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STREET PHOTOGRAPHY EXTREM


Der urbane Dschungel mit seinen Subkulturen, Verlockungen und Risiken: Dieses Thema verfolgen die drei fotografischen Positionen von Ken Schles, Jeffrey Silverthorne und Miron Zownir, die im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg zu sehen sind. »Silverthorne, Schles und Zownir berühren gesellschaftliche Tabus, die wir meiden. Mit der Kraft des radikalen Blicks wird die Wirklichkeit in unser Bewusstsein zurück katapultiert und damit wieder Teil unserer Existenz«, so Ingo Taubhorn, Kurator der Ausstellungen.

Im Zentrum der Ausstellung von Ken Schles (geb. 1960) stehen die zwei Werkgruppen »Invisible City« und »Night Walk«, die der amerikanische Fotograf Ende der 1980er Jahre in New York fotografierte. Sie zeigen in einer Art persönlichem Tagebuch das Leben in der Lower East Side über den Zeitraum von zehn Jahren. Es sind packende Darstellungen einer verschwundenen, schockierend harten und vielfältigen Welt, zu der nur Wenige Zutritt hatten. Das fotografische Werk Jeffrey Silverthornes (geb. 1946) stellt pointiert existenzielle Lebensfragen nach Identität, Geschlecht, Liebe, Gewalt, Sexualität und Tod. Seine Themen findet er an der Grenze zu Mexiko oder in New York, in Leichenschauhäusern oder in Bordellen, bei Transvestiten und Transsexuellen. Miron Zownir (geb. 1953), gehört seit mehr als 30 Jahren zu den radikalsten Fotografen der Gegenwart. In seiner drastischen und düsteren fotografischen Sprache beschreibt Zownir die Parallelwelten von Außenseitern und Verlorenen in der Schattenwelt westlicher Metropolen wie Berlin, New York, London und Moskau. Es sind die Nachtseiten des menschlichen Daseins, die existenziellen Ausnahmezustände und Grenzsituationen, die der Fotograf aufspürt und sichtbar macht. KEN SCHLES / JEFFREY SILVERTHORNE / MIRON ZOWNIR. HAUS DER PHOTOGRAPHIE – Deichtorhallen Hamburg, Deichtorstr. 1-2, 20095 Hamburg. Bis zum 7. August 2016. Link: www.deichtorhallen.de

Fotos / Bildnachweise: Ken Schles, Drowned In Sorrow, 1984. © Ken Schles;  Ken Schles, Limelight, 1983 © Ken Schles; Jeffrey Silverthorne, Kissing, Dallas Cowboys, Nuevo Laredo, Texas-Mexico, 1986. 50 x 40 cm, cibachrome. © Jeffrey Silverthorne. Courtesy Kehrer Galerie; Miron Zownir, NYC 1982. © Miron Zownir

SARAH MOON


Ihre Fotos erschienen international in den Modezeitschriften Vogue, Marie Claire und Elle. Sie inszeniert die Mode in stimmungsvoll berührenden Bildern, sie fängt den besonderen Moment ein, der fast wie beiläufig wirkt. Die oft in mystisch-unscharfem Schwarzweiß und in betont blassen Farben gehaltenen Bilder der Foto-Künstlerin Sarah Moon locken den Betrachter in ein inspirierendes Reich der Träume, Mythen und Märchen. Paradiesische Landschaften, geheimnisvolle Städte. Ihre bezaubernden Modeaufnahmen, Stillleben und Porträts wirken oft unwirklich und zeitlos. Sie selbst stellt in ihren Foto-Strecken, und das verdeutlicht diese Hamburger Ausstellung, Porträts, Blumen-Stillleben, Ansichten von Stadt und Land nebeneinander. Sie hat mit ihrem unverwechselbaren Stil in jedem Fall die „Mood-Fotografie“ geprägt.

Sarah Moon ist jedoch weit mehr als eine Modefotografin: Sie drehte beispielsweise Kurz- und Dokumentarfilme, unter anderem über ihren engen Freund Henri Cartier-Bresson und über Lillian Bassman, sowie den Spielfilm „Mississipi One“. Mit einem besonderen Seitenblick auf das filmische Werk wird weltweit zum ersten Mal das Gesamtwerk der Fotografin Sarah Moon als retrospektive Schau im Haus der Photographie der Deichtorhallen präsentiert. Sarah Moons Arbeiten wurden in Museen und Galerien rund um die Welt gezeigt, darunter im ICP, New York, im Maison Européene de la Photographie, Paris, dem Kyoto Museum of Contemporary Art und dem Londoner Royal College of Art.

Die 1941 geborene Marielle Hadengue wuchs in England und Frankreich auf. Nachdem sie einige Jahre in Paris und London als Model gearbeitet hatte, begann sie 1968 zu fotografieren. In diesen Jahren gab sie sich den Künstlernamen Sarah Moon. Auf ihre ersten Kampagnenbilder für das Modelabel Cacharel folgten unzählige Werbefotografien unter anderem für Dior, Chanel, Comme des Garçons, Issey Miyake und Valentino sowie Modestrecken für Magazine. Sarah Moon fotografierte 1972 als erste Frau den Pirelli-Kalender. Die Werkschau im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg ist die bisher umfangreichste Ausstellung von Sarah Moon. Rund 350 Fotografien und fünf Filme lassen die Besucher in die märchenhafte Welt der Sarah Moon eintauchen.

SARAH MOON − NOW AND THEN. Vom 27. November 2015 bis 21. Februar 2016

DEICHTORHALLEN – HAUS DER PHOTOGRAPHIE, Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg

www.deichtorhallen.de

Fotos: Yohji Yamamoto, 1996 © Sarah Moon; Sarah Moon: o.T., 2008 © Sarah Moon; Sarah Moon: Fashion 9, Sarah Moon: Kassia Pysiak, 1998 © Sarah Moon; Sarah Moon: L’avant dernière pivoine © Sarah Moon; Sarah Moon, September 2015. Foto: © Ilona Suschitzky