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MASKIROVKA


Der Fotograf und Filmemacher Tobias Zielony, geb. 1973, stellte 2015 im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig aus. Mit seinen Fotoarbeiten zwischen Dokumentar- und Kunstfotografie, steht er in der Tradition neben Larry Clark, Nan Goldin und Wolfgang Tillmans. Zielony fotografiert an Orten, die in unserer Gesellschaft meist gemieden werden, oft sind es Jugendliche, die Zielony eine Zeit lang begleitet und fotografiert. Die Ausstellung in der Von der Heydt-Kunsthalle in Wuppertal legt den Fokus auf die aktuellen Arbeiten, erstmalig ist hier eine Serie von Aufnahmen zu sehen sein, die Zielony 2016/2017 in der Ukraine gemacht hat. Diese Arbeiten unter dem Titel „Maskirovka“ beschäftigen sich mit der Techno- und Queer-Szene in Kiew. Der Begriff „Maskirovka“ steht für eine russische Tradition der militärischen Täuschung. Ausstellung: Tobias Zielony – Fotografie und Video. Bis 14. Januar 2018. Location: Von der Heydt – Kunsthalle im Haus der Jugend, Wuppertal-Barmen. Link: www.von-der-heydt-kunsthalle.de

Image Credits: (Bild1) © Tobias Zielony, Secret; (Bild 2) © Tobias Zielony, Apartment; (Bild 3) © Tobias Zielony, Make up

MAIKE FREESS


Von blinder Gewissheit – so lautet der geheimnisvolle und vielversprechende Titel der Ausstellung. Ausgangspunkt der Arbeiten von Maike Freess ist der Mensch in seiner unvollkommenen, begrenzten und instabilen Natur. Sein Verhältnis zu sich, zu seiner Umgebung, zu anderen Menschen. Indem sie „psychologische Räume“ entwirft, analysiert die Berliner Künstlerin (geb. 1965) Verhaltensmuster, Rituale, gesellschaftliche Normen und Zwänge.

In der Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen setzt Maike Freess die unterschiedlichsten Medien ein: Zeichnung, Fotografie, Videoinstallation und Skulptur. Die Ausstellung in der Von der Heydt – Kunsthalle ermöglicht nun erstmals, ihr faszinierendes Werk in seiner formalen Gegensätzlichkeit und in einem umfangreichen Zusammenhang zu sehen. Das Wechselspiel der Kunstgattungen zeigt die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Zentrales Motiv ist die menschliche Figur, oft eingebettet in einen rätselhaften, manchmal alptraumhaften Zusammenhang.

Bei den großformatigen und präzise durchgearbeiteten Zeichnungen dominieren das Kopfportrait und die Ganzfigurenabbildung. In den Fotografien inszeniert sich die Künstlerin in irreal erscheinenden Situationen gerne selbst, das Selbstbildnis verliert an Eindeutigkeit und gewinnt dabei eine faszinierende Vieldeutigkeit. Die mit Slowmotion vorüberziehenden Videosequenzen haben eine besondere suggestive, ja hypnotisierende Wirkung: Die menschlichen Konstellationen in ihnen erzählen vom Scheitern der Kommunikation, von Isolation und Ohnmacht in einer den physischen Kontakt oft meidenden und sich dafür immer stärker inszenierenden Welt.

Die Ausstellung MAIKE FREESS. VON BLINDER GEWISSHEIT ist bis zum 03. Januar 2016 zu sehen.

Von der Heydt-Kunsthalle, Geschwister Scholl Platz 4-6, 42275 Wuppertal

Link: www.von-der-heydt-kunsthalle.de

Fotos: Maike Freess, Insomnia 2 – Geteert / Gefedert, 2004, Lambda Farbfotografie, 180 x 90 cm, Privatsammlung Berlin; Das Blaue vom Himmel, 2011, Skulptur, verschiedene Materialien, 155 x 166 x 90 cm (Foto: BOLD); Videoprojektion: Hermetics, 2015, 3-Kanal-Videoprojektion. 12:00 min/loop, Ton; Insomnia 3 – Le Dîner, 2004; Farbfotografie, 122 x 139 cm (Foto: BOLD)