Tag Archives: Painting

ARNULF RAINER IN LINZ


Das LENTOS Kunstmuseum Linz zeigt die neuesten Werke des international gefragten Malers Arnulf Rainer. Rainer zählt zu den einflussreichsten und innovativsten Künstlern Österreichs. Seine Kunst ist ebenso komplex wie widersprüchlich. Zu Anfang wurde er durch seine provokanten Übermalungen bekannt: Er bemalte Kopien von Gemälden der alten Meister, später übermalte er Fotos von sich selbst. Rainers Kunst verstörte aber zerstörte nicht. Die Arbeiten, wie die Christus-Übermalungen aus den 1980er Jahren eröffneten eher neue Perspektiven. Waren früher meist expressive, häufig schwarze Bilder voll Unruhe und Zweifel an der Tagesordnung, sind die jüngsten Arbeiten eher leicht und positiv heiter: Die jetzt in Linz erstmals ausgestellten Arbeiten, vorwiegend auf Teneriffa entstanden, sind farbintensiv und lebensfroh leuchtend. Die Spannung zwischen Malgrund und Übermalung, das Ausloten von Licht, Farbe, Gestik und Format ist für Rainer eine nie endende künstlerische Herausforderung. Rainer kam am 8. Dezember 1929 in Baden bei Wien auf die Welt. Ausstellung: ARNULF RAINER – Neue Arbeiten auf Papier. Bis 30. Juli 2017. Location: LENTOS Kunstmuseum Linz, Ernst-Koref-Promenade 1, A-4020 Linz. Link: www.lentos.at

Image Credits: Bild 1:  Ausstellungsansicht, Foto: maschekS. 2017; Bilder 2 bis 4: Arnulf Rainer, Ohne Titel, 2015/16, © Arnulf Rainer; Bild 5: Arnulf Rainer vor Kreuz mit einem verdeckten Engelsflügel, Foto: maschekS. 2016

DANCING WITH MYSELF


In der außergewöhnlichen Ausstellung „Dancing with Myself“, welche zur Zeit in Essen zu sehen ist, stehen die Künstler und Künstlerinnen selbst im Mittelpunkt. Was die Arbeiten verbindet, ist die vielfältige Präsenz des Künstlers und der Künstlerin im eigenen Werk. Sie sind die Akteure und das Ausgangsmaterial für ihre Arbeiten: Ihre Körper, ihre Biografien, ihre sozialen oder sexuellen Identitäten, ihr Humor, ihre Melancholien. Jenseits des klassischen Selbstporträts spielt die Ausstellung auf der Tastatur der künstlerischen Temperamente und Haltungen. Zum ersten Mal ist damit die herausragende Sammlung von François Pinault in diesem Umfang in Deutschland zu sehen.

Dancing with Myself ist ein spielerischer, poetischer, politischer, und wilder Tanz durch die Gegenwartskunst seit Ende der 1960er Jahre bis in unsere Zeit. Die Ausstellung ist zugleich auch ein großartiges mediales Cross-Over. Die großen Formate der Malerei treffen auf raumgreifende Videoinstallationen, Fotografie gewordene Körper treffen auf skulpturale Fragmente. Der Fotoapparat, die Video- oder Filmkamera, die Leinwand, der Raum, die konzeptuelle Geste – ein Spiel mit den unterschiedlichsten Ausdrucksmitteln umfängt die Besucher. Dancing with Myself – Selbstporträt und Selbsterfindung. Werke aus der Sammlung Pinault. Bis zum 15. Januar 2017. Location: Museum Folkwang, Museumsplatz 1, 45128 Essen. Link: www.museum-folkwang.de

Credits & Copyright: LaToya Ruby Frazier, Self Portrait (Lupus Attack), 2005, Aus der Serie Notion of Family, Silbergelatinedruck auf Pappkarton, 61 x 50,8 cm, Pinault Collection, © LaToya Ruby Frazier und Michel Rein, Paris/Brussels, Foto: all rights reserved; Cindy Sherman, Untitled #564, 2016, Thermosublimationsdruck auf Metall, 175.9 x 118.7 cm, Pinault Collection, © Cindy Sherman, Courtesy of the artist und Metro Pictures, New York; Nan Goldin, Nan one month after being battered,1984, Cibachrome, 51 x 61 cm, Museum Folkwang, © Nan Goldin, Courtesy of Matthew Marks Gallery, Foto: Museum Folkwang

