gegenwart gemacht hat.

Bruckners Neunte ist tönendes Vermächtnis. Über zehn Jahre, von 1887 bis zu seinem Tod 1896, arbeitete der Komponist an seinem letzten symphonischen Werk. Die ersten drei Sätze sind vollständig erhalten, vom finalen Satz existieren lediglich Skizzen. So schließt die Symphonie im großen Adagio mit dem Blick ins Unbestimmte. Als gewichtigen Gegenpol steht ihr in Naganos Programm das Kammerkonzert für Klavier, Violine und 13 Blasinstrumente von Alban Berg gegenüber. Es darf als Denkmal der Wiener musikalischen Moderne gelten, der Komponist schrieb es 1924 zu Ehren des 50. Geburtstags seines Lehrers Arnold Schönberg. Die ungewöhnliche Besetzung variiert in der komplexen Partitur; erst im dritten Satz steigert sich das Werk zum Doppelkonzert. Link: www.dso-berlin.de

Fondation Louis Vuitton


Frank Gehry hat es wieder einmal getan: Mit dem Gebäude der Fondation Louis Vuitton (gebaut auf Initiative Bernard Arnaults) auf dem Gelände des Jardin d’Acclimatation im Pariser Bois de Boulogne hat er ein weiteres architektonisches Schmuckstück realisiert. Die Fondation Louis Vuitton wird sich in erster Linie der künstlerischen Produktion in all ihren Ausprägungen widmen. In ihren Räumen kann sich das Publikum mit der ständigen Sammlung – bestehend aus Stücken der Fondation und der Sammlung Arnault – vertraut machen, temporäre Ausstellungen besichtigen sowie Konzerte im Auditorium besuchen.

Im Zuge der Eröffnung der Fondation Louis Vuitton wird noch bis Juli 2015 das künstlerische Programm in drei Phasen organisiert. Dabei gibt es in jeder Phase eine temporäre Ausstellung, die Präsentation eines Teils der Sammlung sowie verschiedene Veranstaltungen. Die erste Etappe, die noch bis Dezember läuft, lädt zu einer „Voyage en création“ ein, bei der es vor allem um die Architektur des Gebäudes gehen wird. Sie umfasst u.a. eine Ausstellung, die sich dem Schaffen Frank Gehrys für die Fondation Louis Vuitton widmet, Reihe von kommissionierten Arbeiten (darunter eine Installation von Lichtkünstler Olafur Eliasson) und zwischen dem 6. und 14. November eine Werkschau von stolzen acht Konzerten der Elektro-Pioniere Kraftwerk. Kunst aus allen Perspektiven! Link: www.fondationlouisvuitton.fr

Andy Warhol. CARS.


Seit vergangenem Freitag ist im Singener MAC – Museum Art & Cars eine spektakuläre Ausstellung zu sehen. In „Andy Warhol. CARS.“ sind neben ausgesuchten Oldtimern aus der Mercedes-Benz-Classic-Sammlung auch rund 40 Werke aus Andy Warhols Cars-Serie ausgestellt. Der Konzern hatte die Fahrzeug-Portraits anlässlich des hundertjährigen Geburtstags des Automobils im Jahre 1986 beim amerikanischen Pop-Art Künstler in Auftrag gegeben. In Singen kann man nun die Autos erstmals gemeinsam mit den zugehörigen Bilder bewundern.

Mit der Gegenüberstellung von Motiven und Abbildungen gelingt dem MAC ein echter Coup. MAC-Stifter Hermann Maier: „Ich hatte schon lange die Idee, diese Autos und diese Bilder in einer Ausstellung zu kombinieren. So viele hochkarätige Stücke in Singen – das hat schon was!“ So gehört zur gezeigten Mercedes-Benz Classic Collection unter anderem der 300 SL, der wegen seiner auffällig geformten Flügeltüren im englischsprachigen Raum den Beinamen „Gullwing“ (Möwenflügel) bekam, und auch Raritäten wie der Prototyp C 111 oder ein Silberpfeil aus dem Jahre 1939 werden am Fuße des Hohentwiels zu sehen sein.

