4. November 2026

Welcome back! Im Gespräch mit Florian Nemitz

Manche Autos sind mehr als nur Fortbewegungsmittel. Sie werden zu Ikonen. Als smart in Paris die Weltpremiere des neuen #2 feiert, kehrt ein Fahrzeug zurück, das die urbane Mobilität geprägt und das Bild vom Stadtauto neu definiert hat. Fast drei Jahrzehnte nach dem Debüt des Originals soll der vollelektrische Zweisitzer an diese Geschichte anknüpfen und gleichzeitig seinen Platz in einer neuen Zeit finden. Wir treffen Florian Nemitz, CEO von smart Deutschland, bei der Weltpremiere in Paris und sprechen mit ihm über das Erbe des Zweisitzers, die Kunst der Neuerfindung und die Zukunft der Marke.

Kompakt, unverwechselbar und konsequent auf das Leben in der Stadt zugeschnitten, steht er für eine Idee von Mobilität, bei der nicht Größe, sondern Freiheit, Design und intelligente Lösungen zählen. Doch wie bewahrt man die Seele einer Ikone, ohne in der Vergangenheit stehen zu bleiben? Und was macht einen smart heute begehrenswert, für langjährige Fans ebenso wie für eine Generation, die das Original nie selbst erlebt hat?

Herr Nemitz, der smart fortwo hat die urbane Mobilität geprägt wie kaum ein anderes Fahrzeug seiner Größe. Was hat Sie davon überzeugt, dass die Welt 2026 wieder einen Zweisitzer wie den smart #2 braucht? Und was wäre verloren gegangen, wenn Sie ihn nicht zurückgebracht hätten?

Der smart Zweisitzer war und ist eine Ikone. Er kommt aus dem Herzen der Marke und war schon immer ein ganz wesentlicher Teil dessen, was smart ausmacht.

Als wir 2023 mit einer neuen Produktpalette, zunächst mit dem smart #1 und folgend mit dem smart #3 und smart #5 gestartet sind, haben wir natürlich auch ganz andere Zielgruppen erreicht, die wir mit dem klassischen Zweisitzer bisher nicht angesprochen hatten. Trotzdem ist der Zweisitzer nie aus unseren Herzen verschwunden. Wir haben in dieser Zeit auch an Lösungen gearbeitet und eine eigene Plattform entwickelt: die Electric Compact Architecture, kurz ECA.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um die Lücke im ultrakompakten Segment wieder zu schließen. Gerade für unsere vielen smart Fans ist das ein wichtiger Schritt. Der smart #5 wird übrigens auch künftig unser größtes Fahrzeug bleiben.

Was wäre verloren gegangen, wenn wir den smart #2 nicht zurückgebracht hätten? Wenn man unsere gesamte Produktpalette betrachtet, ist der Zweisitzer die Seele der Marke. Mit ihm schließt sich ein Kreis. Er steht für unsere DNA, für das, was smart ausmacht, und für unsere große Fangemeinde. Dieses Modell hat eine Bedeutung, die weit über das Auto selbst hinausgeht und Menschen auf der ganzen Welt begeistert.

Der ursprüngliche smart war ein Kind der 1990er-Jahre und seiner Zeit in vielerlei Hinsicht voraus. Wie viel von diesem rebellischen, unkonventionellen Spirit steckt im neuen #2? Und wie viel musste neu gedacht werden, um auch eine Generation zu begeistern, die mit dem Original nie aufgewachsen ist?

Ich glaube, wenn man dieses Fahrzeug zum ersten Mal sieht, erkennt man sofort die vertraute smart DNA wieder. Diese DNA war schon immer da, und bei ihr haben wir definitiv keine Kompromisse gemacht.

Das zeigt sich beispielsweise beim Raumgefühl. Klein und kompakt zu sein, bedeutet für uns nicht, dass auch der Innenraum klein sein muss. Durch unsere ECA-Plattform und das sogenannte Wheels-at-the-Corner-Prinzip, bei dem die Räder möglichst weit außen positioniert sind, schaffen wir wieder das großzügige Raumgefühl, das den ursprünglichen smart ausgezeichnet hat.

Auch bei der Sicherheit machen wir keine Kompromisse. Die Tridion-Sicherheitszelle, für die smart bekannt geworden ist, haben wir weiterentwickelt. Mit der Tridion Cell Evo setzen wir diese Tradition fort und orientieren uns an modernen Sicherheitsstandards.

Ein weiteres Merkmal ist die Agilität. Welches andere Auto kann sich nahezu auf der Stelle drehen? Der smart lässt sich auf engstem Raum manövrieren und ermöglicht Wendemanöver, die in der Stadt einen echten Unterschied machen. Genau solche Eigenschaften haben das Fahrzeug von Anfang an besonders gemacht.

