Monthly Archives: Sep 2017

MORDILLO


Mit ihren humorvoll – absurden Taten laden seine liebenswürdigen Protagonisten zum Schmunzeln ein und lassen dahinter oft eine tiefgründige Bedeutung erkennen: Guillermo Mordillo, 1932 in Buenos Aires geboren, er ist der Meister des witzigen Knollennasen – Universums, in dem Mimik, Gestik und wortlose Interaktion triumphieren. In seinen Zeichnungen bringt er nicht nur verschiedenste Dinge auf surreale Art und Weise in Einklang, er lässt seine Figuren mit großer Leichtigkeit die Hindernisse des Alltags meistern. Frei nach seinem Ausspruch „Humor ist der Geist, der inmitten des ewigen Lebenstanzes Pirouetten dreht“, verkehrt Mordillo mit eben diesem Humor Weltschmerz und Melancholie ins Gegenteil und bietet den Betrachtern dadurch die Möglichkeit, dem Pessimismus des Alltags mit Optimismus entgegenzutreten. Ausstellung: MORDILLO – The Very Optimistic Pessimist. Bis 7. Januar 2018. Location: LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen. Link: www.ludwiggalerie.de

Image Credits: (Bild 1) © Mordillo Foundation, all rights reserved 2008; (Bild 2) © Mordillo Foundation, all rights reserved 2007; (Bild 3) © Mordillo Foundation, all rights reserved 2009

LEBEN 24/7


Es war eine Nikon, mit der Steve McCurry 1984 das afghanische Mädchen mit den auffallend grünen Augen fotografierte. Auch der standhafte „Tank Man“ von Charlie Cole  entstand mit Kameras und Objektiven der Firma Nikon. Fotografen und Fotojournalisten sind dabei, wenn Weltgeschichte geschrieben wird, sie haben große Bilder geschaffen, kleine Momente festgehalten und die unterschiedlichsten Facetten des menschlichen Lebens dokumentiert. Seit hundert Jahren begleitet Nikon Fotografen in ihrem Alltag und gibt ihnen ein zuverlässiges Werkzeug für ihre Arbeit in die Hand, jeden Tag und zu jeder Zeit. Die Ausstellung „leben 24/7 – 100 Jahre Nikon“ präsentiert eine Auswahl an Nikon-Fotografien aus den letzten Jahrzehnten und zeigt, wie eine Kamera dabei selbst zur Legende wurde. Ausgestellt sind Arbeiten von: Jodi Bieber, Charlie Cole, David Douglas Duncan, Thekla Ehling, Volker Hinz, Heidi & Hans-Jürgen Koch, Peter Lindbergh, Joel Marklund, Steve McCurry, Duane Michals, Ed Ruscha, Moises Saman, Jérôme Sessini, Michael Wesely, Ami Vitale. Ausstellung: LEBEN 24/7 – 100 JAHRE NIKON. Laufzeit 22. September bis 5. November 2017. Location: NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, D-40479 Düsseldorf. Link: www.nrw-forum.de

Image Credits: (Bild1) Charlie Cole: Tank Man, 1989 © Charlie Cole; (Bild 2) Sharbat Gula, Afghan Girl, at Nasir Bagh refugee camp. Peshawar, Pakistan, 1984 © Steve McCurry / Magnum Photos; (Bild 3) Jodi Bieber: Bibi Aisha © Jodi Bieber

GABO


Mit einer Fotostrecke über Herbert Grönemeyer samt Stern-Titel hatte die deutsche Fotografin GABO 1986 ihren großen Durchbruch. Es folgten zahlreiche Porträts und Fotostrecken von Berühmtheiten aus Musik, Unterhaltung, Politik und Gesellschaft. Viele Jahre lang war GABO, die eigentlich Gabriele Oestreich heißt, die Fotografin der Toten Hosen. Die Ausstellung in der Humboldt-Box gibt einen Vorgeschmack auf das künftige internationale Zentrum für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung. Die Sky-Lounge in der 4. Etage erstrahlt schon mal in Glanz und Glamour. Parallel zur Berlin Art Week präsentiert die Kunstgalerie LUMAS unter dem Titel FAME die Starportraits von GABO. Die Ausstellung zeigt Portraits aus den letzten 30 Jahren sowie bisher unveröffentlichte Polaroids. Insgesamt über 80 Original Fotografien von GABO, die im Anschluss an die Ausstellung einmalig käuflich erworben werden können. Darunter zu sehen sind die Portraits von Boris Becker, Angelina Jolie, Nina Hagen und Yoko Ono genauso wie die von Sir Peter Ustinov, Udo Jürgens und Campino. Ausstellung: GABO – FAME. Bis 17. September 2017. HUMBOLDT-BOX BERLIN, Schlossplatz 5, 10178 Berlin. Links: www.humboldt-box.com   www.lumas.de

