Category : ART

A STYLE OF HER OWN


Die Mode-Fotografin Louise Dahl-Wolfe brachte die Models heraus aus den künstlich beleuchteten Studios und mitten hinein in lebendige Outdoor-Locations. Sie war eine der ersten, die im Freien und mit natürlichem Licht arbeitete, außerdem brachte sie einen modernen Blick in die Modefotografie, einen eher entspannten und gleichzeitig persönlichen Blick. Sie zeigte die Pariser Couture an sportlich durchtrainierten Körpern und etablierte neue Bildformen der Natürlichkeit und des weiblichen Selbstbewusstseins. Sie zeigte Mode, die casual und bequem war, und die den zunehmend aktiven und unabhängigen Lebensstil der Frauen wiedergab, sie trug damit zur Etablierung eines neuen Frauenbildes in den USA bei. Dahl-Wolfe arbeitete in New York City als feste Fotografin ab 1936 für Harper’s Bazaar, hier publizierte sie mehr als 3000 Schwarzweißfotografien, 600 Farbfotografien und 86 Cover; ab 1958 arbeitete sie für Sport’s Illustrated und für die Vogue. Die Ausstellung präsentiert Fotografien aus den Jahren 1931 bis 1959: Mit Porträts, Akten, Modefotografie und Dokumentarfotografie gibt es hier einen umfassenden Einblick in das Schaffen dieser außergewöhnlichen Fotografin. Ausstellung: LOUISE DAHL-WOLFE – A STYLE OF HER OWN. Laufzeit bis 20. Mai 2018. Location: NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, D-40479 Düsseldorf. Link: www.nrw-forum.de

Image Credits: (Bild 1)  Twins at the Beach, Nassau, 1949. Photograph by Louise Dahl-Wolfe. Collection Staley Wise Gallery. © 1989 Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents. (Bild 2) Suzy Parker by the Seine, Costume by Balenciaga, 1953. Photograph by Louise Dahl-Wolfe. Collection Staley Wise Gallery. © 1989 Center for Creative Photography, Arizona Board of Regents. (Bilder 3, 4) Ausstellungsimpressionen, BOLD, H.G. Teiner  

PIZZA IS GOD


Pizza ist das Überlebensmittel der Internet-Generation – bereits 1993 konnte Pizza im Netz bestellt werden. Pizza ist Kult, ist Popkultur, ist ein Teil der Kunstgeschichte und jetzt ist sie sogar offiziell als Weltkulturerbe anerkannt. 2015 gab es den ersten Pizza Pavillon auf der Biennale in Venedig. Im Netz ist die Pizza heute eines der beliebtesten und bekanntesten Memes. Mit der Ausstellung “Pizza is God” widmet das NRW-Forum jetzt in Düsseldorf dem Pop-Phänomen Pizza eine umfassende und internationale Ausstellung – in den Genres Malerei, Fotografie, Netzkunst, Video und Performances. „Pizza is God“ präsentiert die jüngere visuelle Geschichte der Pizza sowie die aktuellen Arbeiten zeitgenössischer Künstler*innen. „Pizza is God“ wurde konzipiert von den Künstlern Mikkel Carl und Paul Barsch, sowie den Kuratorinnen Marie Nipper und Konstanze Schütze. „Oh, ich glaube fest daran, dass uns Pizza retten kann…“, die Düsseldorfer Band Antilopen Gang hat der Pizza eine regelrechte Hymne gewidmet: www.youtu.be/  Ausstellung: PIZZA IS GOD. Laufzeit bis 20. Mai 2018. Location: NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, D-40479 Düsseldorf. Link: www.nrw-forum.de

Image Credits: (Bild 1) Ausstellungsansicht Pizza Is God © NRW-Forum Düsseldorf / Foto B. Babic; (Bild 2) © Jennifer Chan: Big Sausage Pizza I, 2013 (Bilder 3, 4) Ausstellungsimpressionen, BOLD, H.G. Teiner  

