Author Archives: H. G. Teiner

LEBEN 24/7


Es war eine Nikon, mit der Steve McCurry 1984 das afghanische Mädchen mit den auffallend grünen Augen fotografierte. Auch der standhafte „Tank Man“ von Charlie Cole  entstand mit Kameras und Objektiven der Firma Nikon. Fotografen und Fotojournalisten sind dabei, wenn Weltgeschichte geschrieben wird, sie haben große Bilder geschaffen, kleine Momente festgehalten und die unterschiedlichsten Facetten des menschlichen Lebens dokumentiert. Seit hundert Jahren begleitet Nikon Fotografen in ihrem Alltag und gibt ihnen ein zuverlässiges Werkzeug für ihre Arbeit in die Hand, jeden Tag und zu jeder Zeit. Die Ausstellung „leben 24/7 – 100 Jahre Nikon“ präsentiert eine Auswahl an Nikon-Fotografien aus den letzten Jahrzehnten und zeigt, wie eine Kamera dabei selbst zur Legende wurde. Ausgestellt sind Arbeiten von: Jodi Bieber, Charlie Cole, David Douglas Duncan, Thekla Ehling, Volker Hinz, Heidi & Hans-Jürgen Koch, Peter Lindbergh, Joel Marklund, Steve McCurry, Duane Michals, Ed Ruscha, Moises Saman, Jérôme Sessini, Michael Wesely, Ami Vitale. Ausstellung: LEBEN 24/7 – 100 JAHRE NIKON. Laufzeit 22. September bis 5. November 2017. Location: NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, D-40479 Düsseldorf. Link: www.nrw-forum.de

Image Credits: (Bild1) Charlie Cole: Tank Man, 1989 © Charlie Cole; (Bild 2) Sharbat Gula, Afghan Girl, at Nasir Bagh refugee camp. Peshawar, Pakistan, 1984 © Steve McCurry / Magnum Photos; (Bild 3) Jodi Bieber: Bibi Aisha © Jodi Bieber

GABO


Mit einer Fotostrecke über Herbert Grönemeyer samt Stern-Titel hatte die deutsche Fotografin GABO 1986 ihren großen Durchbruch. Es folgten zahlreiche Porträts und Fotostrecken von Berühmtheiten aus Musik, Unterhaltung, Politik und Gesellschaft. Viele Jahre lang war GABO, die eigentlich Gabriele Oestreich heißt, die Fotografin der Toten Hosen. Die Ausstellung in der Humboldt-Box gibt einen Vorgeschmack auf das künftige internationale Zentrum für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung. Die Sky-Lounge in der 4. Etage erstrahlt schon mal in Glanz und Glamour. Parallel zur Berlin Art Week präsentiert die Kunstgalerie LUMAS unter dem Titel FAME die Starportraits von GABO. Die Ausstellung zeigt Portraits aus den letzten 30 Jahren sowie bisher unveröffentlichte Polaroids. Insgesamt über 80 Original Fotografien von GABO, die im Anschluss an die Ausstellung einmalig käuflich erworben werden können. Darunter zu sehen sind die Portraits von Boris Becker, Angelina Jolie, Nina Hagen und Yoko Ono genauso wie die von Sir Peter Ustinov, Udo Jürgens und Campino. Ausstellung: GABO – FAME. Bis 17. September 2017. HUMBOLDT-BOX BERLIN, Schlossplatz 5, 10178 Berlin. Links: www.humboldt-box.com   www.lumas.de

Image Credits: (Bild 1)  Portrait GABO by Ralf Juergens; (Bild 2) GABO: Nina Hagen; (Bild 3) GABO: Axel Milberg; (Bild 4) GABO: Boris Becker

ERWIN WURM


Einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart und Meister eines feinsinnigen Humors ist in Duisburg angekommen. „Vor mir ist nichts sicher!“ sagt Erwin Wurm und hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Skulptur an ihre Grenzen zu führen – und darüber hinaus. Bestrickte Wände, „verfettete“ Skulpturen, Selbstportraits als Essiggurken oder die Inszenierung der Welt als surrealer Zustand: Wurm zelebriert Verwirrung als kreative Strategie. Bei ihm sind die Dinge nicht das, was sie scheinen. „Ich finde spannend, was passiert, wenn man Alltagsgegenständen den Nutzwert entzieht, bekannte Formen neu interpretiert.“ Ausgestellt werden Skulpturen, Fotografien, Wandarbeiten, Rauminstallationen und seine berühmten „One Minute Sculptures“. Auch zum Konsum alkoholischer Getränke aus Wurms „Drinking Sculpture“ wird ausdrücklich eingeladen. Ein Ausstellungsprojekt erstellt von der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn: ERWIN WURM. Bis 29. Oktober 2017 im Lehmbruck Museum, Düsseldorfer Str. 51, 47051 Duisburg. www.lehmbruckmuseum.de

