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VISUALLEADER 2016


Im Haus der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg sind erneut die aktuellen Top-Fotografien aus Print-Medien und Internet zu besichtigen. Es werden die Arbeiten sämtlicher Preisträger der Lead Awards gezeigt; mit Fotoserien, Magazinstrecken, Zeitungsbeiträgen, Werbekampagnen und Websites. Eben das Beste, was in den letzten zwölf Monaten in Deutschland publiziert wurde. Insgesamt sind nicht weniger als 280 Arbeiten der deutschen Kreativ- und Medienszene in der Hansestadt zu sehen. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf eindrucksvollen, oft in schwarz-weiß gehaltenen Foto-Reportagen aus den vielen Krisengebieten der Welt, ob aus Syrien, dem Irak, der Türkei oder der Ost-Ukraine.

Bilder von Flüchtlingen auf der Balkan- oder Mittelmeerroute geben einen hochemotionalen Eindruck von dem menschlichen Leid, das Europa und die ganze Welt in Atem hält. Fotos aus den USA berichten vom Wiederaufkeimen des Rassenkonflikts, unter schwierigsten Umständen entstandene Aufnahmen in Afrika und im arabischen Raum. Einen Kontrapunkt dazu bilden Bilder, die sich fast mit privaten, intimen Momenten befassen: Fotos über das Sterben eines geliebten Menschen, über die Exzesse einer Jugendclique, über eine außergewöhnliche Dreiecksbeziehung in einem Altersheim. Bemerkenswert ist die Zunahme künstlerischer Arbeiten, so als könnte die Kunst uns vor dem zunehmenden Irrsinn der Welt retten. Die Welt wie sie ist, wie sie scheint, wie sie sein könnte − das zeigt die Ausstellung Visual Leader. VISUALLEADER 2016 – DAS BESTE AUS ZEITUNGEN, ZEITSCHRIFTEN UND INTERNET. BIS 30. OKTOBER 2016 IM HAUS DER PHOTOGRAPHIE, HAMBURG. Link: www.deichtorhallen.de

Fotos / Bildnachweise: Lukas Gansterer, »Nordic by Nature«, erschienen in »Sleek Nr. 47«, nominiert für einen LeadAward in der Kategorie »Mood- und Modefotografie des Jahres«; Nikos Pilos, erschienen in »Stern 53/15« zum Artikel »Exodus«, nominiert für einen LeadAward in der Kategorie »Reportagefotografie des Jahres«; Maurizio Cattelan und Pierpaolo Ferrari, aus der Serie »Cattelan & Ferrari«, erschienen in »Zeit Magazin 1/16 – 20/16«, nominiert für einen LeadAward in der Kategorie »Still-Life-Fotografie des Jahres«; Andy Spyra, erschienen im »Zeit Magazin 34/15« zum Artikel »Das Leben nach der Hölle« und in »Der Spiegel 17/16« zum Artikel »Bomben in bunten Gewändern«, nominiert für einen LeadAward in der Kategorie »Porträtfotografie des Jahres«

GUTE AUSSICHTEN


Im zwölften Jahr der  Fotografie – Ausstellungsplattform „gute aussichten“ wählte die Jury Arbeiten aus, die unser Welt-Bild zur Diskussion stellen: Quo vadis, Welt? Die große, in der Welt spürbare Frage, wohin die Reise geht, ist in diesem Jahr der Grundton, in dem die Arbeiten der neun „gute aussichten“ – Preisträger 2015/2016 schwingen. So polyphon die einzelnen Melodien hier auch erklingen, ergibt sich in der Zusammenschau ein Konzert, das der grundsätzlichen Frage folgt, wie es weiter geht. Die Fakten und Herausforderungen, denen sich die heutige und zukünftige Generationen stellen müssen, sind: Migration, Klimawandel, Globalisierung, eine wachsende Weltbevölkerung bei ungleicher Verteilung von Nahrung und Gütern, die maximale Ausnutzung aller Ressourcen, der Kampf um Rohstoffe und geopolitische Einflussnahme. Seit der Geburtsstunde des Projektes im Jahr 2004 begleitet das Haus der Photographie in den Deichtorhallen das Ausstellungsprojekt „gute aussichten – junge deutsche fotografie“. Mittlerweile hat es sich zu Deutschlands bedeutendstem Wettbewerb für Absolventen im Bereich Fotografie entwickelt. Die Jury kürte neun Preisträger aus 104 Einsendungen von 36 Institutionen. Es werden über 1.100 Motive, 4 Videos und 3 Bücher, 1 Sound und eine neuartige Bilderzeugungsapparatur präsentiert.

PreisträgerInnen: Aras Gökten // Ostkreuzschule für Fotografie | Lars Hübner // Kunsthochschule Berlin – Weißensee | Felix Hüffelmann // Fachhochschule Bielefeld | Kyung-Nyu Hyun // Kunsthochschule für Medien Köln | Kolja Linowitzki // Universität der Künste Berlin | Jewgeni Roppel // Fachhochschule Bielefeld | Gregor Schmidt // Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin | Kamil Sobolewski // Ostkreuzschule für Fotografie | Maja Wirkus // Kunsthochschule Kassel. GUTE AUSSICHTEN – JUNGE DEUTSCHE FOTOGRAFIE 2015/2016. Bis 17. April 2016. Deichtorhallen Hamburg, Deichtorstr. 1-2, 20095 Hamburg. BOLD – TIPP: DIE LATE NIGHT DES KLUBS DER KÜNSTE, DJ-Line-Up und Dancing in den Deichtorhallen, Finissage der Ausstellung am Fr, 15. April 2016, ab 18 Uhr. LINK: www.deichtorhallen.de

Fotos: Aras Gökten, Arkanum © Aras Gökten; Lars Hübner, Nothing to Declare © Lars Hübner; Maja Wirkus, Praesens || Präsens © Maja Wirkus; Gregor Schmidt, Waiting for Qata © Gregor Schmidt

SARAH MOON


Ihre Fotos erschienen international in den Modezeitschriften Vogue, Marie Claire und Elle. Sie inszeniert die Mode in stimmungsvoll berührenden Bildern, sie fängt den besonderen Moment ein, der fast wie beiläufig wirkt. Die oft in mystisch-unscharfem Schwarzweiß und in betont blassen Farben gehaltenen Bilder der Foto-Künstlerin Sarah Moon locken den Betrachter in ein inspirierendes Reich der Träume, Mythen und Märchen. Paradiesische Landschaften, geheimnisvolle Städte. Ihre bezaubernden Modeaufnahmen, Stillleben und Porträts wirken oft unwirklich und zeitlos. Sie selbst stellt in ihren Foto-Strecken, und das verdeutlicht diese Hamburger Ausstellung, Porträts, Blumen-Stillleben, Ansichten von Stadt und Land nebeneinander. Sie hat mit ihrem unverwechselbaren Stil in jedem Fall die „Mood-Fotografie“ geprägt.

Sarah Moon ist jedoch weit mehr als eine Modefotografin: Sie drehte beispielsweise Kurz- und Dokumentarfilme, unter anderem über ihren engen Freund Henri Cartier-Bresson und über Lillian Bassman, sowie den Spielfilm „Mississipi One“. Mit einem besonderen Seitenblick auf das filmische Werk wird weltweit zum ersten Mal das Gesamtwerk der Fotografin Sarah Moon als retrospektive Schau im Haus der Photographie der Deichtorhallen präsentiert. Sarah Moons Arbeiten wurden in Museen und Galerien rund um die Welt gezeigt, darunter im ICP, New York, im Maison Européene de la Photographie, Paris, dem Kyoto Museum of Contemporary Art und dem Londoner Royal College of Art.

Die 1941 geborene Marielle Hadengue wuchs in England und Frankreich auf. Nachdem sie einige Jahre in Paris und London als Model gearbeitet hatte, begann sie 1968 zu fotografieren. In diesen Jahren gab sie sich den Künstlernamen Sarah Moon. Auf ihre ersten Kampagnenbilder für das Modelabel Cacharel folgten unzählige Werbefotografien unter anderem für Dior, Chanel, Comme des Garçons, Issey Miyake und Valentino sowie Modestrecken für Magazine. Sarah Moon fotografierte 1972 als erste Frau den Pirelli-Kalender. Die Werkschau im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg ist die bisher umfangreichste Ausstellung von Sarah Moon. Rund 350 Fotografien und fünf Filme lassen die Besucher in die märchenhafte Welt der Sarah Moon eintauchen.

SARAH MOON − NOW AND THEN. Vom 27. November 2015 bis 21. Februar 2016

DEICHTORHALLEN – HAUS DER PHOTOGRAPHIE, Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

www.deichtorhallen.de

Fotos: Yohji Yamamoto, 1996 © Sarah Moon; Sarah Moon: o.T., 2008 © Sarah Moon; Sarah Moon: Fashion 9, Sarah Moon: Kassia Pysiak, 1998 © Sarah Moon; Sarah Moon: L’avant dernière pivoine © Sarah Moon; Sarah Moon, September 2015. Foto: © Ilona Suschitzky