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MYTHOS TOUR DE FRANCE


Das wichtigste Radrennen der Welt: Herausfordernde Strecken, sportliche Grenzerfahrungen, heldengleiche Fahrer, leidenschaftliche Fans. Die Tour de France steckt voller Mythen, Legenden und Bildern, die sich in das kollektive Gedächtnis, nicht nur der Franzosen, eingebrannt haben. Zum Grand Départ der diesjährigen Tour de France in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf präsentiert das NRW-Forum mit der Ausstellung „Mythos Tour de France“ eine internationale Gruppenausstellung mit Fotografie-Legenden wie Andreas Gursky und Robert Capa oder Reinhard Mucha, Stephan Vanfleteren  und Tim Kölln. Das Musikvideo „Tour de France“ der Kultband Kraftwerk zum Album von 2003 oder Louis Malles Filmklassiker „Vive Le Tour“ von 1962 feiern ebenso die Tour mit ihren unterschiedlichen Facetten. Die sportbegeisterte Ausstellung ist die Einstimmung auf das besondere Ereignis: Die erste Etappe der Tour de France 2017, das 14 km Einzelzeitfahren, findet am 1.Juli in Düsseldorf statt. Dazu gibt es einen einmaligen Live-Auftritt von Kraftwerk mitten in der Stadt. Fahrerporträts, Filmdokumentationen, Installationen, Landschaftsaufnahmen und Stimmungsbilder – über 120 Arbeiten von 20 internationalen Künstlern aus mehr als 80 Jahren Tour-Historie bieten erstaunliche Einblicke in die Seele der Tour. Ausstellung: Mythos Tour de France. Laufzeit bis 30.07.2017. Location: NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, D-40479 Düsseldorf. Link: www.nrw-forum.de

Image Credits: KRAFTWERK Copyright: Peter Boettcher Courtesy Sprüth Magers; Mythos Tour de France / Gestaltung: Happy Little Accidents; Mythos Tour de France / Gestaltung: Happy Little Accidents; Harry Gruyaert. The peloton sweeps into Paris and onto the Place de la Concorde past the Hotel Crillon, France, 1982 © Harry Gruyaert/Magnum Photos; John Vink. Preparing the snacks and the body before departure, Neufchâtel en Bray, France, July 3rd 1985 © John Vink/Magnum Photos

ROBERT WILSON IN DÜSSELDORF


In der Theaterwelt ist er eine Legende: Robert Wilson, der Regisseur, Autor, Bühnenbildner und Maler aus Texas. Seit über drei Jahrzehnten hat er international, insbesondere jedoch in Deutschland, zahlreiche Inszenierungen in Oper und Schauspiel auf die Bühne gebracht und sich mit seiner kalkuliert stilisierten Theaterästhetik einen Namen gemacht. „Licht definiert den Raum“; das Lichtdesign ist für Wilson fundamental. Im Schauspielhaus Düsseldorf inszeniert er gerade E. T. A. Hoffmanns romantische Erzählung »Der Sandmann«. „Bob“ Wilson, der feinsinnige Magier des Lichts auf der Bühne, hat ebenso ein innovatives Werk der bildenden Kunst zu bieten. Seine Video Portraits kreieren eine besondere Spannung in der Ruhe, seine Kohlezeichnungen sind in der Lage, den flüchtigen theatralischen Moment seiner Inszenierungen einzufangen. In der Galerie Till Breckner, Düsseldorf, zeigt Robert Wilson jetzt ein breites Spektrum an grafischen Arbeiten und zwei seiner Video Portraits. Mediale Grenzen lösen sich auf. Ausstellung: ROBERT WILSON. BLACK AND WHITE – WORKS ON PAPER AND VIDEO. Location: Galerie Breckner, 40213 Düsseldorf, Altestadt 7 und im Ratinger Tor 2, Maximilian-Weyhe-Allee. Link: www.galerie-breckner.de

Image Credits:  Video-Still, Gao Xingjian, writer, 2005, Music by Peter Cerone, © Robert Wilson 2017; Robert Wilson, Death Destruction + Detroit II (Act II Scene 15) Graphite on paper 1986, © Robert Wilson; Ausstellungsfotos: © H. G. Teiner, BOLD THE MAGAZINE

