Tag Archives: ModernArt

ABSTRACT PAINTING NOW!


Die Kunsthalle Krems öffnete nach einjähriger Sanierungspause wieder ihre Türen. Die aufsehenerregende Ausstellung Abstract Painting Now! fokussiert mit etwa sechzig künstlerischen Positionen auf die aktuelle internationale Situation des ungegenständlichen Tafelbildes. Historische Basis der Schau ist die Entwicklung im Anschluss an den Abstrakten Expressionismus, die vor allem von Gerhard Richter und Sigmar Polke getragen wurde. Richter wandte sich nach einer Periode der Agonie, in der seine grauen Vermalungen entstanden, dem Schönen, augenscheinlich Expressiven zu. Polke setzte Abstraktion als ironische Paraphrase ein und kommentierte damit die Wahrhaftigkeit des Pinselstrichs als Markierung des künstlerischen Ichs. Der erweiterte Abstraktionsbegriff schließt auch Natur und Landschaft in Form neoromantisch-expressiver Farbfelder, wie jenen von Per Kirkeby, ein. Ausstellung: Abstract Painting Now! Gerhard Richter, Katharina Grosse, Sean Scully… Location: Kunsthalle Krems, Franz­Zeller­Platz 3, A-3500 Krems. Bis 5. November 2017. Link: www.kunsthalle.at

Image Credits / Copyrights: (Bild 1) Bernard Frize, Balaire, 2015, Acryl und Harz auf Leinwand, 200 x 320 cm, Courtesy Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien, © Bildrecht, Wien, 2017, Foto: © Markus Wörgötter; (Bild 2) Copyright: Charline von Heyl, Cluster,  2015, Acryl auf Leinwand, 152,5 x 127 cm, Sammlung Stolitzka, Graz, Foto: Butcher Walsh; (Bild 3) © Gerhard Richter 2017 (0131), Frau in Hollywoodschaukel 196-3, 1968, Öl auf Leinwand, 95 x 115 cm, ACT Art Collection Siggi Loch, Courtesy Richter Images, © Gerhard Richter 2017 (0131)

DANCING WITH MYSELF


In der außergewöhnlichen Ausstellung „Dancing with Myself“, welche zur Zeit in Essen zu sehen ist, stehen die Künstler und Künstlerinnen selbst im Mittelpunkt. Was die Arbeiten verbindet, ist die vielfältige Präsenz des Künstlers und der Künstlerin im eigenen Werk. Sie sind die Akteure und das Ausgangsmaterial für ihre Arbeiten: Ihre Körper, ihre Biografien, ihre sozialen oder sexuellen Identitäten, ihr Humor, ihre Melancholien. Jenseits des klassischen Selbstporträts spielt die Ausstellung auf der Tastatur der künstlerischen Temperamente und Haltungen. Zum ersten Mal ist damit die herausragende Sammlung von François Pinault in diesem Umfang in Deutschland zu sehen.

Dancing with Myself ist ein spielerischer, poetischer, politischer, und wilder Tanz durch die Gegenwartskunst seit Ende der 1960er Jahre bis in unsere Zeit. Die Ausstellung ist zugleich auch ein großartiges mediales Cross-Over. Die großen Formate der Malerei treffen auf raumgreifende Videoinstallationen, Fotografie gewordene Körper treffen auf skulpturale Fragmente. Der Fotoapparat, die Video- oder Filmkamera, die Leinwand, der Raum, die konzeptuelle Geste – ein Spiel mit den unterschiedlichsten Ausdrucksmitteln umfängt die Besucher. Dancing with Myself – Selbstporträt und Selbsterfindung. Werke aus der Sammlung Pinault. Bis zum 15. Januar 2017. Location: Museum Folkwang, Museumsplatz 1, 45128 Essen. Link: www.museum-folkwang.de

Credits & Copyright: LaToya Ruby Frazier, Self Portrait (Lupus Attack), 2005, Aus der Serie Notion of Family, Silbergelatinedruck auf Pappkarton, 61 x 50,8 cm, Pinault Collection, © LaToya Ruby Frazier und Michel Rein, Paris/Brussels, Foto: all rights reserved; Cindy Sherman, Untitled #564, 2016, Thermosublimationsdruck auf Metall, 175.9 x 118.7 cm, Pinault Collection, © Cindy Sherman, Courtesy of the artist und Metro Pictures, New York; Nan Goldin, Nan one month after being battered,1984, Cibachrome, 51 x 61 cm, Museum Folkwang, © Nan Goldin, Courtesy of Matthew Marks Gallery, Foto: Museum Folkwang

