Tag Archives: JeffKoons

AMERICA! AMERICA!


Kunstwerke, die mit ihren Bildentwürfen das Image Amerikas weltweit geprägt haben, hier sind sie in einer Ausstellung in konzentrierter Form versammelt. Hier wird er in überhöhter Form sichtbar, der „American Dream“. In den Klischeebildern wird deutlich, wie sehr der amerikanische Traum mit emotional aufgeladenen Bildern und Symbolen verwoben ist. Werke wie Andy Warhols „Race Riot „(1964), Jeff Koons Skulptur „Bear and Policeman“ (1988) oder Jenny Holzers Leuchtschriftinstallation „Truisms“ (1994) kommentierten die amerikanische Realität, den „American Way of Life“, ihrer Zeit. Dabei wird das ambivalente Verhältnis von „Real“ und „Fake“ deutlich. Die Frage nach den „Alternative Facts“ steht im Raum. „Think“ ist in großen Lettern auf William N. Copleys Imaginary Flag for U.S.A. zu lesen – genau dort, wo sich auf der amerikanischen Flagge sonst die 50 Sterne der Bundesstaaten befinden. 1972, gegen Ende des Vietnamkriegs und zu Beginn des Watergate Skandals entstanden, ist diese subversive Flagge ein Gegenentwurf zum ideologisch verbrämten Patriotismus. Ausstellung: AMERICA! AMERICA! HOW REAL IS REAL? Bis 21. Mai 2018. Location: Museum Frieder Burda · Lichtentaler Allee 8b · 76530 Baden-Baden. Link: www.museum-frieder-burda.de

Image Credits: (Bild 1) William N. Copley, Imaginary Flag for U.S.A., 1972 © VG Bild-Kunst, 2017; (Bild 2) Cindy Sherman, Untitled Marilyn, 1982. Fotografie, Sammlung Lothar Schirmer, München © Cindy Sherman, 2017; (Bild 3) Museum Frieder Burda, Ausstellung „America! America!“, Foto: Volker Naumann

BLING BLING BABY


Bis zum hemmungslosen Kitsch: Glam Fashion, schrille Farben, übersteigerte Sujets, modern Pop-Art, naive Oberfläche und sinnige Tiefe dahinter. Diese Ausstellung stimmt fröhlich, ist begeisternd und macht nachdenklich. Dem modernen und schnellen KonsumLifeStyle wird ein großer Zerrspiegel vorgehalten. Die Bonbonfarben erfrischen den Geist, die Surrealität erregt die Seele. Ob röhrende Hirsche, Alpenglühen oder Sonnenuntergang: Seit der Romantik gehört die Überzeichnung zur immer wieder zitierten Spielart in der Kunst. Die Glorifizierung des Trivialen, des sentimentalen Überschwangs hat auch in der Fotografie zu einer eigenständigen Bildsprache geführt. Jeff Koons lächelt uns ins Gemüt: Kitsch ist Kunst.

Guy Bourdin war der erste, der schillernde Farben und skurrile Settings für seine Modeinszenierungen verwendete. David LaChapelle, Miles Aldridge und Pierre et Gilles führten diesen Flirt mit dem Pop auf sehr erfolgreiche Weise fort. Ihnen nachfolgend lässt sich eine junge Riege an Fotokünstlern ausmachen, die mit viel Fantasie und Farbgewalt die Grenzen des Mediums ausloten: Der Niederländer Ruud van Empel postiert Idealgestalten vor paradiesischen Hintergründen, der Marrokaner Hassan Hajjaj ergänzt Hipster-Porträts im Mustermix durch gefundene Gegenstände à la Warhol, der Engländer Jason McGlade arrangiert Menschen, Blumen und Tiere auf einem Glasscanner, das Duo Christto & Andrew aus Doha entwirft ganze Wandwelten mit ihren schrägen Motiven, das schwedische Paar Inka & Niclas kreiert Felsbilder, die gleich den kitschigen Rahmen mit einbeziehen. Nadine Barth ist die Kuratorin dieser inspirierenden Ausstellung: Sie studierte Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte in Hamburg und arbeitete viele Jahre als Journalistin und Galeristin. BLING BLING BABY! GLITZER, GLAMOUR UND EIN FLIRT MIT DEM POP. Bis 15. Januar 2017. Location: NRW-Forum Düsseldorf · Ehrenhof 2 · D – 40479 Düsseldorf. Link: www.nrw-forum.de

Credits & Copyright: „Miss Miami Nice”, Nico & Anna, Hamburg 2011, © Esther Haase; Mike Schreiber: B.G., New York 2007;  © Bela Borsodi, The Expandables, Tatler Russia, 2011; © Matt Henry, Wilma in Hot Tub, from the series „Twin Palms“, 2016, Courtesy Flatland Gallery, Amsterdam

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