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COMICS!


Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts erreichten die großen Tageszeitungen der USA mit ihren Comic-Serien Millionen von Lesern. Adressat war in erster Linie der erwachsene Zeitungsleser und erst dann Kinder und Jugendliche. Serien wie Winsor McCays Little Nemo in Slumberland oder Krazy Kat von George Herriman verblüffen bis heute durch ihre virtuose Zeichenkunst und zeugen von der kulturellen Bedeutung des Mediums. Mit rund 300 Exponaten aus Amerika, Europa und Japan ist Comics! Mangas! Graphic Novels! In der Bundeskunsthalle Bonn die bisher umfangreichste Ausstellung zur Geschichte dieser Gattung in Deutschland. Besondere Bereiche der Ausstellung sind Europa und Japan gewidmet, wo sich der Comic durch den Zweiten Weltkrieg erst später verbreitete und eigene Traditionen ausprägte. Während die Zeichner in Europa die Bildsprache des Comics verdichten, fächert der Manga sich durch multiperspektivisches, filmisches Erzählen auf und ist damit in den letzten Jahren zu einer neuen, weltweiten Jugendkultur avanciert. Ein Action Comics-Heft mit Superman-Cover von 1938 erzielte im vergangenen Jahr bei einer Auktion eine Million US-Dollar. Ausstellung: COMICS! MANGAS! GRAPHIC NOVELS! Bis 10. November 2017. Location: Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Museumsmeile Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn. Link: www.bundeskunsthalle.de

Image Credits: (Bild 1) Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Garfield, Jim Davis, All Rights Reserved; (Bild 2) Robert Crumb, Motor City Comics, Comic-Heft 1969, © Robert Crumb und Rip Off Press; (Bild 3) Ralf König, Prototyp, 2008, © Ralf König / Rowohlt Verlag; (Bild 4) George Herriman, Krazy Kat, Sonntagsseite 6. Februar 1938, CC0 Public Domain

PINA BAUSCH


Pina Bausch gilt als absolute Pionierin des modernen Tanztheaters und international als eine der einflussreichsten Choreografinnen des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit ihrer Kompanie entwickelte sie eine Form des Tanztheaters, welche als ein eigenständiges Genre anerkannt ist. In der Bundeskunsthalle ist der Umfang von Pina Bauschs (1940–2009) Schaffen nun erstmals in Form einer großen Ausstellung nachvollziehbar. Die meisten Stücke  werden immer wieder vom Tanztheater Wuppertal aufgeführt, diese Ausstellung widmet sich vorrangig den vorausgehenden und begleitenden Entstehungsgründen und Entwicklungsprozessen. Dabei folgt sie mit der Auswahl und Zusammenstellung den Aussagen der Künstlerin, die in ihrem Workshop-Vortrag „Etwas finden, was keiner Frage bedarf“ anlässlich der Verleihung des Kyoto-Preises 2007 ihren Schaffensweg resümiert hat.

„Mich interessiert nicht, wie die Menschen sich bewegen, sondern was sie bewegt“, sagte Pina Bausch. Unterschiedliche dokumentarische Materialien, die aus dem umfangreichen Archiv der Pina Bausch Foundation stammen, beleuchten den Werdegang der Choreografin, entfalten ihre Arbeitsweise und nehmen ihre Motive und Inspirationen in den Blick. Herzstück der Ausstellung ist ein originalgetreuer Nachbau der „Lichtburg“, jenes legendären Proberaums in einem alten Wuppertaler Kino, in dem Pina Bausch den größten Teil ihrer Stücke gemeinsam mit ihren Tänzerinnen und Tänzern entwickelt hat. In der Bundeskunsthalle wird er zum Raum der Begegnung, hier werden Themen der Ausstellung aufgegriffen, reflektiert und erfahrbar gemacht. Mitglieder des Tanztheater Wuppertal vermitteln den Besuchern Bewegungsqualitäten und kleine Bewegungssequenzen: Performances, TanzWorkshops, öffentliche Proben, Talks, Filme und mehr lassen ihn zum lebendigen Erfahrungsraum für die Besucher werden. PINA BAUSCH UND DAS TANZTHEATER bis 24. Juli 2016. Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Museumsmeile Bonn, Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn. LINK: www.bundeskunsthalle.de

Fotos: Aufführung des Pina Bausch-Stücks „Sacre”, Fotografie © Zerrin Aydin-Herwegh; Aufführung: Vollmond, Tänzerin: Julie Anne Stanzak, Bühne: Peter Pabst, Kostüme: Marion Cito, Wuppertal, Mai 2006, © Bettina Stoess; Aufführung des Pina Bausch-Stücks „Vollmond”, Wuppertal, Mai 2006, Fotografie © Laurent Philippe; Aufführung des Pina Bausch-Stücks „Das Frühlingsopfer”, Fotografie, © Zerrin Aydin-Herwegh