FOTOREALISMUS


Ihre Motive fingen die US-Amerikanischen Fotorealisten der 1960er und 1970er Jahre mithilfe von Kameras ein und übertrugen diese Abbilder der Realität auf die Leinwand. Eine zweifache Verfremdung, die einen überrealistischen Eindruck erzielt. Von weitem erscheinen diese Bilder wie Fotografien, von nahem erkennt man die Malerei auf der Leinwand. Nach der POP-Art Andy Warhols und Roy Lichtensteins kamen die naturalistisch wirkenden Fotorealisten: Charles Bell, Chuck Close, Don Eddy, Richard Estes oder Ralph Goings. Auch sie widmeten sich dem schönen Schein des modernen Alltags, der überbordenden Konsumwelt  der USA und ihrer spiegelnden Welt der Oberflächen. Reflektierende Schaufenster und chromglänzende Autos gehörten zu den bevorzugten Motiven der Hyperrealisten, ebenso knallbunte Spielzeugtiere oder Ketchup-Flaschen im Schnellrestaurant: All diese Motive verbinden wir noch heute mit einem bilderbuchhaften American-Lifestyle. Dahinter steckt ein kunstvolles Verwirrspiel zwischen Abbildern und Realitäten.

Das Osthaus Museum Hagen zeigt 70, zum Teil großformatige Werke dieser Kunst und gibt einen umfassenden Überblick zur Entwicklung dieser Malerei. Drei Generationen von Fotorealisten werden vorgestellt mit Werken von 35 Künstlern. FOTOREALISMUS – 50 Jahre hyperrealistische Malerei. Location: OSTHAUS MUSEUM HAGEN, Museumsplatz 3, 58095 Hagen. Vom 16. Oktober 2016 bis 8. Januar 2017. Link: www.osthausmuseum.de

Credits and copyrights: Robert Gniewek; Rosie’s Diner #10; 2011; oil on canvas76 x 102 cm; Collection of Robert Mann, Florida; image © Robert Gniewek, Foto © Courtesy Louis K. Meisel Gallery, New York, Courtesy of Institute for Cultural Exchange, Tübingen 2016; Ralph Goings; America’s Favourite; 1989; oil on canvas76 x 89 cm; Collection of Susan P. and Louis K. Meisel, New York; image © Ralph Goings, Foto© Courtesy Louis K. Meisel Gallery, New York, Courtesy of Institute for Cultural Exchange, Tübingen 2016; Robert Bechtle; Alameda Chrysler; 1981; oil on linen122 x 175 cm; Courtesy of Louis K. Meisel Gallery, New York; image © Robert Bechtle, Foto © Courtesy Louis K. Meisel Gallery, New York, Courtesy of Institute for Cultural Exchange, Tübingen 2016

BERLINER LISTE 2016


Schon der Veranstaltungsort ist spektakulär: Das Kraftwerk Berlin. Hier wird auf drei Ebenen und auf über 8.000 Quadratmetern aufregende und aufstrebende zeitgenössischer Kunst präsentiert. Mit 112 Galerien, Projekträumen und Künstlern aus 25 Ländern und fünf Kontinenten, die auf drei Ebenen im Kraftwerk Berlin ausstellen, ist die BERLINER LISTE 2016 die größte internationale Kunstmesse in der Stadt. Sie findet gerade zur Berlin Art Week statt. Fast die Hälfte der Aussteller ist international, darunter die Kalashnikovv Gallery aus Südafrika, der Künstler Martin George aus Australien und die Galerie Art & Space 312 aus der Republik Korea. Ein besonderes Highlight stellen die mehrere Tonnen schweren Skulpturen des taiwanischen Künstlers Kang Mu-Xiang dar, der ausgediente Aufzugsseile aus Stahl zu modernen Skulpturen upcycelt.

113 Positionen von zeitgenössischen Künstlern aus Japan umfasst die von dem japanischen Künstler Rin Terada kuratierte Ausstellung „Japanese Young Artist Group“ (JYAG) – eine Ausstellung, wie sie in Deutschland bisher noch nie zu sehen war. JYAG zeigt einen repräsentativen Querschnitt zeitgenössischer japanischer Kunst, darunter traditionell japanische Maltechniken z.B. mit Washi (handgeschöpftem japanischen Papier), Werke mit Mineralfarben und Gold-Silber-Folie, Neo-Pop-Werke im Stil von Mangas, minimalistische Kunst, Digital Art, Fotokunst sowie figürliche und abstrakte Objektkunst. Nach dem erfolgreichen Start auf der KÖLNER LISTE 2016 wird in Berlin die Urban Art Section gelauncht, in ihr findet sich das Lebendige, Authentische und Nicht-Elitäre von Graffitis und Street Art. Zum vierten Mal findet die Photography Section statt, die sich als internationale Plattform für Fotografinnen und Fotografen mit dem Blick für das Besondere versteht. BERLINER LISTE 2016 – FAIR FOR CONTEMPORARY ART. Location: Kraftwerk Berlin, Köpenicker Straße 70, 10179 Berlin-Mitte. 15. bis 18. September 2016. Link: www.berliner-liste.org