Image Credits: (Bild 1)  Portrait GABO by Ralf Juergens; (Bild 2) GABO: Nina Hagen; (Bild 3) GABO: Axel Milberg; (Bild 4) GABO: Boris Becker

ERWIN WURM


Einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart und Meister eines feinsinnigen Humors ist in Duisburg angekommen. „Vor mir ist nichts sicher!“ sagt Erwin Wurm und hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Skulptur an ihre Grenzen zu führen – und darüber hinaus. Bestrickte Wände, „verfettete“ Skulpturen, Selbstportraits als Essiggurken oder die Inszenierung der Welt als surrealer Zustand: Wurm zelebriert Verwirrung als kreative Strategie. Bei ihm sind die Dinge nicht das, was sie scheinen. „Ich finde spannend, was passiert, wenn man Alltagsgegenständen den Nutzwert entzieht, bekannte Formen neu interpretiert.“ Ausgestellt werden Skulpturen, Fotografien, Wandarbeiten, Rauminstallationen und seine berühmten „One Minute Sculptures“. Auch zum Konsum alkoholischer Getränke aus Wurms „Drinking Sculpture“ wird ausdrücklich eingeladen. Ein Ausstellungsprojekt erstellt von der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn: ERWIN WURM. Bis 29. Oktober 2017 im Lehmbruck Museum, Düsseldorfer Str. 51, 47051 Duisburg. www.lehmbruckmuseum.de

Image Credits: (Bild 1)  Erwin Wurm, Wandtapete – Lehmbruck Museum; (Bild 2) Erwin Wurm, Fat Convertible, 2005, Mixed media 130 x 469 x 239 cm; (Bild 3) Erwin Wurm, Halber Big Suit, 2016, Aluminiumguß lackiert, Studio Erwin Wurm; Fotos 1 – 3: BOLD THE MAGAZINE, H.G. Teiner; (Bild 4) Erwin Wurm, Pollock Cabinet, 2011, wood, metal, tumbler, bottle, Courtesy Studio Erwin Wurm, Reihe „Drinking Sculptures“, Photo Jesse Williams, Installationsansicht, 2011 © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Klassik VS. Moderne


Um wenige Fahrzeuge rangt sich so viel Hysterie, Staunen und Herzblut für Liebhaber und Verständnislosigkeit für den Rest – die Mercedes Benz G-Klasse. Uns lag es am Herzen, dem gehörten und vielfach besprochenen endlich mal ein eigenes Wort zu geben. Und so stehen wir jetzt hier mit großen Augen vor diesem mächtigen Kollos und trauen uns noch nicht ganz einzusteigen und loszufahren. Zuviel hat dieser in den 70ger Jahren erschaffene „G“eländewagen bereits in unserer Fantasie gespielt, als das man ihn jetzt einfach so – benutzt. Als ob nichts gewesen wäre. Vielleicht lohnt es sich vorab einmal anzumerken, dass es sich bei diesem speziellen Modell um ein von Mercedes-AMG weiterveredelten Mercedes-AMG G63 als Langversion handelt. Das bedeutet 5 Türen, anstatt 3. Vielmehr aber auch einen Hubraum von 5.461 Kubikzentimetern und 420 KW garniert mit einem 5,5 l V8. Und das ganze verpackt in einem bläulichen Farbton der bei veränderter Lichteinstrahlung schonmal ins Lila rutschen kann. Nach kurzer, visueller Eingewöhnungszeit stellen wir fest: wir stehen drauf! Alles an diesem Fahrzeug strotzt vor Dominanz und kraftvollem Dasein. Vom Blinker über die markante Motorhaube, zur riesigen seitlich zu öffnenden Heckklappe. Von den 21 Zoll Rädern bis hin zu den vier seitlich angebrachten Auspuffrohren.