Kunst-Tipp fürs lange Wochenende


Die von BOLD gesponserte und von Britta Helbig und Saralisa Volm kuratierte Gruppenausstellung „bitch MATERial“ befasst sich mit der Erweiterung des Mutterbegriffs und zeigt 17 Künstler wie Oliver Rath, Ruprecht von Kaufmann und Rosemarie Trockel. Zusätzlich zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm von Symposien und Workshops, die Fragen zu Mutterbildern im zeitgenössisch-gesellschaftlichen Diskurs und in der Kunstwelt erörtern. Hot chicks. Working mums. Rabenmütter und Muttertiere: „bitch MATERial“ beschäftigt sich mit den archaischen Kräften, denen Frau beim Mutter-Werden ausgeliefert ist, und mit den Kräften von Löwenmüttern. Sie hinterfragt Frauenbilder, verbindet Sinnlichkeit mit klassischen Führungsqualitäten und begibt sich auf die Spuren scheinbarer Gegensätze, die sich womöglich wunderbar ergänzen. Ort: Studio 1, Kunstquartier Bethanien (Prinzenallee 74, 13357 Berlin), bis: 08.04.2018

Künstler: Rosemarie Trockel, Iris Schieferstein, Almagul Menlibayeva, Oda Jaune, Annique Delphine, Julija Goyd, Mathilde ter Heijne, Oliver Rath, Courtney Kessel, Tracey Snelling, René Schoemakers, RÖMER + RÖMER, Cornelia Renz, Ruprecht von Kaufmann, Kirsten Becken, Jen Ray, Peter Wilde, Miriam Lenk, GODsDOGs, Bettina Moras, Vera Kochubey, Anina Brisolla, Vincent Dance Theatre, Various & Gould, Jo Clifford

LA DOLCE VITA


In den Bildern von Nadja Zikes ist sowohl Lebenslust als auch Melancholie enthalten – der Titel der aktuellen Ausstellung der Künstlerin spielt nicht ohne Grund auf den Film „Das süße Leben“ von Federico Fellini an, in dem es einerseits um das rauschhafte Nightlife mit Flirts und Partys geht, andererseits sich dabei existenzielle Fragen um Liebe, Enttäuschung und Eifersucht stellen. Diese Malerei sprüht in jedem Fall vor Energie: Die Künstlerin Zikes lädt ein zu einer ganz persönlichen Reise in eine intensive Welt der Farben und der Fantasie. Über die Grenzen von Raum und Zeit hinweg, erzählt die kosmopolitische Künstlerin mit slowenischen Wurzeln ihre anregenden Kurzgeschichten. Ihre großformatigen Werke eröffnen beim eingehenden Betrachten eindrucksvoll – magische Momente. Nadja Zikes Bilder befinden sich international in privaten und öffentlichen Sammlungen. Auf der Art Innsbruck 2018 wird sie ebenfalls vertreten sein. Ausstellung: LA DOLCE VITA. Laufzeit bis 28. Juli 2018. Location: Wirtschaftsclub Düsseldorf, Blumenstraße 14, 40212 Düsseldorf, Link: www.wirtschaftsclubduesseldorf.de

Image Credits: (Bilder 1 – 5) © Nadja Zikes

SHOOT! SHOOT! SHOOT!


