Tag Archives: KunstmuseumBasel

SCULPTURE ON THE MOVE


Diese aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum Basel konzentriert sich auf das künstlerische Medium der Skulptur vom Ende des 2. Weltkrieges bis heute. Es wird in neuen Räumlichkeiten die höchst dynamische Entwicklung aufgezeigt, wie die klassische Vorstellung und Form von Skulptur in Bewegung gerät, wie sie abstrakter wird, sich dem banalen Alltagsobjekt annähert, sich räumlich oder konzeptuell entgrenzt, sich auch in einer Rückbesinnung auf die figurative Tradition neu konstituiert. Mit ausgewählten Werken aus dem Kunstmuseum Basel und bedeutenden Leihgaben aus internationalen Museen und Privatsammlungen eröffnet sich ein dichtes, überaus reiches Spannungsfeld.

Die Ausstellung beginnt in den von Christ & Gantenbein Architekten geschaffenen Oberlichträumen im 2. Obergeschoss des Neubaus mit Spätwerken der Jahrhundertkünstler Constantin Brancusi und Alberto Giacometti. In einer weitmaschigen Chronologie und unter wechselnden Gesichtspunkten werden dort exemplarisch wichtige Werke der 1940er- bis 1970er-Jahre gezeigt, so von Alexander Calder, Hans Arp, Max Bill, Henry Moore, Louise Bourgeois, Pablo Picasso, Eduardo Chillida, David Smith, Jean Tinguely, Claes Oldenburg, Duane Hanson, John Chamberlain, Donald Judd, Carl Andre, Joseph Beuys, Mario Merz, Bruce Nauman, Eva Hesse, Richard Serra und Robert Smithson. Der Parcours findet seine Fortsetzung im Erdgeschoss des Neubaus mit skulpturalen Werken der 1980er-Jahre u. a. von Peter Fischli und David Weiss, Robert Gober, Charles Ray, Mike Kelley, Jeff Koons, Katharina Fritsch, Franz West und endet im Kunstmuseum Basel | Gegenwart mit signifikanten künstlerischen Positionen der 1990er-Jahre bis heute. Zu sehen sind Skulpturen u. a. von Gabriel Orozco, Matthew Barney, Absalon, Damien Hirst, Danh Vo, Monika Sosnowska und Oscar Tuazon. Sculpture on the Move 1946–2016. Die große Sonderausstellung zur Eröffnung des erweiterten Kunstmuseums Basel. Kunstmuseum Basel | Neubau, St. Alban-Graben 20, CH-4010 Basel. Bis zum 18. September 2016. Link: www.kunstmuseumbasel.ch

Fotos / Bildnachweise: Rabbit, Jeff Koons, 1986, Edelstahl, © Museum of Contemporary Art Chicago, Foto: Nathan Keay; Felix Gonzalez-Torres, „Untitled“ (USA Today), 1990, The Museum of Modern Art, New York, Geschenk der Dannheisser Foundation, Jeff Koons, Rabbit, 1986, Museum of Contemporary Art Chicago, Teilschenkung von Stefan T. Edlis und H. Gael Neeson, 2000.21; Charles Ray, Male Mannequin, 1990, The Broad Art Foundation, Robert Gober, Playpen, 1986, Daros Collection, Schweiz, Katharina Fritsch, Warengestell mit Gehirnen, 1989/1997, Emanuel Hoffmann-Stiftung, Depositum in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel 1997, Foto: Gina Folly, Kunstmuseum Basel, Foto: Gina Folly; Blue Red Rocker, Ellsworth Kelly, 1963, Bemaltes Aluminium, Collection Stedelijk Museum Amsterdam © Ellsworth Kelly; Absalon, Cellule no. 5, 1992, Kunstmuseum Liechtenstein, und Damien Hirst, The Acquired Inability to Escape, 1991, Tate, London, und Matthew Barney, Cremaster 2: The Cabinet of Gary Gilmore and Nicole Baker, 1999-2000, private collection, und Rirkrit Tiravanija, Ohne Titel, 1995, Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich, © Kunstmuseum Basel, Julian Salinas

FRANK STELLA


Ein absoluter Klassiker der Moderne, der Minimal art, des Abstract expressionism, des Hard-edge paintings: Die Werke des amerikanischen Künstlers Frank Stella überzeugen und faszinieren auch heute noch durch eine radikale Sichtweise. Stella ist einer der letzten lebenden Heroen der amerikanischen Malerei aus der Zeit der 1950er und 1960er Jahre. Stellas jüngere Arbeiten offenbaren auch heute seine immer wieder aufs Neue überzeugenden Positionen, Stella ist ein Meister der stilistischen Wandlungen.

„Ich übersetze keine Ideen, wenn ich ein Bild male, male ich wirklich ein Bild.“ Sagt Frank Stella selbst über die Entstehung seiner Werke.

1959 erobert der etwas über zwanzig Jahre alte Amerikaner Frank Stella (geb. 1936) die Kunstszene New Yorks über Nacht. Seine aufsehenerregenden Black Paintings aus diesem Jahr, beispielsweise das Basler Bild Morro Castle, sind radikal abstrakt. Stella verzichtet auf jegliche Illusion von Raum und Tiefe, sodass Figur und Grund nicht mehr zu unterscheiden sind. Er betont die Flächigkeit der Leinwand und ihren Objektcharakter. Auf die schwarzen Bilder von 1959 folgen die Shaped Canvases in den 1960er-Jahren, die eine entscheidende Weiterentwicklung von Stellas Bildauffassung verkörpern. Zwischen 1967 und 1971 schuf Frank Stella die Protractor Series, zu der unser Werk Damascus Gate. Variation I (1969/70) gehört. Ihren Titel erhielt die Serie vom kreisförmigen Winkelmesser (Protraktor), mit dem Stella die Formen der Gemälde entworfen hat. Mit dem Werk Arpoador I von 1975 ist der Schritt zum bemalten Relief aus Aluminium zu beobachten. Mit den immer opulenter werdenden Reliefs, mit der Wendung „vom Minimalismus zum Maximalismus“ wurde Frank Stella endgültig zu einem der prägenden Künstler des 20. Jahrhunderts.

Ein zweiter Teil der Ausstellung besteht aus den Zeichnungen, sie sind die «Working Drawings», Ideenskizzen und vorbereitende Studien. Sie geben Einblick in die Entwicklung der künstlerischen Ideen von Stella.

„Frank Stella – Malerei & Zeichnung“ ist zu sehen im Museum für Gegenwartskunst Basel. Die Ausstellung ist bis einschließlich 30. August 2015 geöffnet.

Link: www.kunstmuseumbasel.ch

Adresse: Kunstmuseum Basel und Museum für Gegenwartskunst, St. Alban-Graben 16, CH-4010 Basel

Fotos: Frank Stella – Malerei & Zeichnung, Foto Kunstmuseum Basel, Julian Salinas – Werk: Damascus Gate. Variation I, Frank Stella, 1969–1970, Acryl auf Leinwand, Kunstmuseum Basel, Ankauf, 1981; Morro Castle, Frank Stella, 1958, Emailfarbe auf Leinwand, Kunstmuseum Basel, Ankauf, Foto Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler, West Broadway, Frank Stella, 1958, Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Basel, Ankauf, 1982, Foto Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler