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REGINA RELANG


In ihren Fotografien kombinierte die Fotografin Regina Relang auf eigenwillige und ungewöhnliche Art Fashion mit Alltagssituationen. Die Ruinen des zerstörten Münchens dienten ihr dabei ebenso als Kulisse wie das urbane Umfeld internationaler Modemetropolen. Mit ihrem eigenen fotografischen Stil überwand Relang die Grenzen zwischen Mode- und Reportagefotografie. Sie bettete die neuesten Kollektionen in einen alltäglichen Kontext ein oder inszenierte ihre Models im Style von Hollywood-Stars. In den 1960er Jahren änderte sich so ihr fotografischer Blick und sie fotografierte zunehmend im Studio.

Regina Relang (1906 – 1989), begann ihre fotografische Karriere im Paris der 1930er Jahre. Ihre ersten Erfolge feierte sie mit Reportageaufnahmen, die während ihrer Reisen durch Südeuropa entstehen. In der Nachkriegszeit avancierte Relang zur führenden Modefotografin Deutschlands. Zu ihren Auftraggebern zählten namhafte Fashiondesigner  wie Christian Dior, Pierre Cardin oder Yves Saint Laurent, ihre Fotografien wurden in den damaligen Top-Magazinen wie Constanze, Madame, Vogue oder Film und Frau veröffentlicht. Relangs Lebenswerk spiegelt gleichzeitig auch einen gewichtigen Teil der Geschichte der deutschen Fashionfotografie. Inszenierte Eleganz – Mode- und Reportagefotografie von 1930 bis 1980. Bis 18. September 2016. LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen Link: www.ludwiggalerie.de

Fotos / Bildnachweise: Regina Relang, Gisela Ebel mit Schmetterlingsbrille, 1950 © Münchner Stadtmuseum Sammlung Fotografie Archiv Relang; Regina Relang, Karl Lagerfeld bei Jean Patou, 1959 © Regina Relang; Regina Relang, Modell mit Hut vor Seine Brueckenbogen, 1951 © Münchner Stadtmuseum Sammlung Fotografie Archiv Relang; Regina Relang, Modell in Simonetta, Rom-Florenz 1955 © Münchner Stadtmuseum Sammlung Fotografie Archiv Relang; Regina Relang, Sylvia Dakis an einer Baustelle, 1959 © Münchner Stadtmuseum Sammlung Fotografie Archiv Relang

PHOTOGRAPHER OF STYLE


Er war der König der Fashion Photography und ein Magier des Lichts. Das NRW-Forum Düsseldorf zeigt eine umfassende Retrospektive von Horst P. Horst, der einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts war und eine Ikone der Modefotografie ist. Der spezifische Style Horst P. Horsts hat auch heute von seiner faszinierenden Eindringlichkeit nichts verloren. Das NRW-Forum Düsseldorf präsentiert die vom Londoner Victoria and Albert Museum kuratierte Retrospektive „Horst: Photographer of Style“ mit 250 fotografischen Werken aus 60 Jahren Schaffenszeit, darunter seine berühmten Arbeiten als Vogue-Fotograf, sowie weniger bekannte Projekte und selten gezeigte Zeichnungen, Briefe, Filme und Couture-Kleider.

Seine eleganten Schwarzweiß-Studien machten ihn zum Meister von Licht und Schatten. Er ließ sich von verschiedenen Strömungen wie klassischer Architektur, modernem Bauhausdesign und surrealistischer Kunst inspirieren. Wie kein anderer verband Horst P. Horst dabei die Welten von Fotografie, Kunst, Mode, Design, Theater und High Society. Die Ausstellung beleuchtet seine Zusammenarbeit und seine Freundschaften mit großen Modeschöpfern wie Coco Chanel und Elsa Schiaparelli; mit Filmstars wie Marlene Dietrich und Rita Hayworth sowie Künstlern und Designern wie Salvador Dalí und Jean-Michel Frank. Dabei präsentiert sie nicht nur einige seiner berühmtesten Bilder, sondern enthüllt anhand von originalen Kontaktbögen, Zeichnungen und Kameras auch die kreativen Vorgänge dahinter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die Modefotografie: Farbe hatte Einzug in die Magazine genommen und Horst P. Horst schuf 90 weitere Titelblätter für die Vogue sowie zahlreiche Magazinseiten in leuchtenden Farben. Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl von 25 großformatigen Fotografien, neue Drucke von den originalen Diapositiven aus dem Condé Nast Archiv. Die Fotografien zeigen seine beliebtesten Modelle aus den vierziger und fünfziger Jahren, wie Carmen Dell’Orefice, Muriel Maxwell und Dorian Leigh, und präsentieren Horst P. Horst als außergewöhnlichen Farbenkünstler.