TAKÉ MEETS BRUS


Die digitale Fotografie als Mittel zur Offenbarung tiefliegender Realitäten. „Kanjo Také ist ein Künstler, der nicht Fassaden und Oberflächen abbildet, wohl aber ein Zauberer, ein Analytiker, der über die Wirklichkeit mehr aussagt, als viele Künstler zuvor“, so  Prof. Dr. Dieter Ronte. Fotografie ist Vision. In Takés Kunst werden subtile Prozesse der Transformation sichtbar gemacht. Neues Bewusstsein kann im Kopf des Betrachtenden entstehen. Die Arbeiten aus der Serie „MONEY TU“ setzen den materialistischen Begriff des Geldes und dem spirituellen Aspekt des indianischen Manitu in eine magisch wirkende Beziehung zueinander. Darüber hinaus treffen in dieser Ausstellung zwei künstlerische Positionen in spannender Dramaturgie aufeinander. Také trifft auf Brus. Schon jeder der beiden Künstler bringt seinen ganz einzigartigen Kosmos mit, beide in Gegenüberstellung eröffnen ein riesiges Spannungsfeld in Raum und Zeit, an Emotion und Intellekt. Die Arbeiten  des Grazers Günter Brus, dem wohl radikalsten unter den Wiener Aktionisten, zählen zu den wichtigsten Beiträgen der österreichischen Kunst nach 1945. Die Gemeinschaftsausstellung von Kanjo Také und Günter Brus wurde von dem zweimaligen Documenta-Leiter Prof. Dr. Manfred Schneckenburger kuratiert. Ausstellung: Günter Brus und Kanjo Také: „Gegensätze, die die Welt neu erklären.“ Bis 31. März 2017. Location: Galerie Shia Bender im Kunstraum 49, Graf-Adolf-Straße 49, 40210 Düsseldorf. Link: www.galerie-shia-bender.com

Image Credits: Kanjo Také, MONEY TU 02, 2013, Projection on Body with US dollar bank note and ten doller US gold coin of 1913, Foto: © Kanjo Také; MONEY TU TRYPTICHON 01, 2013, Foto: © Kanjo Také; MONEY TU 03, 2013, Projection with arab. Dirham bank note and US gold coin, Foto: © Kanjo Také; Güntter Brus, Vitriolkabinett, 1966. C-print behind acrylic glass, Foto © Kanjo Také

OTTO DIX IM K20


Der Maler und Grafiker Otto Dix ist ein herausragender Vertreter der Kunst der Neuen Sachlichkeit. Anfang der 1920er Jahre lebte und arbeitete Dix (1891-1969) in Düsseldorf. Ab 1922 besuchte er dort die Kunstakademie. Der expressiv-veristische Dadaist wandelte sich hier ab 1924 zum kritischen Porträtisten der Neuen Sachlichkeit, der seine Mitmenschen schonungslos im Bild fixierte. Als er 1925 nach Berlin umsiedelte, eilte ihm der Ruf seines „bösen Blicks“ schon voraus. In der Ausstellung Otto Dix – Der böse Blick stellt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen erstmals und umfassend die Werke aus dieser  intensiven Schaffensperiode in den Mittelpunkt und führt ihre ungebrochen lebendige Bildwirkung vor Augen. Einfach sehenswert. Ausstellung: Otto Dix – Der böse Blick. Bis 14. Mai 2017. Location: K20 GRABBEPLATZ, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf. Link: www.kunstsammlung.de

Image Credits: Otto Dix, Liegende auf Leopardenfell (Detail), 1927, Öl auf Tafel, 68 x 98 cm, Herbert F. Johnson Museum of Art, Ithaca, NY, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: © Kunstsammlung NRW; Otto Dix, Bildnis der Tänzerin Anita Berber, 1925, Öl und Tempera auf Sperrholz, Sammlung Landesbank Baden-Württemberg, im Kunstmuseum Stuttgart, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Kunstmuseum Stuttgart, © Kunstsammlung NRW; Otto Dix, Dienstmädchen am Sonntag, 1923, Aquarell und Bleistift, 54,5 x 38,0 cm, Otto Dix Stiftung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: © Kunstsammlung NRW; Otto Dix, 1919, Fotograf unbekannt, Otto Dix Stiftung, Foto: © Kunstsammlung NRW

PHOTO WEEKEND 2017


Der Termin für Fotobegeisterte und Fotokunstinteressierte: Das Duesseldorf Photo Weekend. Ein intensives Wochenende voller spannender Fotokunst. Zur sechsten Edition des Photo Weekend, vom 3. bis 5. Februar 2017, präsentieren mehr als 70 Galerien, Museen, Institutionen und Off-Räume ein riesiges Programm zum Medium Fotografie. Die Bandbreite der Ausstellungen reicht von der klassischen Fotografie bis hin zu aktuellen New-Media – Trends. Das Duesseldorf Photo Weekend ist mittlerweile zu einem prägenden Bestandteil der ohnehin hervorragenden Kunst- und Kulturszene Düsseldorfs geworden und wird auch international beachtet. Viele der Ausstellungen sind noch nach diesem Wochenende zu sehen.

