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PAINTING AS IMMERSION


Mit der Ausstellung von James Rosenquist (1933–2017) stellt das Museum Ludwig die Werke dieses legendären Künstlers der amerikanischen Pop Art im Kontext ihrer gesellschaftlichen Dimensionen vor. In der Rauminstallation „F-111“ von 1964-65, verband Rosenquist auf dem Höhepunkt des „Kalten Krieges“ das neueste US – Kampfflugzeug des Typs F-111 mit Bildern des amerikanischen Alltagskonsums. Verstörung und Provokation hinter einer glänzenden Oberfläche. Die Betrachter*innen befinden sich inmitten der Kunst – in den enthaltenen Aluminiumpanelen gespiegelt, werden sie selbst Teil des Werkes. Die Ausstellung demonstriert den Aspekt des „Eintauchens ins Bild“, wie der Künstler es selbst nennt, und bietet einen Überblick des gesamten Schaffens. Rosenquist hatte noch selbst Anteil an der Werkauswahl, die Show ist nun eine Hommage an den am 31. März 2017  verstorbenen Künstler. Neben Werken der Museumssammlung und Leihgaben des Künstlers werden Werke aus dem MoMA, dem Guggenheim Museum New York, dem Centre Georges Pompidou Paris und dem Moderna Museet Stockholm gezeigt. Ausstellung: James Rosenquist – Eintauchen ins Bild. Laufzeit bis 4. März 2018. Location: Museum Ludwig, Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln. Link: www.museum-ludwig.de

Image Credits: (Bild 1) James Rosenquist, President Elect, 1960–61/1964, Centre Georges Pompidou, Musée national d’art modern / Centre de création industrielle, Paris Art: © Estate of James Rosenquist/VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Courtesy of the Estate of James Rosenquist; (Bild 2) James Rosenquist, Installationsansicht von F-111 in der Leo Castelli Gallery, 1965, F-111, 1964/65, Öl auf Leinwand und Aluminium, The Museum of Modern Art, New York, 1996 Art: © Estate of James Rosenquist/VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: Courtesy of the Estate of James Rosenquist, (Bild 3) James Rosenquist vor einer Wand mit Quellenmaterial in seinem Atelier in der Broome Street, New York, 1966 Art: © Estate of James Rosenquist/VG Bild-Kunst, Bonn 2017, Foto: © Estate of Bob Adelman/VG Bild-Kunst, Bonn 2017

VINTAGE BEAUTY


Er war der Master of Beauty einer längst vergangenen Epoche: Der Berliner Photokünstler Karl Schenker (1886–1954). Wer um 1920 herum Rang und Namen hatte, ließ sich von ihm in seinem Atelier am Kurfürstendamm porträtieren. Bei keinem war man so schön, keiner konnte so meisterhaft retuschieren wie er. Wenn es damals schon Photoshop gegeben hätte, Schenker wäre wohl ein begeistert virtuoser Anwender gewesen. In der Ausstellung werden etwa 250 Werke präsentiert: Fotografische Porträts seinerzeit berühmter Frauen und Männer, Mode- und Wachsfigurenaufnahmen, von Schenker gestaltete Zeitschriftencover, eine großformatige Zeichnung, ein Gemälde, Starpostkarten und Zigarettensammelbildchen.

Angeregt von den massenhaft verbreiteten Fotografien der Stummfilmstars zeigt sich in Schenkers Werk ein wachsendes Medienbewusstsein. Seine Bilder halten uns die Anfänge einer Lust am Image vor Augen. Schauspielerinnen, Tänzerinnen und Frauen der Gesellschaft umhüllte er mit Tüll und Pelzen, bevor er sie ablichtete oder er malte den Pelz erst hinterher ins Bild. Große Aufmerksamkeit erzielten seine Puppenaufnahmen 2013, als Cindy Sherman sie auf der Biennale in Venedig zeigte. MASTER OF BEAUTY – KARL SCHENKERS MONDÄNE BILDWELTEN. MUSEUM LUDWIG, KÖLN. Bis 8. Januar 2017. Link: www.museum-ludwig.de

Fotos / Bildnachweise: Karl Schenker, Portrait of a Lady, around 1920, Museum Ludwig. Photo: Rheinisches Bildarchiv; Karl Schenker, Portrait of a Lady, around 1920, Museum Ludwig. Photo: Rheinisches Bildarchiv; Karl Schenker, Lotte Neumann, um 1920 (Starpostkarte), Museum Ludwig; Karl Schenker, Dorothy Knapp, um 1927 (Reproduktion, Original verschollen)

JOAN MITCHELL


Die legendäre Künstlerin Joan Mitchell entwickelte ihre ganz eigene Form der malerischen Freiheit, sie war Bestandteil der Bewegung des Abstrakten Expressionismus: Gefühl und Spontanität rücken spürbar ins Blickfeld des Betrachtenden. Eine poetisch anmutende Bildsprache zwischen Kalkül und Emotion, die den Betrachter zugleich sinnlich verführt und intellektuell stimuliert, ist bei Mitchell zu erkunden. Die Künstlerin wurde 1925 in Chicago geboren und starb 1992 in Paris.Diese besonders sehenswerte Ausstellung im Museum Ludwig stellt nun mit rund dreißig, teils sehr großformatigen, mehrteiligen Bildern eine der bedeutendsten Protagonistinnen der Kunst des 20. Jahrhunderts vor. Diese außergewöhnlich umfangreiche Präsentation entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Bregenz und mit der Joan Mitchell Foundation in New York. Anhand von filmischen und fotografischen Aufnahmen, Korrespondenz, Einladungskarten sowie Postern wird die schillernde Person Joan Mitchell in ihren vielfältigen Beziehungen zu anderen bildenden Künstlern, Literaten und weiteren Personen der kulturellen Welt ihrer Zeit sichtbar. Joan Mitchell – Retrospective. Her Life and Paintings: Bis 21. Februar 2016, Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln, Link: www.museum-ludwig.de