Die Fotografien von Richard Avedon, Bert Stern oder Helmut Newton zeigen eine schillernde Kunstszene und lassen das Lebensgefühl der 1960er und 1970er Jahre aufleben. Ein exzessiver Lifestyle ist mit unbändiger Lebenslust und kompromissloser Selbstdarstellung verbunden. Im Mittelpunkt stehen die Ikonen der Film-, Mode- und Musikszene: Andy Warhol mit Grace Jones, Brigitte Bardot, Yves Saint Laurent nackt und Mick Jagger mit Pelzkapuze. Die Fotografie dokumentiert die Zeiterscheinungen, ist gleichzeitig PR für die Performerpersönlichkeiten und ist selbst zur eigenständigen Kunstform erhoben. Party und Politik, Mode und Musik, Kunst und Körperkult werden besonders exzessiv durch Warhols Factory und die dort vertretene New Yorker Szene dargestellt. Der Kult um die eigene Person steht unverhohlen im Mittelpunkt. Die Oberfläche triumphiert, die glänzende Ästhetik der Werbung wird zum eigentlichen Inhalt der Kunst. Partys sind der Gegenentwurf zu Krisen, Kriegen und Politik. Die Ausstellung zeigt überwiegend Schwarz-Weiss-Fotografien und besticht durch die Kombination von Artwork und Paparazzi-Style. Über 200 Werke aus der Schweizer Nicola Erni Collection versammeln das Who is Who der Celebrity-Gesellschaft. Ausstellung: SHOOT! SHOOT! SHOOT! Fotografien der 60er und 70er Jahre aus der Nicola Erni Collection. Bis 27. Mai 2018. Location: LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen Link: www.ludwiggalerie.de

Image Credits: (Bilder 1 und 2) Grace Jones and Andy Warhol, Studio 54, New York, 1978 © Ron Galella, Ltd. – Plakat © 2017 LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen. (Bilder 3 und 4) Ausstellungsimpressionen 2018, BOLD, H.G. Teiner

WHY COLOR?


Der Fotograf Joel Meyerowitz ist 1938 in New York geboren und in der Bronx aufgewachsen. Nach seinem Studium der Malerei an der Ohio State University arbeitete er als Werbegrafiker in New York. Neben Stephen Shore und William Eggleston erkennt Joel Meyerowitz früh die unbedingte Kraft der Farbe und ihre einzigartige, bildhafte Qualität. Es ist der Strom aus Alltagsmomenten, aus denen der Fotograf es immer wieder schafft, die überraschenden und manchmal kuriosen Augenblicke herauszufiltern und durch den gezielten Einsatz von Farbe eine ganz eigene, fast filmische Lebendigkeit und malerische Intensität herauszuarbeiten. Street-Photography at it’s best – unbedingt anschauen! Mehr in der nächsten Ausgabe von BOLD THE MAGAZINE. Ausstellung: Joel Meyerowitz – Why Color? Retrospective. Laufzeit bis 11. März 2018. Location: C/O Berlin Foundation, Amerika Haus, Hardenbergstraße 22–24, 10623 Berlin. Link: www.co-berlin.org

Image Credits: (Foto 1)  BOLD THE MAGAZINE, H.G. Teiner, (Fotos 2 – 4)  © Joel Meyerowitz / Courtesy Howard Greenberg – (Foto 2) Wyoming, 1963, (Foto 3) Dairy Land, Provincetown, Massachusetts, 1976, (Foto 4) New York City, 1963

JUST PEOPLE!


Diese beeindruckenden Street-Fotografien sind die Ergebnisse eines meisterhaft beherrschten „Hit-and-Run“ Styles. Wahrhaft authentisch und voller unbändiger Dynamik. Der niederländische Street-Photographer Otto Snoek (*1966) zeigt seine Arbeiten in der Ausstellung JUST PEOPLE! im Rahmen des Düsseldorfer Photo Weekend 2018 in der d|d contemporary art gallery. Die Fotografien im Großformat entfalten in den architektonisch anregend gestalteten Räumen der Galerie ihre volle Wirkung. Spürbar wird die unaufdringliche Nähe des Fotografen zu den sozialen Szenen in denen er sich bewegt – das unvoreingenommene Staunen über die unterschiedlichen Menschen erreicht so unmittelbar die Betrachtenden der Fotokunstwerke. Der besondere Blick auf das Außergewöhnliche im Alltagsleben trifft auf den dramaturgisch gekonnt gewählten Bildausschnitt. Die eingefangene Szene lädt oft zum nachdenklichen Schmunzeln ein, die Ausstellung hinterlässt in jedem Fall ein anhaltendes inneres Lächeln. Otto Snoek eröffnet damit den Blick auf die unterschiedlichen Farben der multikulturellen Vielfalt in seiner Heimatstadt Rotterdam. Die Fotografien sind zwischen 1998 und 2017 entstanden. Ausstellung: JUST PEOPLE! Om en nabij. Laufzeit bis 8. März 2018. Location: d|d contemporary art gallery, Altestadt 13, 40213 Düsseldorf. Link: www.ddcontemp.de