Dazu kommt die Alltagstauglichkeit. Nehmen wir beispielsweise die Heckklappe: Gerade in der Stadt ist es praktisch, wenn man den Kofferraum auch bei beengten Platzverhältnissen gut erreichen kann. Dass sich beim ursprünglichen smart zusätzlich die Heckscheibe öffnen ließ, war eine weitere clevere Lösung. Solche Details zeigen, wie konsequent bei diesem Fahrzeug praktisch gedacht wurde.

smart bewegt sich heute an der Schnittstelle von Automobil, Mode, Kunst und urbaner Kultur. Wie wird aus einem funktionalen Stadtauto ein Objekt mit echtem Begehrlichkeitsfaktor? Etwas, das man nicht nur fährt, sondern auch haben will?

Zum einen entsteht diese Begehrlichkeit aus der Praktikabilität. Mit seiner kompakten Länge ist der smart ideal für die Stadt. Die urbanen Räume werden immer dichter, und die Parkplatzsuche wird zunehmend anspruchsvoller. Mit einem so kompakten Auto findet man leichter einen Parkplatz und muss sich auch in älteren Parkhäusern mit engen Einfahrten und schmalen Stellplätzen weniger Gedanken machen.

Gleichzeitig sind wir mit dem neuen Fahrzeug nicht ausschließlich auf den urbanen Raum beschränkt. Dank der weiterentwickelten Reichweite kann man den smart auch außerhalb der Stadt flexibel nutzen.

Entscheidend ist aber ebenso die Gestaltung des Innenraums. Wir haben viel Wert auf Details und eine hochwertige Anmutung gelegt. Schon beim Schließen der Tür vermittelt der satte Klang ein Gefühl von hoher Wertigkeit.

Auch das Thema Individualisierung spielt eine wichtige Rolle. Das S-förmige Armaturenbrett bietet beispielsweise Möglichkeiten, über ein Klicksystem Zubehör wie einen Sonnenbrillenhalter zu integrieren. Solche Details geben dem Fahrzeug Persönlichkeit.

Hinzu kommen praktische Lösungen im Innenraum. Denken Sie an die Armlehnen: Sie bieten Komfort und lassen sich zugleich flexibel nutzen. Gerade wenn man in einer engen Parklücke steht und nicht zur Straßenseite aussteigen möchte, kann es hilfreich sein, über die andere Seite auszusteigen. Der Innenraum ist so gestaltet, dass solche Alltagssituationen berücksichtigt werden.

Und schließlich ist da das Farbkonzept. Unsere Autos waren bunt, und unsere Autos dürfen auch weiterhin bunt sein. Mit unterschiedlichen Dach- und Karosseriefarben greifen wir das bekannte Zweifarbenkonzept auf. Kombinationen wie eine rote Karosserie mit schwarzem Dach oder eine helle Lackierung mit weißem Dach erinnern an die Historie der Marke.

Damit verbinden wir vertraute Gestaltungselemente mit einem modernen Auftritt. Auch beim smart #2 wird dieser Wiedererkennungswert eine zentrale Rolle spielen.

In Metropolen wie Berlin, Paris oder Hamburg werden Raum, Zeit und unkomplizierte Mobilität immer wertvoller. Ist ein ultrakompaktes Elektroauto heute vielleicht der eigentliche Luxus, weil es Freiheit zurückgibt, statt immer mehr Platz und Leistung zu versprechen?

Das trifft es sehr gut. Die kompakte Größe und die Agilität des smart bieten gerade im urbanen Raum echte Vorteile. Sie geben einem die Freiheit, sich flexibel durch die Stadt zu bewegen und auch schwierige Parkplatzsituationen besser zu bewältigen.

Gleichzeitig bietet das Fahrzeug genügend Reichweite, um nicht nur innerhalb der Stadt unterwegs zu sein, sondern auch ins Umland zu fahren. Man ist also nicht auf kurze Strecken beschränkt.

Wenn wir über Zeit sprechen, spielt auch das Laden eine wichtige Rolle. Mit einer Reichweite von rund 290 Kilometern nach WLTP sind wir sehr flexibel und decken den täglichen Mobilitätsbedarf vieler Menschen ab. Darüber hinaus ermöglicht das DC-Schnellladen, die Batterie bei Bedarf zügig wieder aufzuladen.

Die Ladeleistung liegt nach den uns vorliegenden Angaben bei bis zu 65 kW. Das macht es möglich, Ladepausen besser in den Alltag zu integrieren.

Zeit ist heute einer unserer wichtigsten Faktoren. Wenn ein Auto kompakt, wendig und zugleich alltagstauglich ist, kann es genau diese Freiheit schaffen, die sich viele Menschen in der Stadt wünschen.

Ein kleiner Elektro-Zweisitzer muss vieles auf engstem Raum vereinen: Reichweite, Sicherheit, Komfort und Fahrspaß. Wo haben Sie beim neuen smart #2 bewusst keine Kompromisse zugelassen und wo mussten Sie die Erwartungen an ein modernes Elektroauto neu definieren?

Bei der Sicherheit haben wir keine Kompromisse gemacht. Die Tridion-Sicherheitszelle wurde weiterentwickelt, und wir setzen auf moderne Assistenzsysteme. Dazu gehören Fahrerassistenz-funktionen auf Level 2, beispielsweise ein Totwinkelassistent und weitere Systeme, die den Fahrer im Alltag unterstützen.