Nicht nur die Fahrzeuge, auch die Kunst ist aus der ersten Riege. „Andy Warhols Strahlkraft ist ungebrochen“, so Anna-Lena Bruns, die Museumsleiterin des MAC. „Dass wir diese kraftvollen Werke der Daimler Art Collection hier in Singen mit den Fahrzeugen zusammenbringen können, ist für mich nicht weniger als eine Sensation.“ Die Ausstellung Andy Warhol. CARS. ist bis zum 17. Mai 2015 im MAC – Museum Art & Cars zu sehen. Link:  www.museum-art-cars.com

Navarino Icons


Costa Navarino, die nachhaltig entwickelte Premiumdestination in der griechischen Provinz Messenien am südwestlichen Zipfel der Peloponnes, nimmt die diesjährige Ernte-Saison zum Anlass, Gästen mit authentischen Erlebnissen die lokale Küche näher zu bringen. Besucher haben die Gelegenheit, mehr über regionale Zutaten und die selbstangebauten Nahrungsmittel der hauseigenen Navarino Icons zu erfahren.

Bei der Teilnahme an der traditionellen Olivenernte erlebt man die mehr als 3.500 Jahre alten landwirtschaftlichen und kulinarischen Traditionen und verfolgt den traditionellen Prozess der Olive vom Baum bis auf den Tisch. Eine Olivenölverkostung und ein Abendessen in einem Restaurant der Region runden den Tag ab. Andere Möglichkeiten: ein gemeinsamer Kochabend mit einheimischen Frauen in der malerischen Stadt Pylos und ein Besuch des örtlichen Weinbergs samt Weinverkostung, bei der man unter anderem den prämierten Hauswein 1827 & Kotyle der Navarino Vineyards kennen lernen kann.

Die Produktlinie Navarino Icons, zu der neben hochwertigen Lebensmitteln auch Kunstobjekte gehören, ist inspiriert von Geschichte und Traditionen Messeniens. Alle Produkte werden in limitierter Menge von kleinen regionalen Herstellern gefertigt, die sich in jeder Stufe des Produktionsprozesses strengen Qualitätskontrollen unterwerfen. Bei den diesjährigen „Great Taste Awards“ erhielt der Thymianhonig der Linie mit zwei Sternen die zweitbeste Bewertung, die organische Feigenmarmelade und der Traubenmost wurden mit jeweils einem Stern ausgezeichnet.

Besonders kulinarisch lässt sich die Premiumdestination Costa Navarino aufgrund milden Klimas und angenehmer Temperaturen noch bis Ende November erkunden. Die beiden 5-Sterne Luxushotels des Resorts (The Westin Resort Costa Navarino und The Romanos) bieten dafür die perfekte Ausgangslage. Link: www.navarinoicons.com

Henri Matisse – Cut-Outs


Gegen Ende seiner imposanten Karriere als Maler, Bildhauer und Lithograf erkrankte Matisse schwer und war nicht mehr in der Lage, lange aufrecht zu stehen oder auch nur einen Pinsel zu führen. Derart eingeschränkt, entwickelte Matisse in dieser späten Phase seines Lebens mit fast 80 Jahren die Technik der gouaches decoupées.  Mit den Scherenschnitten aus buntem Papier löste er eine Revolution in der modernen Kunst aus und schuf ein völlig neues Medium an der Schnittstelle von Farbe und Form.

Die Neuauflage des monumentalen Buches „Cut-Outs“ stellt Matisse’ Scherenschnitte in einen ausführlichen biografischen Kontext: von seiner Reise nach Tahiti im Jahr 1930 bis zu seinen letzten Lebensjahren in Nizza. Enthalten sind zudem viele Fotos von Matisse, darunter einige seltene Farbbilder von Henri Cartier-Bresson, Brassaï und Regisseur Murnau sowie Texte von u.a. Picasso, Verleger E. Tériade, Dichtern Louis Aragon, Henri Michaux und Pierre Reverdy Matisse persönlich.

Gerade in ihrer Klarheit und teils minimalistischen Abstraktion erreichen die Scherenschnitte eine skulpturale Qualität, die Generationen von Künstlern nachhaltig beeinflusste. Die überbordend farbenfrohen, oft großformatigen Bilder, die der Band bisweilen in schwelgerischen Fold-Outs präsentiert, sind bedeutende Monumente der Kunst des 20. Jahrhunderts, sind heute noch so einnehmend und innovativ wie zu Matisse’ Zeiten. Link: www.taschen.com

Henri Matisse.
Cut-Outs.
Zeichnen mit der Schere
Gilles Néret,
Xavier-Gilles Néret
Hardcover mit Ausklappern
28,6 x 37,4 cm, 334 Seiten
€ 49,99

Club Med Cancún


Es war lange her, dass der Club Med in Cancún das Nonplusultra des gehobenen Clubreisens war. Im Jahr 1976 im Südosten der mexikanischen Halbinsel Yucatán im Staat Quintana Roo eröffnet, war das Resort längst in die Jahre gekommen. Nach einer umfassenden, stolze 14 Millionen Dollar schweren Modernisierung, die in diesem Sommer weitestgehend abgeschlossen wurde, zeigt sich der Club Med in Cancún aber nun von seiner besten Seite.