CONTEMPORARY ART RUHR


Ein fester Termin für Kunstenthusiasten und ein Tipp der BOLD – Redaktion: Die contemporary art ruhr, kurz die C.A.R., ist die innovative Kunstmesse im Herbst und findet mitten im Ruhrgebiet statt. Eine Kunstmesse mit leidenschaftlicher Seele und handfesten Angeboten auf dem spannenden Welterbeterrain der Zeche Zollverein. Mit ihrem Ausstellungskonzept des Open space, mit den sich den Besuchern und der Industriearchitektur weit öffnenden Ständen, steht die C.A.R. für offenen Austausch zwischen Besuchern, Künstlern und Ausstellern. Im zehnten Jahr der C.A.R. sind hier spannende Kunstwerke aus den Bereichen Malerei, Skulptur, Zeichnung und Grafik, Installationen, Video und Performance zu entdecken.

Der Länderschwerpunkt mit zeitgenössischer Kunst aus Asien wird auch in diesem Jahr durch Galerien aus Südkorea vertreten Erstmalig sind Werke von vietnamesischen Künstlern auf der C.A.R. zu sehen, vertreten durch KayserTradeGalleries. Die Galerie Directors Lounge, Film-und Medienkunst-Plattform aus Berlin, stellt unter anderem die neuesten Arbeiten von Julia Murakami sowie ein exquisites Video-Programm in der C.A.R. Video-Lounge vor. Thomas Baumgärtel feiert am Stand der Galerie ART-ECK Solingen,  „30 Jahre Spraybanane“. Die C.A.R. – DIE INNOVATIVE KUNSTMESSE vom 28. bis zum 30. Oktober 2016. Am Freitag, 28. Oktober, findet die V.I.P.-Preview ab 18:00 Uhr statt, Offizielle Eröffnung & Vernissage ab 20:00 Uhr. BOLD-Special-Tipp: Der neue C.A.R. Super Saturday am 29.10. von 13 bis 17 Uhr mit limitierten Editionen, Unikaten und besonderen Kunstaktionen. Location: Hallen 5, 6, 8, 12 und SANAA-Gebäude auf dem Welterbe Zollverein, Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen. Mehr dazu im Heft BOLD THE MAGAZINE No.26. Link: www.contemporaryartruhr.de

Copyright und Bildnachweise: Galerie IMMAGIS – Fine Art Photography, München: Vincent Peters, Charlize Theron, New York 2008, Museum Archival Print, Format 88 x 100 cm, Lim. Ed. 7; Galerie Directors Lounge, Berlin: Julia Murakami, “Forgotten Memories of the Joyous Circus #2”, 2016, Pigment print on Hahnemühle Photo Rag, 33 x 50 cm, edition of 10 (+ 2 AP); SANAA – Gebäude, C.A.R. Opening, BOLD, H.G. Teiner, Galerie Ricarda Fox, Mülheim/ Ruhr: Horst Kistner, „bad manners“, 2016, Giclée – Pigmentdruck auf Hahnemühle Matt FineArt Ultra Smooth. Druck mit lichtechten Pigmenten auf Papier höchster Qualität. Auflage 10 + 2, print ca. 35 x 52 cm/ Passepartout 60/80 cm

BERLINER LISTE 2016


Schon der Veranstaltungsort ist spektakulär: Das Kraftwerk Berlin. Hier wird auf drei Ebenen und auf über 8.000 Quadratmetern aufregende und aufstrebende zeitgenössischer Kunst präsentiert. Mit 112 Galerien, Projekträumen und Künstlern aus 25 Ländern und fünf Kontinenten, die auf drei Ebenen im Kraftwerk Berlin ausstellen, ist die BERLINER LISTE 2016 die größte internationale Kunstmesse in der Stadt. Sie findet gerade zur Berlin Art Week statt. Fast die Hälfte der Aussteller ist international, darunter die Kalashnikovv Gallery aus Südafrika, der Künstler Martin George aus Australien und die Galerie Art & Space 312 aus der Republik Korea. Ein besonderes Highlight stellen die mehrere Tonnen schweren Skulpturen des taiwanischen Künstlers Kang Mu-Xiang dar, der ausgediente Aufzugsseile aus Stahl zu modernen Skulpturen upcycelt.