Horst P. Horst wurde 1906 als Horst Paul Albert Bohrmann in Weissenfels geboren. Er studierte an der Kunstgewerbeschule in Hamburg, bevor er 1930 nach Paris ging, um als Lehrling bei dem Architekten Le Corbusier zu arbeiten. Dort lernte er George Hoyningen-Huene, den Cheffotografen der französischen Vogue kennen, und arbeitete ab 1932 selbst als Fotograf für die Vogue. 1939 zog er nach New York und wurde 1943 amerikanischer Staatsbürger. Im selben Jahr verpflichtete er sich bei der US Army und änderte schließlich seinen Nachnamen von Bohrmann in Horst. Nach dem Krieg baute er ein Haus in Long Island, New York, und blieb bis zu seinem Lebensende in Amerika. Er starb 1999 im Alter von 93 Jahren in Florida. HORST: PHOTOGRAPHER OF STYLE (12.02. bis 22.05.2016, NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf) Link: www.nrw-forum.de

Fotos: Muriel Maxwell, American Vogue cover, 1 July 1939 © Condé Nast / Horst Estate; Corset by Detolle for Mainbocher, 1939 © Condé Nast / Horst Estate; Marlene Dietrich, New York, 1942 © Condé Nast / Horst Estate; Dress by Hattie Carnegie, 1939 © Condé Nast / Horst Estate

SARAH MOON


Ihre Fotos erschienen international in den Modezeitschriften Vogue, Marie Claire und Elle. Sie inszeniert die Mode in stimmungsvoll berührenden Bildern, sie fängt den besonderen Moment ein, der fast wie beiläufig wirkt. Die oft in mystisch-unscharfem Schwarzweiß und in betont blassen Farben gehaltenen Bilder der Foto-Künstlerin Sarah Moon locken den Betrachter in ein inspirierendes Reich der Träume, Mythen und Märchen. Paradiesische Landschaften, geheimnisvolle Städte. Ihre bezaubernden Modeaufnahmen, Stillleben und Porträts wirken oft unwirklich und zeitlos. Sie selbst stellt in ihren Foto-Strecken, und das verdeutlicht diese Hamburger Ausstellung, Porträts, Blumen-Stillleben, Ansichten von Stadt und Land nebeneinander. Sie hat mit ihrem unverwechselbaren Stil in jedem Fall die „Mood-Fotografie“ geprägt.

Sarah Moon ist jedoch weit mehr als eine Modefotografin: Sie drehte beispielsweise Kurz- und Dokumentarfilme, unter anderem über ihren engen Freund Henri Cartier-Bresson und über Lillian Bassman, sowie den Spielfilm „Mississipi One“. Mit einem besonderen Seitenblick auf das filmische Werk wird weltweit zum ersten Mal das Gesamtwerk der Fotografin Sarah Moon als retrospektive Schau im Haus der Photographie der Deichtorhallen präsentiert. Sarah Moons Arbeiten wurden in Museen und Galerien rund um die Welt gezeigt, darunter im ICP, New York, im Maison Européene de la Photographie, Paris, dem Kyoto Museum of Contemporary Art und dem Londoner Royal College of Art.

Die 1941 geborene Marielle Hadengue wuchs in England und Frankreich auf. Nachdem sie einige Jahre in Paris und London als Model gearbeitet hatte, begann sie 1968 zu fotografieren. In diesen Jahren gab sie sich den Künstlernamen Sarah Moon. Auf ihre ersten Kampagnenbilder für das Modelabel Cacharel folgten unzählige Werbefotografien unter anderem für Dior, Chanel, Comme des Garçons, Issey Miyake und Valentino sowie Modestrecken für Magazine. Sarah Moon fotografierte 1972 als erste Frau den Pirelli-Kalender. Die Werkschau im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg ist die bisher umfangreichste Ausstellung von Sarah Moon. Rund 350 Fotografien und fünf Filme lassen die Besucher in die märchenhafte Welt der Sarah Moon eintauchen.

SARAH MOON − NOW AND THEN. Vom 27. November 2015 bis 21. Februar 2016

DEICHTORHALLEN – HAUS DER PHOTOGRAPHIE, Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

www.deichtorhallen.de

Fotos: Yohji Yamamoto, 1996 © Sarah Moon; Sarah Moon: o.T., 2008 © Sarah Moon; Sarah Moon: Fashion 9, Sarah Moon: Kassia Pysiak, 1998 © Sarah Moon; Sarah Moon: L’avant dernière pivoine © Sarah Moon; Sarah Moon, September 2015. Foto: © Ilona Suschitzky