Die wesentliche Neuerung liegt dabei in einer zusätzlichen Öffnung Familien gegenüber. Begleitet von einer traditionellen Maya-Zeremonie (die Weltkulturerbestätte Chichen Itzá liegt nur zweieinhalb Stunden entfernt vom Resort) wurde der komplett neue Aguamarina-Bereich mit klar und farbenfroh gestalteten Familien-Suiten eröffnet. Von der „heimischen“ Fensterfront sind es dann keine zehn Meter zum Meer.

Ähnlich sieht es im Luxus-Segment aus. In der 5-Trident-Area „Jade“ ist dank einiger architektonischer Kniffe Ruhe und Intimität inmitten des Resorts garantiert, aber trotzdem Zugang zu all dessen Amenities gewährleistet (darunter zahlreiche Sport- und Freizeit-Möglichkeiten sowie zubuchbare Tagesausflüge). Wer sich für eine der 18 Suiten mit Meeresblick oder eines der 37 Deluxe-Zimmer mit Balkon oder eigenem Garten entscheidet, kann einen persönlichen Concierge-Service in Anspruch nehmen oder am privaten Infinity-Pool entspannen.

Auch im im Gastro-Bereich wure aufgerüstet: Mit dem La Estancia, das nun als argentinisches Grill-Restaurant mit neuem Konzept aufwartet, dem auf lokale Spezialitäten fokussierten Las Cazuelas (dessen neues Design bis zum Dezember fertiggestellt wird) und der Maya Lounge, in der Elemente von Bar, Theater und Nightclub fusionieren, hat man nun eine ganze Reihe von neuen Optionen für Lunch und Dinner. Vier weitere Bars bieten Nightlife im besten Sinne des Wortes.

Bei all dem bleibt aber letztlich doch etwas ganz anderes das eigentliche Highlight: die atemberaubende Natur. Auf der Anlage blühen einheimische Pflanzen wie Agaven, Hibiskus, Kakteen, Flamboyant-Bäume und Königspalmen, und der Blick aufs endlose Meer bleibt ohnehin unvergleichlich. Link: www.clubmed.de

Schrill. Bizarr. Brachial.


In den 1980er Jahren machten in den deutschen Großstädten Künstler und Designer mit ungewöhnlichen Möbeln und Objekten Furore. Die Bewegung, die Neues Deutsches Design genannt wurde, stand ähnlich wie die Neue Deutsche Welle oder der Neue Deutsche Film für einen radikal neuen Ansatz: Design außerhalb des Systems der industriellen Produktion und gespeist aus verschiedensten (sub)kulturellen Quellen. Mit „Schrill Bizarr Brachial. Das Neue Deutsche Design der 80er Jahre“ blickt nun erstmalig eine groß angelegte Ausstellung mit historischem Abstand auf dieses Phänomen, das nur eine kurze Hochphase hatte: von 1982, als in Hamburg eine erste Ausstellung mit dem Titel „Möbel perdu – Schöneres Wohnen“ stattfand, bis zur Wiedervereinigung. Das Neue Deutsche Design ist deshalb auch ein Zeitdokument für ein Deutschlandbild, wie es heute nicht mehr existiert, und eine der letzten großen kulturellen Leistungen der alten Bundesrepublik.

Eine junge Generation von Gestaltern hatte Anfang der 80er Jahre in der Bundesrepublik und in West-Berlin damit begonnen, grundlegend mit der Tradition der auf Sachlichkeit und Effizienz beruhenden „Guten Form“ zu brechen. Mit der 68er-Bewegung und den gesellschaftlichen Veränderungen im Zuge der 1970er Jahre geriet diese Designhaltung in die Krise. Fürderhin sollten Möbel und Objekte Geschichten erzählen, die gesellschaftliche Situation reflektieren, oder zum Nachdenken über das deutsche Selbstverständnis anregen.