Image Credits: (Bild 1)  Erwin Wurm, Wandtapete – Lehmbruck Museum; (Bild 2) Erwin Wurm, Fat Convertible, 2005, Mixed media 130 x 469 x 239 cm; (Bild 3) Erwin Wurm, Halber Big Suit, 2016, Aluminiumguß lackiert, Studio Erwin Wurm; Fotos 1 – 3: BOLD THE MAGAZINE, H.G. Teiner; (Bild 4) Erwin Wurm, Pollock Cabinet, 2011, wood, metal, tumbler, bottle, Courtesy Studio Erwin Wurm, Reihe „Drinking Sculptures“, Photo Jesse Williams, Installationsansicht, 2011 © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

ERIK KESSELS


Am Eingang der Ausstellung empfängt die Besucher ein riesiger Berg von Fotos: Für das Werk „24hrs In Photos“ (2011) hat Erik Kessels einen einzigen Tag ausgewählt und die Bilder dieses Datums aus dem Internet ausgedruckt. „In Almost every Picture 8“ steht Oolong, ein japanisches Photo-blog – Kaninchen im Mittelpunkt, dessen flache Kopfform sich zum Balancieren von Gegenständen eignet. Erik Kessels ist Mitbegründer der internationalen Agentur KesselsKramer in Amsterdam, ist ein Top-Werbeprofi aber auch Künstler, Kurator, Publizist und leidenschaftlicher Sammler von Fotografien. In der Werbung geht es um das perfekte Bild – Kessel langweilen perfekte Bilder allerdings: Sowohl den Künstler, als auch den Werber in ihm interessieren die fehlerhaften, zufälligen und unstimmigen Fotografien, die überbelichteten und verwackelten Bilder, die mit dem Finger vor dem Objektiv, die mit missglückten Posen und die der schwachen Momente. Die Ausstellung Erik Kessels & Friends im NRW-Forum Düsseldorf ist deutschlandweit die erste umfassende Retrospektive des Niederländers und präsentiert die herausragenden Arbeiten der vergangenen 20 Jahre. Dazu hat er fünf Freunde eingeladen, die Künstler Paul Kooiker, Joan Fontcuberta, Peter Piller, Joachim Schmid und Ruth van Beek, die mit eigenen Arbeiten in der Überblicksausstellung vertreten sind. Ausstellung: ERIK KESSELS & FRIENDS. Laufzeit bis 5. November 2017. Location: NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, D-40479 Düsseldorf. Link: www.nrw-forum.de

Image Credits: (Bild 1) Erik Kessels Düsseldorf / © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Ruslan Varabyou; Erik Kessels: (Bild 2 bis 5) Ausstellungsansichten Erik Kessels Düsseldorf, Fotos BOLD THE MAGAZINE, H.G. Teiner

OH YEAH!


Gerade eröffnet – diese Ausstellung sollte gehört werden: 90 Jahre Popmusik in Deutschland, vom Swing der 1920er-Jahre über die Beat-Ära, Punk, die Neue Deutsche Welle, Techno und Hip Hop bis zu den aktuellen Musiktrends. Mittels Kopfhörern können interessierte Besucher tief eintauchen in das Universum der Popmusik. An den verschiedenen Soundstationen werden Musiktitel, Radio- und Filmbeiträge angeboten und die Zeitreise kann beginnen. Das Herzstück der Ausstellung ist die Mainroad. Sie präsentiert den kulturellen Background der jeweiligen Popmusik-Epochen. Die Sound Lounge lädt zum Hören und Relaxen ein. 60 Songs – von Marlene Dietrich bis Pur – ergänzen die Klangerlebnisse der Main Road. Im Backstagebereich können beim Anblick von Plakaten, Platten- und CD-Covern, Erinnerungen lebendig werden. Eine Ausstellung des Focke-Museum, Bremen – Konzept/Idee des Museums für Kommunikation, Bern. Ausstellung: Oh Yeah! Pop Musik in Deutschland. Bis 25. Februar 2018. Location: Museum für Kommunikation Frankfurt, Schaumainkai 53, 60596 Frankfurt. Link: www.mfk-frankfurt.de

Image Credits: (Bild 1) Museum für Kommunikation Frankfurt, Oh yeah – Key Visual; (Bild 2) Goldene Schallplatte von Elvis, Sammlung Richard Weize, Foto © Martin Luther; (Bild 3) Ausstellungsansicht Beat Club, Foto © Martin Luther; (Bild 4) Erster Walkman Sony, Foto © Martin Luther

COMICS!


Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts erreichten die großen Tageszeitungen der USA mit ihren Comic-Serien Millionen von Lesern. Adressat war in erster Linie der erwachsene Zeitungsleser und erst dann Kinder und Jugendliche. Serien wie Winsor McCays Little Nemo in Slumberland oder Krazy Kat von George Herriman verblüffen bis heute durch ihre virtuose Zeichenkunst und zeugen von der kulturellen Bedeutung des Mediums. Mit rund 300 Exponaten aus Amerika, Europa und Japan ist Comics! Mangas! Graphic Novels! In der Bundeskunsthalle Bonn die bisher umfangreichste Ausstellung zur Geschichte dieser Gattung in Deutschland. Besondere Bereiche der Ausstellung sind Europa und Japan gewidmet, wo sich der Comic durch den Zweiten Weltkrieg erst später verbreitete und eigene Traditionen ausprägte. Während die Zeichner in Europa die Bildsprache des Comics verdichten, fächert der Manga sich durch multiperspektivisches, filmisches Erzählen auf und ist damit in den letzten Jahren zu einer neuen, weltweiten Jugendkultur avanciert. Ein Action Comics-Heft mit Superman-Cover von 1938 erzielte im vergangenen Jahr bei einer Auktion eine Million US-Dollar. Ausstellung: COMICS! MANGAS! GRAPHIC NOVELS! Bis 10. November 2017. Location: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Museumsmeile Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn. Link: www.bundeskunsthalle.de

Image Credits: (Bild 1) Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Garfield, Jim Davis, All Rights Reserved; (Bild 2) Robert Crumb, Motor City Comics, Comic-Heft 1969, © Robert Crumb und Rip Off Press; (Bild 3) Ralf König, Prototyp, 2008, © Ralf König / Rowohlt Verlag; (Bild 4) George Herriman, Krazy Kat, Sonntagsseite 6. Februar 1938, CC0 Public Domain

BLIND SPOTS


Journalistische Fotografie auf internationalem Niveau: Die Fotografien von Dominic Nahr zeigen einen Wert über die tagesaktuelle Berichterstattung hinaus und beeindrucken durch eine bewusste Gestaltung und eine klare Bildsprache. Seit zehn Jahren berichtet der jetzt 33-jährige Dominic Nahr von den Krisenherden dieser Welt. Seine Fotos erscheinen in Zeitschriften wie Time Magazine, National Geographic Magazine oder Stern. Nahr wurde „Schweizer Fotograf des Jahres 2015“ und Preisträger eines „World Press Photo Award for General News“. Nahr ist in der Lage, Zustände und Stimmungen zu vermitteln, welche hinter die Schlagzeilen und Horrormeldungen blicken lassen. Die ausgestellten Fotografien führen uns in vier afrikanische Krisen-Staaten, nach Südsudan, Somalia, Mali und in die Demokratische Republik Kongo. Die Ausstellung «Blind Spots» fragt immer auch nach dem Stellenwert der Fotografie im medialen Zusammenhang. Die Darstellung von Not und Schrecken stellt die immer wieder neu zu beantwortende Frage: Was kann, was darf, was muss eine Fotografie zeigen? Die Ausstellung zeigt so auf die „blinden Flecken“, auf Wahrnehmungslücken, Verdrängungsmechanismen und mediale Abhängigkeiten im aktuellen News-Business. Dominic Nahr – Blind Spots. Bis 8. Oktober 2017. FOTOSTIFTUNG SCHWEIZ, Grüzenstrasse 45, CH-8400 Winterthur. Link: www.fotostiftung.ch

Image Credits: (Bild 1) Demokratische Republik Kongo, 2012. © Dominic Nahr; (Bild 2) Demokratische Republik Kongo, 2012. © Dominic Nahr; (Bild 3) Mali, 2016. © Dominic Nahr

ABSTRACT PAINTING NOW!


