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ERWIN WURM


Einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart und Meister eines feinsinnigen Humors ist in Duisburg angekommen. „Vor mir ist nichts sicher!“ sagt Erwin Wurm und hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Skulptur an ihre Grenzen zu führen – und darüber hinaus. Bestrickte Wände, „verfettete“ Skulpturen, Selbstportraits als Essiggurken oder die Inszenierung der Welt als surrealer Zustand: Wurm zelebriert Verwirrung als kreative Strategie. Bei ihm sind die Dinge nicht das, was sie scheinen. „Ich finde spannend, was passiert, wenn man Alltagsgegenständen den Nutzwert entzieht, bekannte Formen neu interpretiert.“ Ausgestellt werden Skulpturen, Fotografien, Wandarbeiten, Rauminstallationen und seine berühmten „One Minute Sculptures“. Auch zum Konsum alkoholischer Getränke aus Wurms „Drinking Sculpture“ wird ausdrücklich eingeladen. Ein Ausstellungsprojekt erstellt von der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn: ERWIN WURM. Bis 29. Oktober 2017 im Lehmbruck Museum, Düsseldorfer Str. 51, 47051 Duisburg. www.lehmbruckmuseum.de

Image Credits: (Bild 1)  Erwin Wurm, Wandtapete – Lehmbruck Museum; (Bild 2) Erwin Wurm, Fat Convertible, 2005, Mixed media 130 x 469 x 239 cm; (Bild 3) Erwin Wurm, Halber Big Suit, 2016, Aluminiumguß lackiert, Studio Erwin Wurm; Fotos 1 – 3: BOLD THE MAGAZINE, H.G. Teiner; (Bild 4) Erwin Wurm, Pollock Cabinet, 2011, wood, metal, tumbler, bottle, Courtesy Studio Erwin Wurm, Reihe „Drinking Sculptures“, Photo Jesse Williams, Installationsansicht, 2011 © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

ERWIN WURM


Wurm ist ein herausragender Vertreter von international geschätzter Modern Art. Die Arbeiten Wurms zeichnen sich durch einen humorvollen, ironisch-kritischen Blick auf das alltägliche Leben aus. Der Curry Bus vor dem Museum, ein zu einem „fetten Würstelstand“ umgebauter Volkswagen-Bulli aus den 1970er-Jahren, ist aus der Form geraten und zum Popkultur – Kunstobjekt mutiert.

Der österreichische Bildhauer Erwin Wurm (*1954) hat mit seinen Staubskulpturen, Pulloverarbeiten, One Minute Sculptures sowie formveränderten Alltagsobjekten und menschlichen Figuren in den letzten 20 Jahren ein konsistentes bildhauerisches Werk geschaffen und den Skulpturbegriff um interaktive, soziale und zeitliche Aspekte erweitert. Eine riesenhaft vergrößerte Kartoffel ist auf den ersten Blick surreal und stellt unsere Sicht auf die Realität in Frage. Die Karikatur und der Comic-Style sind mit ihren Übersteigerungen durch die Plastik in eine neue Realität vorgestoßen. Die Pop Art ist neu definiert.
„Mein Werk handelt vom Drama der Belanglosigkeit der Existenz. Ob man sich ihr durch Philosophie oder durch eine Diät nähert, am Ende zieht man immer den Kürzeren.“ So vielversprechend – belanglos gibt sich der Künstler scheinbar selbst zu erkennen.

Zum Titel der Ausstellung „Erwin Wurm. Fichte“: Der Märchen- und Mythenwald der Deutschen steht hier buchstäblich Kopf, ist strenge Raumskulptur geworden. Und statt der Fichte sehen wir die Nordmanntanne. Verwirrung als kreative Strategie. Von den insgesamt 45 Werken sind 20 speziell für diese Ausstellung entstanden.
Last chance: Die Ausstellung „Erwin Wurm. Fichte“ ist noch bis 13. September 2015 zu sehen.

Adresse: Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg

Link: www.kunstmuseum-wolfsburg.de

Fotos: Curry Bus, 2015, Foto: Marek Kruszewski © VG Bild-Kunst, Bonn 2015; Home, 2006, Foto: Marek Kruszewski © VG Bild-Kunst, Bonn 2015; Anger Bump, 2007, Foto: Marek Kruszewski © VG Bild-Kunst, Bonn 2015