Zu sehen sind etwa 80 der wichtigsten Entwürfe, darunter Möbel und Objekte von Stiletto, Volker Albus, Heinz Landes, Andreas Brandolini, Wolfgang Flatz, Axel Kufus, Jasper Morrison und der Gruppen Möbel perdu aus Hamburg, Kunstflug aus Düsseldorf, Pentagon aus Köln, Ginbande aus Frankfurt sowie Bellefast und Cocktail aus Berlin. Auch einige historische Ausstellungsinszenierungen konnten rekonstruiert werden, etwa das „Deutsche Wohnzimmer“ von Brandolini für die Documenta 8 oder ein Ensemble der Hamburger Galerie Möbel perdu. Zu sehen sind außerdem einige Stücke aus der Ausstellung „Kaufhaus des Ostens“, die 1985 schon einmal an diesem Ort präsentiert wurde – in den Räumen des Deutschen Werkbunds im heutigen Bröhan-Museum. Die Ausstellung macht die Entwürfe der diversen Künstler, Designer und Designgruppen wieder sichtbar und wirft einen neuen Blick auf diese Strömung der 80er Jahre.

Die Ausstellung ist noch bis 1. Februar 2015 im Bröhan-Museum in Berlin zu sehen. Der begleitende Katalog erscheint im Wienand Verlag. Link: www.broehan-museum.de

Michał Szlaga – Shipyard


Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie präsentiert das Polnische Institut Berlin die erste Einzelausstellung von Michał Szlaga außerhalb Polens. Mit seiner in den vergangenen 15 Jahren entstandenen Serie zum Abriss der bedeutenden Werft in Gdańsk ist er zu einem der wichtigsten polnischen Dokumentarfotografen der Gegenwart avanciert. In sachlichen Kompositionen präsentiert Michał Szlaga historische Gebäude auf dem Werftgelände vor und nach ihrem Abriss, darüber hinaus Porträts verbleibender Schiffe, Kräne, Arbeiter und Interieurs.

1980 formierte sich in der Werft mit der Gewerkschaft Solidarnośc die Keimzelle der polnischen Demokratiebewegung. Sie sollte entscheidend zum Fall des Ostblocks beitragen. In den vergangenen Jahren mussten viele der Werftgebäude den Kulissen des neuen postkommunistischen Ostens weichen; gerade wird dort ein Luxuseinkaufszentrum gebaut. Als Michał Szlaga begann, die Transformation des bedeutenden Ortes zu dokumentieren, war er 22 Jahre alt und wohnte in einer Künstlerkommune auf dem Gelände. Aus dem Projekt wurde ein umfangreiches Bildarchiv und fotografisches Monument. Vor kurzem machte sich Szlaga mit der Kamera bis ins indische Alang auf, wo die in der Werft gebauten Schiffe demontiert und verwertet werden.

Die Ausstellung, die noch bis zum 21. November dienstags bis freitags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet ist, zeigt 35 Fotografien, eine Projektion mit 24 Dias und einen Film über die Reise nach Alang. Link: www.polnischekultur.de

Barbaros Bay


Auf dem Katamaran über das kristallklare Wasser der türkischen Ägäis gleiten oder doch mit dem Mountainbike das idyllische Hinterland erkunden? Beide Träume für Aktivurlauber ermöglicht das direkt an der malerischen Gökova-Bucht auf der türkischen Halbinsel Bodrum gelegene Kempinski Hotel Barbaros Bay.

Wassersportfans können vom privaten Sandstrand des mehr als 70.000 Quadratmeter großen Areals ins türkisfarbene Meer springen oder mit Unterstützung durch erfahrene Tauchlehrer die faszinierende Unterwasserwelt Bodrums entdecken. Wer sich über dem Wasser wohler fühlt, wird in privaten Segelstunden in die Welt der Kurslinien und  Manöver eingeführt. Katamaran-Törns, Wake Boarding- oder Wasserski-Ausflügen zählen ebenfalls zum Angebot.

Doch auch abseits des Mittelmeers hat das Kempinski Hotel Barbaros Bay für Sportbegeisterte einiges zu bieten: Eine Mountainbike-Tour entlang der Küste nach Yaliciftlik, eine Region, die für ihre ursprüngliche Natur bekannt ist, erlaubt fantastische Perspektiven? Mit den hochwertigen Mountainbikes, die das Hotel seinen Gästen zur Verfügung stellt, sind selbst steile Berge zu meistern. Auch Wandertouren oder eine Runde Golf können auf Wunsch vom Hotel arrangiert werden.

Zum Ausklang des Abends laden das mehr als 5.500 Quadratmeter große Spa (zwei türkische Hammams inklusive) oder die zahlreichen Cocktailkreationen von Bar-Manager Wieland Hartauer, während man das Panorama der Bucht genießt. Link: www.kempinski.com/bodrum

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