113 Positionen von zeitgenössischen Künstlern aus Japan umfasst die von dem japanischen Künstler Rin Terada kuratierte Ausstellung „Japanese Young Artist Group“ (JYAG) – eine Ausstellung, wie sie in Deutschland bisher noch nie zu sehen war. JYAG zeigt einen repräsentativen Querschnitt zeitgenössischer japanischer Kunst, darunter traditionell japanische Maltechniken z.B. mit Washi (handgeschöpftem japanischen Papier), Werke mit Mineralfarben und Gold-Silber-Folie, Neo-Pop-Werke im Stil von Mangas, minimalistische Kunst, Digital Art, Fotokunst sowie figürliche und abstrakte Objektkunst. Nach dem erfolgreichen Start auf der KÖLNER LISTE 2016 wird in Berlin die Urban Art Section gelauncht, in ihr findet sich das Lebendige, Authentische und Nicht-Elitäre von Graffitis und Street Art. Zum vierten Mal findet die Photography Section statt, die sich als internationale Plattform für Fotografinnen und Fotografen mit dem Blick für das Besondere versteht. BERLINER LISTE 2016 – FAIR FOR CONTEMPORARY ART. Location: Kraftwerk Berlin, Köpenicker Straße 70, 10179 Berlin-Mitte. 15. bis 18. September 2016. Link: www.berliner-liste.org

Fotos / Bildnachweise: ANDREY KEZZIN, SALOMÉ, COURTESY THE ARTIST; TOMMASO BET, COURTESY STUDIO GR; ANOOK CLÉONNE, COURTESY PINE WOOD FINE ART; JAN KÜNZLER, COURTESY THE ARTIST; LOCATION KRAFTWERK BERLIN, © UWE STEINERT, BERLIN / FR BERLINER LISTE

SCULPTURE ON THE MOVE


Diese aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum Basel konzentriert sich auf das künstlerische Medium der Skulptur vom Ende des 2. Weltkrieges bis heute. Es wird in neuen Räumlichkeiten die höchst dynamische Entwicklung aufgezeigt, wie die klassische Vorstellung und Form von Skulptur in Bewegung gerät, wie sie abstrakter wird, sich dem banalen Alltagsobjekt annähert, sich räumlich oder konzeptuell entgrenzt, sich auch in einer Rückbesinnung auf die figurative Tradition neu konstituiert. Mit ausgewählten Werken aus dem Kunstmuseum Basel und bedeutenden Leihgaben aus internationalen Museen und Privatsammlungen eröffnet sich ein dichtes, überaus reiches Spannungsfeld.

Die Ausstellung beginnt in den von Christ & Gantenbein Architekten geschaffenen Oberlichträumen im 2. Obergeschoss des Neubaus mit Spätwerken der Jahrhundertkünstler Constantin Brancusi und Alberto Giacometti. In einer weitmaschigen Chronologie und unter wechselnden Gesichtspunkten werden dort exemplarisch wichtige Werke der 1940er- bis 1970er-Jahre gezeigt, so von Alexander Calder, Hans Arp, Max Bill, Henry Moore, Louise Bourgeois, Pablo Picasso, Eduardo Chillida, David Smith, Jean Tinguely, Claes Oldenburg, Duane Hanson, John Chamberlain, Donald Judd, Carl Andre, Joseph Beuys, Mario Merz, Bruce Nauman, Eva Hesse, Richard Serra und Robert Smithson. Der Parcours findet seine Fortsetzung im Erdgeschoss des Neubaus mit skulpturalen Werken der 1980er-Jahre u. a. von Peter Fischli und David Weiss, Robert Gober, Charles Ray, Mike Kelley, Jeff Koons, Katharina Fritsch, Franz West und endet im Kunstmuseum Basel | Gegenwart mit signifikanten künstlerischen Positionen der 1990er-Jahre bis heute. Zu sehen sind Skulpturen u. a. von Gabriel Orozco, Matthew Barney, Absalon, Damien Hirst, Danh Vo, Monika Sosnowska und Oscar Tuazon. Sculpture on the Move 1946–2016. Die große Sonderausstellung zur Eröffnung des erweiterten Kunstmuseums Basel. Kunstmuseum Basel | Neubau, St. Alban-Graben 20, CH-4010 Basel. Bis zum 18. September 2016. Link: www.kunstmuseumbasel.ch

