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VINTAGE BEAUTY


Er war der Master of Beauty einer längst vergangenen Epoche: Der Berliner Photokünstler Karl Schenker (1886–1954). Wer um 1920 herum Rang und Namen hatte, ließ sich von ihm in seinem Atelier am Kurfürstendamm porträtieren. Bei keinem war man so schön, keiner konnte so meisterhaft retuschieren wie er. Wenn es damals schon Photoshop gegeben hätte, Schenker wäre wohl ein begeistert virtuoser Anwender gewesen. In der Ausstellung werden etwa 250 Werke präsentiert: Fotografische Porträts seinerzeit berühmter Frauen und Männer, Mode- und Wachsfigurenaufnahmen, von Schenker gestaltete Zeitschriftencover, eine großformatige Zeichnung, ein Gemälde, Starpostkarten und Zigarettensammelbildchen.

Angeregt von den massenhaft verbreiteten Fotografien der Stummfilmstars zeigt sich in Schenkers Werk ein wachsendes Medienbewusstsein. Seine Bilder halten uns die Anfänge einer Lust am Image vor Augen. Schauspielerinnen, Tänzerinnen und Frauen der Gesellschaft umhüllte er mit Tüll und Pelzen, bevor er sie ablichtete oder er malte den Pelz erst hinterher ins Bild. Große Aufmerksamkeit erzielten seine Puppenaufnahmen 2013, als Cindy Sherman sie auf der Biennale in Venedig zeigte. MASTER OF BEAUTY – KARL SCHENKERS MONDÄNE BILDWELTEN. MUSEUM LUDWIG, KÖLN. Bis 8. Januar 2017. Link: www.museum-ludwig.de

Fotos / Bildnachweise: Karl Schenker, Portrait of a Lady, around 1920, Museum Ludwig. Photo: Rheinisches Bildarchiv; Karl Schenker, Portrait of a Lady, around 1920, Museum Ludwig. Photo: Rheinisches Bildarchiv; Karl Schenker, Lotte Neumann, um 1920 (Starpostkarte), Museum Ludwig; Karl Schenker, Dorothy Knapp, um 1927 (Reproduktion, Original verschollen)

I AM YOU


C/O Berlin präsentiert aktuell die beachtenswerte Ausstellung des afroamerikanischen Fotografen Gordon Parks: „I Am You . Selected Works 1942 – 1978”. Parks Kamera war als Instrument gegen Unterdrückung, Rassismus, Gewalt und Ungleichheit im Einsatz. Seine Fotografien wirkten in die Realität zurück. Gordon Parks hat die Kamera als seine Wahl der Waffe bezeichnet und Zeit seines Lebens das Medium Fotografie in aufklärerischer Absicht genutzt, um die Schattenseiten des American Way of Life zu zeigen. Als wichtiger Chronist des Kampfes für Gleichberechtigung der Afroamerikaner behandelte er Themen wie Armut, Ausgrenzung und Unrecht, die bis heute kaum an Brisanz verloren haben.

Gordon Parks porträtierte mit Malcolm X, Martin Luther King Jr. und Muhammad Ali die Protagonisten des amerikanischen Civil Rights Movement. Ebenso berühmte Künstler wie Duke Ellington, Ingrid Bergmann und Alberto Giacometti. In den 1940er und 1950er Jahren fertigt er Modestrecken für Conde Nast und LIFE an. Zeitgleich hielt er die Segregation im amerikanischen Süden sowie die Unruhen der Jugendlichen in Harlem fotografisch fest. In Kooperation mit der Gordon Parks Foundation präsentiert die Ausstellung ca. 150 Fotografien mit Vintageprints, Kontaktbögen, Magazinen und Filmen und setzt das fotografische und das filmisches Werk in Bezug. Gordon Parks . I Am You . Selected Works 1942 – 1978. Bis 4. Dezember 2016. Location: C/O Berlin Foundation, Amerika Haus, Hardenbergstraße 22–24 . 10623 Berlin. Link: www.co-berlin.org

Credits: Photographs by Gordon Parks, Courtesy of and copyright: The Gordon Parks Foundation: Drugstore Cowboys, Turner Valley, Canada, 1945; Untitled, Watts, California, 1967; American Gothic, Washington, D.C.; Jeweled Cap, Malibu, California, 1958