Der G ist auf den ersten Blick ein Klassiker. Schaut man aber genauer hin zeigt sich deutlich, dass man ihm so ziemlich alles einverleibt hat, was an modernen Designelementen verfügbar ist. Innen findet man sehr bequeme und vielfach bedienbare Ledersitze und ausreichend Platz für die typischerweise vier Insassen. Es ist auch hier spürbar, dass die Formen und Bedieninstrumente weitestgehend belassen wurden, aber einem Update in das 21.Jahrhundert unterzogen wurden. Vorn unter der Haube versteckt sich die geballte Kraftmaschine, welche den knapp 2,6 Tonnen schweren Geländewagen in knapp über 5 Sekunden auf 100 km/h katapultiert. Schier unaufhaltsam drückt der Schwabe nach vorn und wir sind erst einmal erstaunt von der etwas schwergängigen Lenkung und dem harten Fahrwerk. Die hohe Sitzposition ist allemal phänomenal und nachdem wir uns in den Berchtesgadener Bergserpentinen an das Fahrzeug gewöhnt haben, kommt uns schnell der Spruch eines Daimler AG Presse-Kollegen zurück in den Kopf: „Glaub mir, den wollt Ihr nicht mehr abgeben!“

Hinter der brettflachen, beheizbaren Windschutzscheibe sitzen wir mit einem strahlen im Gesicht und bewältigen scheinbar jedes Hindernis mit Leichtigkeit. Alm- und Forstwege, übermäßig nasse Strassen, kurz vor Aquaplaning. Schnelles Fahren auf Landstraßen und Autobahnen. Aber eben auch das ruhige und elegante vorfahren zu einer Matineé der Salzburger Festspiele. Nun ja, ehrlich gesagt fällt man beim Vorfahren schon auf und der Motorensound ist auch bei langsamer Fahrt im Eco-Modus leicht mit einem Sportboot zu verwechseln, aber diese multifunktionale Stereoiden-Ikone findet bestaunen. Und wenn die Umstehenden erst einmal gemerkt haben, dass die Fahrzeuginsassen freundliche und umgängliche Menschen sind, lässt auch der Letzte von seiner Kritik ab und schießt begeistert sein Foto. Link: www.mercedes-amg.com

ERIK KESSELS


Am Eingang der Ausstellung empfängt die Besucher ein riesiger Berg von Fotos: Für das Werk „24hrs In Photos“ (2011) hat Erik Kessels einen einzigen Tag ausgewählt und die Bilder dieses Datums aus dem Internet ausgedruckt. „In Almost every Picture 8“ steht Oolong, ein japanisches Photo-blog – Kaninchen im Mittelpunkt, dessen flache Kopfform sich zum Balancieren von Gegenständen eignet. Erik Kessels ist Mitbegründer der internationalen Agentur KesselsKramer in Amsterdam, ist ein Top-Werbeprofi aber auch Künstler, Kurator, Publizist und leidenschaftlicher Sammler von Fotografien. In der Werbung geht es um das perfekte Bild – Kessel langweilen perfekte Bilder allerdings: Sowohl den Künstler, als auch den Werber in ihm interessieren die fehlerhaften, zufälligen und unstimmigen Fotografien, die überbelichteten und verwackelten Bilder, die mit dem Finger vor dem Objektiv, die mit missglückten Posen und die der schwachen Momente. Die Ausstellung Erik Kessels & Friends im NRW-Forum Düsseldorf ist deutschlandweit die erste umfassende Retrospektive des Niederländers und präsentiert die herausragenden Arbeiten der vergangenen 20 Jahre. Dazu hat er fünf Freunde eingeladen, die Künstler Paul Kooiker, Joan Fontcuberta, Peter Piller, Joachim Schmid und Ruth van Beek, die mit eigenen Arbeiten in der Überblicksausstellung vertreten sind. Ausstellung: ERIK KESSELS & FRIENDS. Laufzeit bis 5. November 2017. Location: NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, D-40479 Düsseldorf. Link: www.nrw-forum.de

Image Credits: (Bild 1) Erik Kessels Düsseldorf / © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Ruslan Varabyou; Erik Kessels: (Bild 2 bis 5) Ausstellungsansichten Erik Kessels Düsseldorf, Fotos BOLD THE MAGAZINE, H.G. Teiner