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DARK MIRROR


Vitale Sinnlichkeit und starke Konzepte: Die Künstler und Künstlerinnen Lateinamerikas sind eine absolute Entdeckung, diese Ausstellung bringt oft kaum bekannte, aber echte Schätze moderner Kunst ans Licht. Mit der Ausstellung „Dark Mirror. Lateinamerikanische Kunst seit 1968“ ermöglicht das Kunstmuseum Wolfsburg einen vielseitigen Blick auf die zeitgenössische Kunst Mittel- und Südamerikas. Die umfassende Auswahl aus der wichtigsten und größten Kunstsammlung für Gegenwartskunst Lateinamerikas in Europa, der Daros Latinamerica Collection mit Sitz in Zürich, zeigt nicht nur Parallelen zur europäischen Kunstgeschichte, sondern vor allem spezifisch lateinamerikanische Entwicklungen seit den 1960er Jahren bis in die Gegenwart auf.

Der dunkle Spiegel stellt sich ein facettenreiches und farbensprühendes Kunstfeuerwerk heraus: Großangelegte Themen wie Grenzziehung und Territorium (der Freiheit), (Geschlechter-) Identität, Gesellschaftskritik und (Macht-) Politik, Naturreflexion und Urbanitätsanalyse werden mit mehr als 150 Werken aus allen Kunstgattungen – Installationen, Objekte, Gemälde, Fotografien, Papier- und Videoarbeiten – auf insgesamt 1100 Quadratmetern Ausstellungsfläche vorgestellt. Werke u.a. von Álvaro Barrios, Eduardo Berliner, Luis Camnitzer, Mario Cravo Neto, Antonio Dias, Paz Errázuriz, León Ferrari, Guillermo Kuitca, Marta María Pérez Bravo, Liliana Porter, Miguel Ángel Rojas, Melanie Smith und Horacio Zabala zeichnen ein eindrucksvolles Bild von der kreativen Vielfalt und Energie der lateinamerikanischen Kunst. In dem Foto „Criollitas“ von Marcos López steht auf der riesigen Werbetafel der im Bildkontext feinsinnige Satz: Der Geschmack des Lebens.

Die Ausstellung „Dark Mirror. Lateinamerikanische Kunst seit 1968“ ist bis zum 31. Januar 2016 zu sehen.

Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg

Link: www.kunstmuseum-wolfsburg.de

Fotos: Marcos López, Criollitas,1996/2006, Foto: Peter Schälchli, Zürich. © Marcos López; Vik Muniz, Clownschädel, 1989-1990, Foto: Peter Schälchli, Zürich, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015; Blick in die Ausstellung „Dark Mirror. Lateinamerikanische Kunst seit 1968“ im Vordergrund: Betsabeé Romero; Ayate Car, 1997, Ford Victoria (Baujahr 1955), Foto: Marek Kruszewski, © Betsabeé Romero

ERWIN WURM


Wurm ist ein herausragender Vertreter von international geschätzter Modern Art. Die Arbeiten Wurms zeichnen sich durch einen humorvollen, ironisch-kritischen Blick auf das alltägliche Leben aus. Der Curry Bus vor dem Museum, ein zu einem „fetten Würstelstand“ umgebauter Volkswagen-Bulli aus den 1970er-Jahren, ist aus der Form geraten und zum Popkultur – Kunstobjekt mutiert.

Der österreichische Bildhauer Erwin Wurm (*1954) hat mit seinen Staubskulpturen, Pulloverarbeiten, One Minute Sculptures sowie formveränderten Alltagsobjekten und menschlichen Figuren in den letzten 20 Jahren ein konsistentes bildhauerisches Werk geschaffen und den Skulpturbegriff um interaktive, soziale und zeitliche Aspekte erweitert. Eine riesenhaft vergrößerte Kartoffel ist auf den ersten Blick surreal und stellt unsere Sicht auf die Realität in Frage. Die Karikatur und der Comic-Style sind mit ihren Übersteigerungen durch die Plastik in eine neue Realität vorgestoßen. Die Pop Art ist neu definiert.
„Mein Werk handelt vom Drama der Belanglosigkeit der Existenz. Ob man sich ihr durch Philosophie oder durch eine Diät nähert, am Ende zieht man immer den Kürzeren.“ So vielversprechend – belanglos gibt sich der Künstler scheinbar selbst zu erkennen.

Zum Titel der Ausstellung „Erwin Wurm. Fichte“: Der Märchen- und Mythenwald der Deutschen steht hier buchstäblich Kopf, ist strenge Raumskulptur geworden. Und statt der Fichte sehen wir die Nordmanntanne. Verwirrung als kreative Strategie. Von den insgesamt 45 Werken sind 20 speziell für diese Ausstellung entstanden.
Last chance: Die Ausstellung „Erwin Wurm. Fichte“ ist noch bis 13. September 2015 zu sehen.

Adresse: Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg

Link: www.kunstmuseum-wolfsburg.de

Fotos: Curry Bus, 2015, Foto: Marek Kruszewski © VG Bild-Kunst, Bonn 2015; Home, 2006, Foto: Marek Kruszewski © VG Bild-Kunst, Bonn 2015; Anger Bump, 2007, Foto: Marek Kruszewski © VG Bild-Kunst, Bonn 2015