IMAGING UNLIMITED


BOLD ist nach Köln gereist, wo sich alle zwei Jahre die Foto- und Videobegeisterten der Welt treffen: Mit neuem Look and Feel präsentiert sich hier die photokina 2016, die bedeutendste Imaging – Messe. Hier sind wir eingetaucht in die faszinierenden Möglichkeiten der Bilder und haben eine photokina mit unzähligen Events und Aktionen erlebt. Rund 1.000 internationale Topunternehmen, smarte Spezialausrüster und kreative Start-ups aus 40 Ländern präsentieren Fotobegeisterten, Händlern und professionellen Anwendern innovative Entwicklungen. Die photokina 2016 bietet so viele multimediale Events und Mitmachmöglichkeiten wie nie zuvor, eben Imaging unlimited. Die neuesten Kameramodelle und Objektive lassen sich im Bereich ZOOM by photokina ausprobieren: Auf der Piazza bieten Hochseilakrobaten, Artisten und spontane Walking Acts tolle Motive zum Fotografieren und Filmen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln. Das passende Equipment ist ganz einfach beim neu eingerichteten RENTAL POINT auf dem Boulevard Nord auszuleihen. Ein unübersehbarer Trend: Das neue Sofortbild.

Der BOLD – Tipp: Die Fotografie-Ausstellung, die Leica als „Offizieller Fotografie-Partner der photokina 2016“ in Halle 1 präsentiert: Anschauen und die einzigartige Bildgewaltigkeit genießen! Die Ausstellung „Masters of Photography“ beinhaltet 15 Bildserien mit mehr als 400 Aufnahmen der renommierten Leica S-, SL- und M-Fotografen: Alex Webb, Ara Güler, Bruce Gilden, Ellen von Unwerth, York Hovest, Jacob de Boer, Per-Anders Pettersson, Patrick Zachmann, Jens Umbach, Roger Ballen, Helge Kirchberger, Christian Steinwender, Fred Mortagne, Kurt Hutton sowie die beiden Gewinner des Leica Oskar Barnack Preises 2015, JH Engström und Wiktoria Wojciechowska.

Im Bereich DIGILITY werden die neuesten Entwicklungen rund um das aktuelle Trendthema Digitale Realität vorgestellt. Wer es gerne etwas heftiger mag, sollte sich für die INDOOR OBSTACLE CHALLENGE powered by Peugeot in Halle 6 anmelden. Vom 23. bis 25. September gilt es für alle Action-Liebhaber den ersten Indoor-Hindernislauf Deutschlands zu bewältigen – ausgerüstet mit einer Hightech-Kamera, die das Erlebnis gestochen scharf festhält. Von Freitag bis Sonntag dreht sich in der COPTER WORLD powered by DJI alles um topaktuelle Drohnen und Multicopter: In einem 550 qm großen abgesperrten Areal in Halle 6 zeigen Profis im Rahmen von Flugshows, welches Potenzial die Vogelperspektive bietet. PHOTOKINA 2016 – IMAGING UNLIMITED. Location: Koelnmesse GmbH, Messeplatz 1, 50679 Köln. Vom 20. bis 25. September 2016. Link: www.photokina.de

Fotos / Bildnachweise: Leica Camera AG, Leica Sofort, Photokina 2016 – Impressionen, BOLD, H.G.Teiner

VISUALLEADER 2016


Im Haus der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg sind erneut die aktuellen Top-Fotografien aus Print-Medien und Internet zu besichtigen. Es werden die Arbeiten sämtlicher Preisträger der Lead Awards gezeigt; mit Fotoserien, Magazinstrecken, Zeitungsbeiträgen, Werbekampagnen und Websites. Eben das Beste, was in den letzten zwölf Monaten in Deutschland publiziert wurde. Insgesamt sind nicht weniger als 280 Arbeiten der deutschen Kreativ- und Medienszene in der Hansestadt zu sehen. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf eindrucksvollen, oft in schwarz-weiß gehaltenen Foto-Reportagen aus den vielen Krisengebieten der Welt, ob aus Syrien, dem Irak, der Türkei oder der Ost-Ukraine.

Bilder von Flüchtlingen auf der Balkan- oder Mittelmeerroute geben einen hochemotionalen Eindruck von dem menschlichen Leid, das Europa und die ganze Welt in Atem hält. Fotos aus den USA berichten vom Wiederaufkeimen des Rassenkonflikts, unter schwierigsten Umständen entstandene Aufnahmen in Afrika und im arabischen Raum. Einen Kontrapunkt dazu bilden Bilder, die sich fast mit privaten, intimen Momenten befassen: Fotos über das Sterben eines geliebten Menschen, über die Exzesse einer Jugendclique, über eine außergewöhnliche Dreiecksbeziehung in einem Altersheim. Bemerkenswert ist die Zunahme künstlerischer Arbeiten, so als könnte die Kunst uns vor dem zunehmenden Irrsinn der Welt retten. Die Welt wie sie ist, wie sie scheint, wie sie sein könnte − das zeigt die Ausstellung Visual Leader. VISUALLEADER 2016 – DAS BESTE AUS ZEITUNGEN, ZEITSCHRIFTEN UND INTERNET. BIS 30. OKTOBER 2016 IM HAUS DER PHOTOGRAPHIE, HAMBURG. Link: www.deichtorhallen.de