Image Credits: (Bild 1)  De Deulen, aus der Serie „Rotterdam“ © Otto Snoek  (Bilder 2 – 5) Ausstellungsimpressionen, BOLD THE MAGAZINE, H.G. Teiner

AMERICA! AMERICA!


Kunstwerke, die mit ihren Bildentwürfen das Image Amerikas weltweit geprägt haben, hier sind sie in einer Ausstellung in konzentrierter Form versammelt. Hier wird er in überhöhter Form sichtbar, der „American Dream“. In den Klischeebildern wird deutlich, wie sehr der amerikanische Traum mit emotional aufgeladenen Bildern und Symbolen verwoben ist. Werke wie Andy Warhols „Race Riot „(1964), Jeff Koons Skulptur „Bear and Policeman“ (1988) oder Jenny Holzers Leuchtschriftinstallation „Truisms“ (1994) kommentierten die amerikanische Realität, den „American Way of Life“, ihrer Zeit. Dabei wird das ambivalente Verhältnis von „Real“ und „Fake“ deutlich. Die Frage nach den „Alternative Facts“ steht im Raum. „Think“ ist in großen Lettern auf William N. Copleys Imaginary Flag for U.S.A. zu lesen – genau dort, wo sich auf der amerikanischen Flagge sonst die 50 Sterne der Bundesstaaten befinden. 1972, gegen Ende des Vietnamkriegs und zu Beginn des Watergate Skandals entstanden, ist diese subversive Flagge ein Gegenentwurf zum ideologisch verbrämten Patriotismus. Ausstellung: AMERICA! AMERICA! HOW REAL IS REAL? Bis 21. Mai 2018. Location: Museum Frieder Burda · Lichtentaler Allee 8b · 76530 Baden-Baden. Link: www.museum-frieder-burda.de

Image Credits: (Bild 1) William N. Copley, Imaginary Flag for U.S.A., 1972 © VG Bild-Kunst, 2017; (Bild 2) Cindy Sherman, Untitled Marilyn, 1982. Fotografie, Sammlung Lothar Schirmer, München © Cindy Sherman, 2017; (Bild 3) Museum Frieder Burda, Ausstellung „America! America!“, Foto: Volker Naumann

JIL SANDER


Sie gehört zu den einflussreichsten Modedesigner*innen ihrer Generation. In ihrer weltweit ersten Einzelausstellung präsentiert Jil Sander in raumgreifenden multimedialen Installationen und Tableaus im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt die Auswirkungen ihrer Gestaltungshaltung auf Ästhetik, Material und Form von Mode- und Produktdesign, Architektur und Gartenkunst. Die Präsentation, die facettenreicher kaum sein könnte, macht den Erfindungsreichtum und die kreative Kraft einer Gestalterin sichtbar, der es darum geht, die Persönlichkeit eines Menschen zu unterstreichen. Was Jil Sander als Designerin ausmacht, ist die „Mission Moderne“. Qualität im Design steht im Zentrum ihres Schaffens. Ausstellung: Jil Sander.Präsens. Bis 6. Mai 2018. Location: Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main. Link: www.museumangewandtekunst.de

Image Credits: (Bild1) Ausstellungsansicht „Jil Sander. Präsens“, 2017 im Museum Angewandte Kunst, © Paul Warchol; (Bild 2) Jil Sander Kampagne Frühling-Sommer 1996, Model: Guinevere van Seenus, © Craig McDean; (Bild 3) Jil Sander Kampagne Frühling-Sommer 2005, © David Sims; (Bild 4) Jil Sander Kampagne Herbst-Winter 2004/2005, Model: Mathias Lauridsen, © David Sims

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