Als Tochter eines erfolgreichen britisch-amerikanischen Journalistenpaares in New York City geboren und in Washington D.C. aufgewachsen, wäre es eigentlich nicht überraschend gewesen, wenn auch Olivia Wilde eine eher akademisch-intellektuelle Laufbahn eingeschlagen hätte. Doch das Herz der Amerikanerin, die auch einen irischen Pass hat und mit ihrem Künstler-Nachnamen dem großen Oscar Wilde die Referenz erweist, schlägt schon früh neben der Literatur auch für die Schauspielerei – und so entscheidet sie sich, den Studienplatz am renommierten Bard College doch sausen zu lassen und es stattdessen vor der Kamera zu versuchen.
Schon mit 20 Jahren spielt Wilde erste Nebenrollen in Filmen wie „The Girl Next Door“ und wenig später „Alpha Dog“, doch noch schneller fasst sie im Fernsehen Fuß. Als bisexuelle Bar-Besitzerin in der Serie „O.C., California“ findet sie jede Menge Fans, und als sie ab der vierten Staffel zum Ensemble der erfolgreichen Krankenhaus-Serie „Dr. House“ stößt, ist der Durchbruch geschafft.
Nach vier Jahren im Arztkittel steigt Wilde wieder aus, nicht zuletzt, weil längst auch die Filmbranche bei ihr anklopft. Sie spielt in großen Blockbuster-Produktionen wie „Tron: Legacy“ und „Cowboys & Angels“ ebenso mit wie in Komödien à la „Wie ausgewechselt“ oder „Der unglaubliche Burt Wonderstone“, scheut weder Action („72 Stunden – The Next Three Days“) noch Drama („Dritte Person“) oder Weihnachtsfilm („Alle Jahre wieder – Weihnachten mit den Coopers“). Gemeinsam haben die Filme allerdings eines: Weder beim Publikum noch bei der Kritik bleiben sie nachhaltig in Erinnerung. Ausnahmen wie „Rush – Alles für den Sieg“ bestätigen die Regel.
Dass ihr der Erfolg von Kolleginnen wie Reese Witherspoon oder Sandra Bullock verwehrt bleibt, dürfte Wilde dennoch nur bis zu einem gewissen Grad frustriert haben. Die Schauspielerei bleibt schließlich nicht die wichtigste Sache in ihrem Leben. Mit ihrem damaligen Lebensgefährten, dem „Ted Lasso“-Star Jason Sudeikis, bekommt sie im Laufe ihrer neunjährigen Beziehung zwei Kinder (bevor die unschöne Trennung des Paares und Wildes anschließende Liaison mit Harry Styles die Presse beschäftigte). Und vor allem fängt sie an, sich den Traum von eigenen Regie-Arbeiten zu erfüllen … (das große Interview gibt es in der Ausgabe: BOLD THE MAGAZINE No. 83)