Das Photo Weekend eröffnet traditionell im NRW-Forum Düsseldorf, dort gibt es Peter Lindbergh / Garry Winogrand: Women on Street zu sehen, mehr über diese großartige Ausstellung in der nächsten Ausgabe von BOLD THE MAGAZINE. Direkt neben der etablierten Fotokunst werden vielversprechende Newcomer präsentiert: Portfolio Review ist eine offene Plattform, die junge zeitgenössische Fotografie entdeckt und diskutiert. Seit 2013 werden aufstrebende Künstler aus aller Welt ausgewählt, um ihre Arbeiten einer internationalen Experten-Jury zu präsentieren, zum ersten Mal findet im NRW-Forum die Ausstellung “Perfect Storm” mit den Arbeiten der Teilnehmenden der vergangenen Jahre statt. PHOTO WEEKEND 2017. 03. bis 05. Februar 2017. Location: NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, D-40479 Düsseldorf und an vielen weiteren Orten. Link: www.duesseldorfphotoweekend.de

Image Credits: Walter Schels, Dalai Lama, Hände © Walter Schels; Walter Schels, Hände © Walter Schels; Kanjo Také, Play and Pay, 2013, © Kanjo Také; Irena Paskali, © Irena Paskali; Maria Vedder, © Maria Vedder

GOOD PROSPECTS 2016/2017


Einmal im Jahr ermittelt die Fachjury des Fotowettbewerbs „gute aussichten – junge deutsche fotografie“ die besten Arbeiten einer neuen Fotografen-Generation. Erstmals findet die Auftaktausstellung des wichtigsten deutschen Nachwuchspreises in diesem Jahr in Düsseldorf statt. Die Preisträger und Preisträgerinnen für 2016/2017 sind: Miia Autio, Chris Becher, Carmen Catuti, Andreas Hopfgarten, Holger Jenss, Quoc-Van Ninh und Julia Steinigeweg.

Auf den ersten Blick sind dunkelhäutige Menschen Gegenstand der Porträts von Miia Autio. Ein roter Punkt auf den Fotografien zieht den Blick auf sich und irritiert zugleich. Wir können beim eingehenderen Betrachten erkennen, dass uns hier nicht das Positiv, sondern das Negativ präsentiert wird. Und darum sind hier keine dunkelhäutigen Menschen portraitiert, sondern Albinos. So behandelt ‚Variation of White‘ in tiefgründiger Weise das subjektive Sehen und das Entstehen von Bildern in unserem Kopf. Ausstellung: gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2016/2017. Bis 15. Januar 2017. Location: NRW-Forum Düsseldorf · Ehrenhof 2 · D – 40479 Düsseldorf. Link: www.nrw-forum.de

Credits & Copyright: Ausstellungsfoto H. G. Teiner, BOLD THE MAGAZINE, Foto Miia Autio, Variation of White, www.guteaussichten.org; Foto Carmen Catuti, Marmarilo, www.guteaussichten.org; Foto Julia Steinigeweg, Ein verwirrendes Potenzial, www.guteaussichten.org

BLING BLING BABY


Bis zum hemmungslosen Kitsch: Glam Fashion, schrille Farben, übersteigerte Sujets, modern Pop-Art, naive Oberfläche und sinnige Tiefe dahinter. Diese Ausstellung stimmt fröhlich, ist begeisternd und macht nachdenklich. Dem modernen und schnellen KonsumLifeStyle wird ein großer Zerrspiegel vorgehalten. Die Bonbonfarben erfrischen den Geist, die Surrealität erregt die Seele. Ob röhrende Hirsche, Alpenglühen oder Sonnenuntergang: Seit der Romantik gehört die Überzeichnung zur immer wieder zitierten Spielart in der Kunst. Die Glorifizierung des Trivialen, des sentimentalen Überschwangs hat auch in der Fotografie zu einer eigenständigen Bildsprache geführt. Jeff Koons lächelt uns ins Gemüt: Kitsch ist Kunst.