Auch bei der Größe wollten wir keine Kompromisse eingehen. Das Auto sollte nicht einfach größer werden, nur weil sich die Erwartungen an moderne Fahrzeuge verändert haben. Seine kompakten Abmessungen sind schließlich einer der wichtigsten Gründe, warum der smart in der Stadt so gut funktioniert.

Mit unserer ECA-Plattform können wir diese Kompaktheit mit einem großzügigen Raumgefühl verbinden. Das Wheels-at-the-Corner-Prinzip sorgt dafür, dass der verfügbare Platz effizient genutzt wird. Auch der kleine Wendekreis von nur 6,95 Metern ist ein wesentliches Merkmal, das wir erhalten wollen.

Wenn man all diese Eigenschaften zusammennimmt, geht es letztlich um die DNA, die wir vom ursprünglichen smart übernommen haben: kompakte Abmessungen, hohe Agilität, clevere Raumnutzung und ein unverwechselbares Design.

Natürlich haben wir das Fahrzeug zugleich an die heutigen Anforderungen angepasst. Dazu gehört insbesondere die weiterentwickelte elektrische Antriebstechnologie und die Reichweite von rund 290 Kilometern nach WLTP.

So verbinden wir die Stärken der früheren Ikone mit den Anforderungen an ein zeitgemäßes Elektrofahrzeug.

Die Generation Z definiert Status und Luxus zunehmend über Individualität, Design und Haltung statt allein über klassische Statussymbole. Welche Rolle soll der smart #2 im Leben dieser Generation spielen: praktischer City-Begleiter, Designobjekt oder Ausdruck eines bewussteren urbanen Lebensstils?

Ich denke, alle drei Aspekte treffen zu. Der smart ist ein ausgesprochen praktischer und zuverlässiger Begleiter für die Stadt. Gleichzeitig ist er ein Designobjekt, denn ein Fahrzeug mit diesem Konzept und diesem hohen Wiedererkennungswert findet man auf der Straße nicht überall.

Genau das ist ein Markenzeichen von smart. Ich spreche gerne von der Seele der Marke, von ihrem Herzstück. Mit dem smart #2 führen wir diese Tradition konsequent fort.

Das Fahrzeug richtet sich aber nicht nur an eine neue Generation. Es ist auch für die vielen langjährigen smart Fans gedacht, die auf die Rückkehr des Zweisitzers gewartet haben.

Für uns war es deshalb ein besonders wichtiger Moment, dieses Fahrzeug wieder zu präsentieren. Wir wollen etwas zurückbringen, auf das unsere Kunden in den vergangenen Jahren gehofft und gewartet haben.

Der smart #2 soll Menschen ansprechen, die Individualität schätzen, Wert auf Design legen und sich im urbanen Raum unkompliziert bewegen möchten. Genau diese Verbindung macht ihn aus.

Die Weltpremiere hier in Paris ist mehr als die Präsentation eines neuen Modells. Wir denken, sie ist ein Statement für die Zukunft des smart Zweisitzers. Woran werden wir in drei Jahren erkennen, dass die Rückkehr des #2 ein Erfolg war: an Verkaufszahlen, an seiner Präsenz im Stadtbild oder daran, dass smart wieder eine kulturelle Relevanz erreicht hat, die über das Automobil hinausgeht?

Für uns ist eines besonders wichtig: Wir bringen nicht einfach nur ein weiteres Elektroauto auf den Markt, sondern ein Stück smart Geschichte zurück. Gerade in meiner Rolle ist es für mich persönlich etwas Besonderes, diese Rückkehr erleben und begleiten zu dürfen.

Wir haben weltweit Millionen von smart Fans. Und wenn man sich heute in den Städten umsieht, erkennt man, wie präsent die Marke nach wie vor ist. Ob in Berlin, Hamburg oder hier in Paris – überall begegnet man smart Fahrzeugen. Im Juni haben wir das Konzept auch in Rom präsentiert und konnten dort erleben, wie groß das Interesse ist.

Wenn wir auf die kommenden drei Jahre blicken, wünsche ich mir, dass der smart #2 dieses Bild auf den Straßen fortsetzt und ergänzt. Er soll wieder ganz selbstverständlich zum Stadtbild gehören und gemeinsam mit den anderen smart Modellen zeigen, wofür unsere Marke steht.

Ein wesentlicher Maßstab für den Erfolg ist für mich, dass wir unsere treuen Fans wieder begeistern und ihre Mobilität in der Stadt erleichtern können.

Allein in Deutschland sind noch mehr als 350.000 smart Zweisitzer zugelassen. Das zeigt, welches Potenzial in unserer treuen Fangemeinde steckt.

Deshalb sage ich immer: Dieses Fahrzeug muss genauso aussehen, wie es aussieht. Es muss auf den ersten Blick als smart erkennbar sein. Dieser absolute Wiedererkennungswert ist entscheidend. Mit dem smart #2 bringen wir nicht nur ein Fahrzeug zurück, sondern auch ein Stück unserer Identität.

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Autor:
N. Dexter
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