Fotos / Bildnachweise: ANDREY KEZZIN, SALOMÉ, COURTESY THE ARTIST; TOMMASO BET, COURTESY STUDIO GR; ANOOK CLÉONNE, COURTESY PINE WOOD FINE ART; JAN KÜNZLER, COURTESY THE ARTIST; LOCATION KRAFTWERK BERLIN, © UWE STEINERT, BERLIN / FR BERLINER LISTE

WINDOW TO THE WORLD


Das Motiv des Fensters zieht sich durch das gesamte Werk des international berühmten spanischen Künstlers Pablo Picasso. Für ihn war es weit mehr als ein alltäglicher Gegenstand. Das Fenster thematisiert das Sehen, für Picasso ist es das Symbol der Malerei. Erstmals wird mit dieser außergewöhnlichen Ausstellung „Picasso. Fenster zur Welt“ auf dieses zentrale Motiv fokussiert. Anhand von rund 40 Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Künstlers macht die von Ortrud Westheider kuratierte Ausstellung deutlich, wie Picasso (1881–1973) in Phasen der Neuorientierung immer wieder das Fenstermotiv thematisierte. Diese Ausstellung bringt großartige Leihgaben aus vielen internationalen Sammlungen zusammen, aus dem Museu Picasso de Barcelona, dem Museo Picasso, Málaga, dem Musée national Picasso, Paris sowie der Tate, London, dem Centre Pompidou, Paris, dem MoMA, New York und dem Israel Museum, Jerusalem.

Mit dem Fensterthema behandelte Picasso künstlerische Grundfragen, die sich ihm beim Übergang in eine neue Werkphase stellten, etwa beim Neubeginn nach dem Kubismus, ebenso wie im Zusammenspiel mit seinen Skulpturen oder in der anhaltenden Auseinandersetzung mit Henri Matisse. Sie wurden durch einen Ortswechsel oder einen neuen Lebensabschnitt provoziert. Sie konnten auch von einem neuen Atelier angeregt werden, aus dem der Künstler eine neue Schaffensphase hervorbrachte. „Picasso. Fenster zur Welt“. Bis 16. Mai 2016. Bucerius Kunst Forum gGmbH, Rathausmarkt 2, 20095 Hamburg. www.buceriuskunstforum.de

Fotos: Robert Doisneau (1912-1994): Die Lebenslinie, 1952, Atelier Robert Doisneau; Montrouge, © Robert Doisneau / Rapho; Pablo Picasso (1881-1973): Liegende mit Buch, 1939, Musée national Picasso, Paris, © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2016; Pablo Picasso (1881-1973): Frau am Fenster sitzend. Marie-Thérèse, 1932, Privatsammlung © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2016; Pablo Picasso (1881-1973): Der Schatten, 1953, The Israel Museum, Jerusalem, © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2016

JOAN MITCHELL


Die legendäre Künstlerin Joan Mitchell entwickelte ihre ganz eigene Form der malerischen Freiheit, sie war Bestandteil der Bewegung des Abstrakten Expressionismus: Gefühl und Spontanität rücken spürbar ins Blickfeld des Betrachtenden. Eine poetisch anmutende Bildsprache zwischen Kalkül und Emotion, die den Betrachter zugleich sinnlich verführt und intellektuell stimuliert, ist bei Mitchell zu erkunden. Die Künstlerin wurde 1925 in Chicago geboren und starb 1992 in Paris.Diese besonders sehenswerte Ausstellung im Museum Ludwig stellt nun mit rund dreißig, teils sehr großformatigen, mehrteiligen Bildern eine der bedeutendsten Protagonistinnen der Kunst des 20. Jahrhunderts vor. Diese außergewöhnlich umfangreiche Präsentation entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Bregenz und mit der Joan Mitchell Foundation in New York. Anhand von filmischen und fotografischen Aufnahmen, Korrespondenz, Einladungskarten sowie Postern wird die schillernde Person Joan Mitchell in ihren vielfältigen Beziehungen zu anderen bildenden Künstlern, Literaten und weiteren Personen der kulturellen Welt ihrer Zeit sichtbar. Joan Mitchell – Retrospective. Her Life and Paintings: Bis 21. Februar 2016, Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln, Link: www.museum-ludwig.de