Guy Bourdin war der erste, der schillernde Farben und skurrile Settings für seine Modeinszenierungen verwendete. David LaChapelle, Miles Aldridge und Pierre et Gilles führten diesen Flirt mit dem Pop auf sehr erfolgreiche Weise fort. Ihnen nachfolgend lässt sich eine junge Riege an Fotokünstlern ausmachen, die mit viel Fantasie und Farbgewalt die Grenzen des Mediums ausloten: Der Niederländer Ruud van Empel postiert Idealgestalten vor paradiesischen Hintergründen, der Marrokaner Hassan Hajjaj ergänzt Hipster-Porträts im Mustermix durch gefundene Gegenstände à la Warhol, der Engländer Jason McGlade arrangiert Menschen, Blumen und Tiere auf einem Glasscanner, das Duo Christto & Andrew aus Doha entwirft ganze Wandwelten mit ihren schrägen Motiven, das schwedische Paar Inka & Niclas kreiert Felsbilder, die gleich den kitschigen Rahmen mit einbeziehen. Nadine Barth ist die Kuratorin dieser inspirierenden Ausstellung: Sie studierte Philosophie, Literatur und Kunstgeschichte in Hamburg und arbeitete viele Jahre als Journalistin und Galeristin. BLING BLING BABY! GLITZER, GLAMOUR UND EIN FLIRT MIT DEM POP. Bis 15. Januar 2017. Location: NRW-Forum Düsseldorf · Ehrenhof 2 · D – 40479 Düsseldorf. Link: www.nrw-forum.de

Credits & Copyright: „Miss Miami Nice”, Nico & Anna, Hamburg 2011, © Esther Haase; Mike Schreiber: B.G., New York 2007;  © Bela Borsodi, The Expandables, Tatler Russia, 2011; © Matt Henry, Wilma in Hot Tub, from the series „Twin Palms“, 2016, Courtesy Flatland Gallery, Amsterdam

SUPER META MAXI


Der Schweizer Jean Tinguely (1925 – 1991) war Provokateur und Poet zugleich. Die Ausstellung in Düsseldorf vereint nahezu 100 museale und private Leihgaben, von denen viele zum ersten Mal in Deutschland zu sehen sind. Die Besucher sind eingeladen, Tinguelys Arbeiten mit allen Sinnen zu erfahren, sie in Gang zu setzen, ihre Bewegungen zu verfolgen und ihren Geräuschen zu lauschen. In die 140 qm große Monumental-Installation „Grosse Méta-Maxi-Maxi-Utopia“ darf sogar hineingeklettert werden! Einem tiefen Eintauchen in die absurd-spielerische Welt des Schweizer Künstlers steht nichts im Wege. Tinguely gehörte zu den originellsten Künstlern seiner Zeit. Von sich selbst behauptete er: “ Ich bin nur ein Dieb, ein Parasit der Technik, ein Stibitzer, ein Schmarotzer in dieser wunderbaren Industriewelt.“

Hinterlassen hat der Künstler ein international beachtetes, ein von Bewegung, Veränderung und Zufall lustvoll-sinnlich geprägtes Werk. Seine Maschinenskulpturen, geräuschvoll ratternd und knatternd, seine interaktiven, faszinierenden Zeichen-Maschinen üben auch heute noch einen ursprünglich – faszinativen Reiz aus.. Die in Kooperation mit dem Stedelijk Museum Amsterdam und in enger Zusammenarbeit mit dem Museum Tinguely in Basel entstandene Schau zeigt den ganzen Tinguely, beginnend bei den frühen, zart-poetischen Drahtplastiken und kinetischen Assemblagen, über seinen weltberühmten „Méta-metics“ bis hin zu spektakulären, monumentalen Werken aus der Spätphase des Schaffens. „Jean Tinguely. Super Meta Maxi“ im Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf. Bis zum 14. August 2016. Link: www.smkp.de