Fotos / Bildnachweise: Rabbit, Jeff Koons, 1986, Edelstahl, © Museum of Contemporary Art Chicago, Foto: Nathan Keay; Felix Gonzalez-Torres, „Untitled“ (USA Today), 1990, The Museum of Modern Art, New York, Geschenk der Dannheisser Foundation, Jeff Koons, Rabbit, 1986, Museum of Contemporary Art Chicago, Teilschenkung von Stefan T. Edlis und H. Gael Neeson, 2000.21; Charles Ray, Male Mannequin, 1990, The Broad Art Foundation, Robert Gober, Playpen, 1986, Daros Collection, Schweiz, Katharina Fritsch, Warengestell mit Gehirnen, 1989/1997, Emanuel Hoffmann-Stiftung, Depositum in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel 1997, Foto: Gina Folly, Kunstmuseum Basel, Foto: Gina Folly; Blue Red Rocker, Ellsworth Kelly, 1963, Bemaltes Aluminium, Collection Stedelijk Museum Amsterdam © Ellsworth Kelly; Absalon, Cellule no. 5, 1992, Kunstmuseum Liechtenstein, und Damien Hirst, The Acquired Inability to Escape, 1991, Tate, London, und Matthew Barney, Cremaster 2: The Cabinet of Gary Gilmore and Nicole Baker, 1999-2000, private collection, und Rirkrit Tiravanija, Ohne Titel, 1995, Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich, © Kunstmuseum Basel, Julian Salinas

KUBA LIBRE


Die Ausstellung Kuba Libre wurde eigens für die Kunsthalle Rostock konzipiert und zeigt über 30 Positionen und Werke kubanischer Künstler aus den vergangenen 20 Jahren. So entsteht ein Überblick über die kubanische Kunst, die in engem Zusammenhang mit der politischen Entwicklung steht. Aktuell stellt sich die Frage bezüglich Kubas Zukunft nach dem Ende des 54-jährigen Boykotts durch die USA. Diese Ausstellung verknüpft künstlerische Positionen, die sich zwischen lokaler Tradition, kritischen Positionen, offizieller und inoffizieller Kunst bewegen. Sie präsentiert die aktuelle Realität Kubas am Beispiel von Dissidenten und offiziellen Vertretern der lokalen Kultur. Gezeigt werden Werke aus Malerei, Installation, Fotografie, Video und Performance von über 20 auf Kuba lebenden zeitgenössischen Künstlern wie Lidzie Alvisa, Glauber Ballestero, Abel Barroso, Roberto Diago, Humberto Diaz, Roberto Fabelo, Aimée Garcia, Glenda León, Kelvin Lopez, Susana P. D. Matienzo, Reinier Nande, Jorge Otero, René Peña, Carlos Quintana, Sandra Ramos, Esterio Segura, Liudmila & Nelson und Rachel Valdés.

Die zeitgenössischen Positionen werden mit Werken aus der Sammlung von Fototeca de Cuba und Taller de Grabado erweitert. Fototeca, das kubanische Zentrum für Fotografie, stellt eine Auswahl von Werken ihrer Sammlung vor, welche dokumentarische Einblicke in  die Entwicklung des Lebens auf Kuba ermöglichen. Kuba Libre  – zeitgenössische Positionen ist bis zum 19. Juni 2016 zu sehen. Kunsthalle Rostock, Hamburger Straße 40, 18069 Rostock. LINK: www.kunsthallerostock.de

Fotos: Raúl Cañibano, Serie Malecón, 2001-2002; Nelson & Liudmilia, Hotel Habana Series, 2008-2015; Jorg Otero Escobar, Sin Titulo, 2015

KATHARINA FRITSCH


Katharina Fritsch ist eine international anerkannte Künstlerin, bekannt durch ihre einfarbigen, meist überlebensgroßen, stilisierten Figuren. Für ihren berühmten Rattenkönig hatte sie einmal zwei Dutzend meterhohe schwarze Ratten in einen Kreis gestellt und die Rattenschwänze zusammengebunden. Kindheitserinnerungen verwebt sie in ihren Arbeiten mit Ängsten und archetypischen Klischees. In einer zwischen 2005 und 2007 entstandenen Serie thematisiert Katharina Fritsch ihren Geburtsort Essen. Im Museum Folkwang sind aktuell die Postkartenmotive zu sehen, die Fritsch stark vergrößert und im Siebdruckverfahren farblich verfremdet hat. Sie stammen von ihrem Großvater, der ihr auf diesem Wege Grüße aus der Heimat ins benachbarte Düsseldorf schickte, wo Fritsch heute als Professorin an der Kunstakademie unterrichtet. Die historischen Postkarten aus den 1970er und 80er Jahren zeigen unter anderem den Baldeneysee mit Segelschiff und Aufnahmen des Grugaparks mit seinen typischen Wasserfontänen.