Die Kunsthalle Krems öffnete nach einjähriger Sanierungspause wieder ihre Türen. Die aufsehenerregende Ausstellung Abstract Painting Now! fokussiert mit etwa sechzig künstlerischen Positionen auf die aktuelle internationale Situation des ungegenständlichen Tafelbildes. Historische Basis der Schau ist die Entwicklung im Anschluss an den Abstrakten Expressionismus, die vor allem von Gerhard Richter und Sigmar Polke getragen wurde. Richter wandte sich nach einer Periode der Agonie, in der seine grauen Vermalungen entstanden, dem Schönen, augenscheinlich Expressiven zu. Polke setzte Abstraktion als ironische Paraphrase ein und kommentierte damit die Wahrhaftigkeit des Pinselstrichs als Markierung des künstlerischen Ichs. Der erweiterte Abstraktionsbegriff schließt auch Natur und Landschaft in Form neoromantisch-expressiver Farbfelder, wie jenen von Per Kirkeby, ein. Ausstellung: Abstract Painting Now! Gerhard Richter, Katharina Grosse, Sean Scully… Location: Kunsthalle Krems, Franz­Zeller­Platz 3, A-3500 Krems. Bis 5. November 2017. Link: www.kunsthalle.at

Image Credits / Copyrights: (Bild 1) Bernard Frize, Balaire, 2015, Acryl und Harz auf Leinwand, 200 x 320 cm, Courtesy Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien, © Bildrecht, Wien, 2017, Foto: © Markus Wörgötter; (Bild 2) Copyright: Charline von Heyl, Cluster,  2015, Acryl auf Leinwand, 152,5 x 127 cm, Sammlung Stolitzka, Graz, Foto: Butcher Walsh; (Bild 3) © Gerhard Richter 2017 (0131), Frau in Hollywoodschaukel 196-3, 1968, Öl auf Leinwand, 95 x 115 cm, ACT Art Collection Siggi Loch, Courtesy Richter Images, © Gerhard Richter 2017 (0131)

SUMMER OF LOVE


San Francisco 1967: Zum 50. Jubiläum widmet das Museum Folkwang in Essen der Hippie-Kultur im Sommer 2017 eine beachtlich umfangreiche Ausstellung. Rund 250 psychedelische Poster, ergänzt durch Fotografien, Schallplattencover und Konzertkarten, ermöglichen einen umfassenden Einblick in diese aufregende soziale Umbruchphase. Vor dem Hintergrund schwerer Rassenunruhen, dem Vietnamkrieg und einer zunehmend konsumorientierten Gesellschaft, entwickelte sich in San Francisco der 1960er Jahre eine Gegenkultur, die nach neuen Wegen im Zusammenleben von Menschen und Staaten suchte. Sexuelle Befreiung, Bürgerrechtsbewegungen und Antikriegsdemos standen plötzlich im Fokus. Neben dem fantastisch-bunten Dresscode war es vor allem die Musik von Jefferson Airplaine, The Grateful Dead, The Doors oder Jimi Hendrix und Janis Joplin, die der Bewegung Ausdruck verlieh. Geworben wurde mit Postern, vor allem mit psychedelischen Formen, Farben und Inhalten. Den Künstlern ist es in kürzester Zeit gelungen, einen völlig neuen Stil zu kreieren: Europa diente unter anderem mit Elementen des Jugendstils und der Wiener Sezession als Inspirationsquelle. Auch die zeitgenössische amerikanische Kunst und neue Strömungen wie etwa die Pop Art griffen namhafte Plakatkünstler und Designer wie Victor Moscoso, Bonnie MacLean, Gary Grimshaw, Lee Conclin, Bob Schnepf und andere auf. San Francisco 1967 ist die bisher größte Plakatausstellung zum Summer of Love in Europa überhaupt. San Francisco 1967 – Plakate im Summer of Love. Bis 3. September 2017. Museum Folkwang, Museumsplatz 1, 45128 Essen.  www.museum-folkwang.de

Image Credits: (Bild 1) Gene Anthony, Trips Festival, Crowd, 1966, Fotografie, 40,5 x 50,5 cm, Sammlungen Lutz Hieber und Gisela Theising, © Wolfgang’s Vault 2017; (Bild 2) Victor Moscoso, The Chamber Brothers „Glasses“, San Francisco, 1967, 51 x 36 cm, Sammlungen Lutz Hieber und Gisela Theising, © Victor Moscoso 2017; (Bild 3) Gary Grimshaw, Jimi Hendrix Experience, Soft Machine, The Paupers, Toronto, 1968, 56 x 33 cm, Sammlungen Lutz Hieber und Gisela Theising, © Gary Grimshaw 2017

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