Fotos / Bildnachweise: Lukas Gansterer, »Nordic by Nature«, erschienen in »Sleek Nr. 47«, nominiert für einen LeadAward in der Kategorie »Mood- und Modefotografie des Jahres«; Nikos Pilos, erschienen in »Stern 53/15« zum Artikel »Exodus«, nominiert für einen LeadAward in der Kategorie »Reportagefotografie des Jahres«; Maurizio Cattelan und Pierpaolo Ferrari, aus der Serie »Cattelan & Ferrari«, erschienen in »Zeit Magazin 1/16 – 20/16«, nominiert für einen LeadAward in der Kategorie »Still-Life-Fotografie des Jahres«; Andy Spyra, erschienen im »Zeit Magazin 34/15« zum Artikel »Das Leben nach der Hölle« und in »Der Spiegel 17/16« zum Artikel »Bomben in bunten Gewändern«, nominiert für einen LeadAward in der Kategorie »Porträtfotografie des Jahres«

SARAH MOON


Ihre Fotos erschienen international in den Modezeitschriften Vogue, Marie Claire und Elle. Sie inszeniert die Mode in stimmungsvoll berührenden Bildern, sie fängt den besonderen Moment ein, der fast wie beiläufig wirkt. Die oft in mystisch-unscharfem Schwarzweiß und in betont blassen Farben gehaltenen Bilder der Foto-Künstlerin Sarah Moon locken den Betrachter in ein inspirierendes Reich der Träume, Mythen und Märchen. Paradiesische Landschaften, geheimnisvolle Städte. Ihre bezaubernden Modeaufnahmen, Stillleben und Porträts wirken oft unwirklich und zeitlos. Sie selbst stellt in ihren Foto-Strecken, und das verdeutlicht diese Hamburger Ausstellung, Porträts, Blumen-Stillleben, Ansichten von Stadt und Land nebeneinander. Sie hat mit ihrem unverwechselbaren Stil in jedem Fall die „Mood-Fotografie“ geprägt.

Sarah Moon ist jedoch weit mehr als eine Modefotografin: Sie drehte beispielsweise Kurz- und Dokumentarfilme, unter anderem über ihren engen Freund Henri Cartier-Bresson und über Lillian Bassman, sowie den Spielfilm „Mississipi One“. Mit einem besonderen Seitenblick auf das filmische Werk wird weltweit zum ersten Mal das Gesamtwerk der Fotografin Sarah Moon als retrospektive Schau im Haus der Photographie der Deichtorhallen präsentiert. Sarah Moons Arbeiten wurden in Museen und Galerien rund um die Welt gezeigt, darunter im ICP, New York, im Maison Européene de la Photographie, Paris, dem Kyoto Museum of Contemporary Art und dem Londoner Royal College of Art.

Die 1941 geborene Marielle Hadengue wuchs in England und Frankreich auf. Nachdem sie einige Jahre in Paris und London als Model gearbeitet hatte, begann sie 1968 zu fotografieren. In diesen Jahren gab sie sich den Künstlernamen Sarah Moon. Auf ihre ersten Kampagnenbilder für das Modelabel Cacharel folgten unzählige Werbefotografien unter anderem für Dior, Chanel, Comme des Garçons, Issey Miyake und Valentino sowie Modestrecken für Magazine. Sarah Moon fotografierte 1972 als erste Frau den Pirelli-Kalender. Die Werkschau im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg ist die bisher umfangreichste Ausstellung von Sarah Moon. Rund 350 Fotografien und fünf Filme lassen die Besucher in die märchenhafte Welt der Sarah Moon eintauchen.

SARAH MOON − NOW AND THEN. Vom 27. November 2015 bis 21. Februar 2016

DEICHTORHALLEN – HAUS DER PHOTOGRAPHIE, Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

www.deichtorhallen.de

Fotos: Yohji Yamamoto, 1996 © Sarah Moon; Sarah Moon: o.T., 2008 © Sarah Moon; Sarah Moon: Fashion 9, Sarah Moon: Kassia Pysiak, 1998 © Sarah Moon; Sarah Moon: L’avant dernière pivoine © Sarah Moon; Sarah Moon, September 2015. Foto: © Ilona Suschitzky