Katharina Fritsch verbindet das Persönliche mit dem Kollektiven. Die Werke berichten in ihrer Leichtigkeit vom deutschen Wirtschaftswunder, geheimnisvoll changieren sie zwischen Melancholie, Unbeschwertheit, Eskapismus und Scheinhaftigkeit. Ihre reproduzierten Abbilder von Abbildern knüpfen an den Umgang mit Bildern in der Pop-Art an, gehen mit ihrer poetischen Kraft inhaltlich in eine andere Richtung, erscheinen sie doch wie einander überlagernde Erinnerungsbilder. Katharina Fritsch. 13. Mai bis 30. Oktober 2016. Museum Folkwang, Museumsplatz 1, 45128 Essen. LINK: www.museum-folkwang.de

Fotos: Katharina Fritsch, 5. Postkarte (Essen), 2005, Siebdruck, Kunststoff, 200 x 282,5 cm; 1. Gartenskulptur (Torso), 2005, 1. Postkarte (Essen), 2006, Polyester, Farbe, Siebdruck, Kunststoff, 200 x 40 x 40 cm / 280 x 400 cm; 3. Gartenskulptur (Skelettfüße), 2006, 1. Foto (Rosengarten), 1977–2007, Polyester, Farbe, Siebdruck, Kunststoff , 140 x 40 x40 cm / 280 x 400 cm;  Alle Fotos: Ivo Faber, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

WINDOW TO THE WORLD


Das Motiv des Fensters zieht sich durch das gesamte Werk des international berühmten spanischen Künstlers Pablo Picasso. Für ihn war es weit mehr als ein alltäglicher Gegenstand. Das Fenster thematisiert das Sehen, für Picasso ist es das Symbol der Malerei. Erstmals wird mit dieser außergewöhnlichen Ausstellung „Picasso. Fenster zur Welt“ auf dieses zentrale Motiv fokussiert. Anhand von rund 40 Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Künstlers macht die von Ortrud Westheider kuratierte Ausstellung deutlich, wie Picasso (1881–1973) in Phasen der Neuorientierung immer wieder das Fenstermotiv thematisierte. Diese Ausstellung bringt großartige Leihgaben aus vielen internationalen Sammlungen zusammen, aus dem Museu Picasso de Barcelona, dem Museo Picasso, Málaga, dem Musée national Picasso, Paris sowie der Tate, London, dem Centre Pompidou, Paris, dem MoMA, New York und dem Israel Museum, Jerusalem.

Mit dem Fensterthema behandelte Picasso künstlerische Grundfragen, die sich ihm beim Übergang in eine neue Werkphase stellten, etwa beim Neubeginn nach dem Kubismus, ebenso wie im Zusammenspiel mit seinen Skulpturen oder in der anhaltenden Auseinandersetzung mit Henri Matisse. Sie wurden durch einen Ortswechsel oder einen neuen Lebensabschnitt provoziert. Sie konnten auch von einem neuen Atelier angeregt werden, aus dem der Künstler eine neue Schaffensphase hervorbrachte. „Picasso. Fenster zur Welt“. Bis 16. Mai 2016. Bucerius Kunst Forum gGmbH, Rathausmarkt 2, 20095 Hamburg. www.buceriuskunstforum.de

Fotos: Robert Doisneau (1912-1994): Die Lebenslinie, 1952, Atelier Robert Doisneau, Montrouge, © Robert Doisneau / Rapho; Pablo Picasso (1881-1973): Liegende mit Buch, 1939, Musée national Picasso, Paris, © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2016; Pablo Picasso (1881-1973): Frau am Fenster sitzend. Marie-Thérèse, 1932, Privatsammlung © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2016; Pablo Picasso (1881-1973): Der Schatten, 1953, The Israel Museum, Jerusalem, © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2016