Fotos / Bildnachweise: Jean Tinguely mit Méta-Matic no. 9 (Scorpion), 1959, © Foto: Hansjörg Stoecklin, Museum Tinguely, Basel, © Jean Tinguely/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016; Jean Tinguely, Grosse Méta-Maxi-Maxi-Utopia, 1987, Eisenteile, Holzräder, Alutreppen, Vorhang, Karussellpferd, Tonvase von Ursi Luginbühl, Plastikblumen, Gartenzwerg, Elektromotoren, Mädchenfigur aus Terrakotta, innen mit PU-Schaum ausgeschäumt, mit rosa Farbe übergossen, 810 x 1683 x 887 cm, © Fotograf: Christian Baur, Museum Tinguely, Basel, Donation Niki de Saint Phalle, Baur, © Jean Tinguely/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016; Jean Tinguely, Niki de Saint Phalle, Lifesaver/Lebensretter, Model zum Brunnen, 1991, Polyester, bemalt, Eisen, Elektromotor, 155 x 148 x 57 cm, © Foto: Lehmbruck Museum, © Jean Tinguely/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016

PHOTOGRAPHER OF STYLE


Er war der König der Fashion Photography und ein Magier des Lichts. Das NRW-Forum Düsseldorf zeigt eine umfassende Retrospektive von Horst P. Horst, der einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts war und eine Ikone der Modefotografie ist. Der spezifische Style Horst P. Horsts hat auch heute von seiner faszinierenden Eindringlichkeit nichts verloren. Das NRW-Forum Düsseldorf präsentiert die vom Londoner Victoria and Albert Museum kuratierte Retrospektive „Horst: Photographer of Style“ mit 250 fotografischen Werken aus 60 Jahren Schaffenszeit, darunter seine berühmten Arbeiten als Vogue-Fotograf, sowie weniger bekannte Projekte und selten gezeigte Zeichnungen, Briefe, Filme und Couture-Kleider.

Seine eleganten Schwarzweiß-Studien machten ihn zum Meister von Licht und Schatten. Er ließ sich von verschiedenen Strömungen wie klassischer Architektur, modernem Bauhausdesign und surrealistischer Kunst inspirieren. Wie kein anderer verband Horst P. Horst dabei die Welten von Fotografie, Kunst, Mode, Design, Theater und High Society. Die Ausstellung beleuchtet seine Zusammenarbeit und seine Freundschaften mit großen Modeschöpfern wie Coco Chanel und Elsa Schiaparelli; mit Filmstars wie Marlene Dietrich und Rita Hayworth sowie Künstlern und Designern wie Salvador Dalí und Jean-Michel Frank. Dabei präsentiert sie nicht nur einige seiner berühmtesten Bilder, sondern enthüllt anhand von originalen Kontaktbögen, Zeichnungen und Kameras auch die kreativen Vorgänge dahinter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die Modefotografie: Farbe hatte Einzug in die Magazine genommen und Horst P. Horst schuf 90 weitere Titelblätter für die Vogue sowie zahlreiche Magazinseiten in leuchtenden Farben. Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl von 25 großformatigen Fotografien, neue Drucke von den originalen Diapositiven aus dem Condé Nast Archiv. Die Fotografien zeigen seine beliebtesten Modelle aus den vierziger und fünfziger Jahren, wie Carmen Dell’Orefice, Muriel Maxwell und Dorian Leigh, und präsentieren Horst P. Horst als außergewöhnlichen Farbenkünstler.

Horst P. Horst wurde 1906 als Horst Paul Albert Bohrmann in Weissenfels geboren. Er studierte an der Kunstgewerbeschule in Hamburg, bevor er 1930 nach Paris ging, um als Lehrling bei dem Architekten Le Corbusier zu arbeiten. Dort lernte er George Hoyningen-Huene, den Cheffotografen der französischen Vogue kennen, und arbeitete ab 1932 selbst als Fotograf für die Vogue. 1939 zog er nach New York und wurde 1943 amerikanischer Staatsbürger. Im selben Jahr verpflichtete er sich bei der US Army und änderte schließlich seinen Nachnamen von Bohrmann in Horst. Nach dem Krieg baute er ein Haus in Long Island, New York, und blieb bis zu seinem Lebensende in Amerika. Er starb 1999 im Alter von 93 Jahren in Florida. HORST: PHOTOGRAPHER OF STYLE (12.02. bis 22.05.2016, NRW-Forum Düsseldorf, Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf) Link: www.nrw-forum.de

Fotos: Muriel Maxwell, American Vogue cover, 1 July 1939 © Condé Nast / Horst Estate; Corset by Detolle for Mainbocher, 1939 © Condé Nast / Horst Estate; Marlene Dietrich, New York, 1942 © Condé Nast / Horst Estate; Dress by Hattie Carnegie, 1939 © Condé Nast / Horst Estate

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